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Animalischer Dreh: Freisinger Band und Tanz-Ensemble gelingt fantastischer Videoclip

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Videoclip zu „Animals von FORCODER
Tanz ums Tier: Im Videoclip zu „Animals“ wird FORCODER-Schlagzeuger Sandro Cocuzza eingekreist. © FORCODER

FORCODER hatten 2021 kaum Möglichkeiten, live aufzutreten. Statt auf die Bühne ging es für die Freisinger Band in den Wald – zu einem spektakulären Videodreh.

Freising – Bei FORCODER hat man aus der Not eine Tugend gemacht. Aus dem gefühlt permanenten Lockdown und dem damit verbundenen Mangel an Live-Auftrittsmöglichkeiten haben sich die Lokalmatadore Gabriel Keeser (Gesang, Saxofon, Keyboard), Sandro Cocuzza (Schlagzeug), Wendelin Landesberger (Gesang, Keyboard) und Robert Söllner (Bass) aufs Komponieren und die Arbeit im Studio verlegt. Mit Erfolg: Mit den fünf Einspielungen auf dem Erstling „Shaky Ground“ (wir haben berichtet) bewegt man sich stilistisch wie musikalisch auf hohem Niveau – zwischen Synth-Pop und Electronica, Alternative und Art Rock. Auch Jazz und klassische Elemente fließen in den Genremix ein.

Im Sommer konnte die Band ihre neuen Songs bei einem gefeierten Auftritt auf dem Kulturbote-Festival am Vöttinger Weiher zwar vorstellen. Doch viele Live-Auftritte waren auch im Corona-Jahr 2021 nicht drin. Und so entschieden sich FORCODER, nach ihrem Video zu „Shaky Ground“ im Frühjahr einen zweiten Clip zu drehen.

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„Es ging darum, gemeinsam mit lokalen Künstlern und Kunstschaffenden ein Projekt auf die Beine zu stellen, um den Wegfall vieler Auftritte auszugleichen und dennoch auf ein Ziel hinzuarbeiten“, erklärt Schlagzeuger Sandro Cocuzza, und Wendelin Landesberger fügt hinzu: „Der Song ,Animals’ bot sich als Musikvideo bestens an.“ Der Sänger und Keyboarder orderte entsprechende Tiermasken im Internet und konnte schnell alle Beteiligten überzeugen.

Die Band findet kongeniale Partner

Für die meisten der mehr als 20 Personen aus dem „Animals“-Kollektiv war es das erste Musikvideo, obwohl der Großteil der Tänzerinnen und Tänzer bereits hauptberuflich in dem Bereich tätig ist oder sich in der Ausbildung befindet. Die Tanzcrew brachte ihre Erfahrungen aus Modern-Dance, Hip-Hop und Ballett in die Choreografie ein, entsprechend professionell ging es zu Werke, nachdem die Gruppe eigens für dieses Video zusammengestellt worden war. Bis auf eine Tänzerin aus München haben alle, die im Videoclip zu sehen sind, Freisinger Wurzeln.

„Always look on the bright side of life“: Für die Band FORCODER aus Freising war das Corona-Jahr 2020 ein Härtetest, aus dem sie nicht nur gestärkt hervorgeht, sondern auch mit dem ersten Album im Gepäck.
„Always look on the bright side of life“: Für die Band FORCODER aus Freising war das Corona-Jahr 2021 ein Härtetest. © Forcoder

Schwieriger war es, den richtigen Drehort zu finden. Zunächst hatte FORCODER den Plantagen-Wald als Location favorisiert. Doch die Möglichkeit, dort zu drehen, zerschlug sich. Und so war die Band über das Angebot einer weiteren Lokalgröße froh: Die Gärtnerei Schönegge ließ die Akteure auf einem ihrer Areale drehen. Dazu kam die Erlaubnis der Firma Snaply, eine Halle des Unternehmens (ehemaliges Praktiker-Gebäude) zu nutzen. Und auf Vermittlung der Laienbühne Freising wurden die Tänzer von deren Maskenbild-Chefin Sabine Tanriyiöver geschminkt.

Man spielt sich in Rage, tanzt sich in Trance

Schnitt: Die Szenerie im Wald mutet gespenstisch an. Katzenähnliche, fabelhafte Wesen umkreisen in animalisch anmutenden Bewegungen die Band.

Die Musiker gehen mit den stilisierten Tiermasken auf dem Gesicht zu Werke, rühren ordentlich die Trommel, schlagen beherzt die Laute, stoßen mit Macht ins Horn. Ein getigerter Kater mit nacktem Oberkörper ist auch dabei. Leiber winden sich im Rhythmus der Musik. Man spielt sich in Rage, tanzt sich in Trance.

Dann eine Blende, eine sorgsam gesetzte Zäsur. Die Maskenmänner und ihr tierisches Ensemble finden sich plötzlich in einer Industriehalle wieder. Die Spannung im Raum steigt, schwillt Beat für Beat an. Ein Saxofon schneidet die Luft in Scheiben. Dann ist der Zenit erreicht, der Showdown naht. Die Dynamik lässt nach, die Bewegungen verlieren an Kraft. Ruhe kehrt ein. Der Job ist getan, die Helden treten einer nach dem anderen ab.

Applaus brandet auf im Spiegelsaal der Tanzwerkstatt Christina Asthon, wo sich die Akteurinnen und Akteure den fertigen Clip ansehen. Die Kommentare: „Wahnsinn!“, „Das ist echt saugut geworden“, „Das müssen wir feiern“.

Tänzerin zieht es trotz Schmerzen durch

Gerade haben die Beteiligten das Video erstmals gesehen. Das Tanz-Ensemble, die Band, alle Beteiligten sind schlichtweg baff. Nicht zu glauben, wie gut der Clip geworden ist. Dabei ist fast alles in Eigenregie entstanden. „Mit ganz viel Herzblut und aus Überzeugung“, wie Sänger Gabriel Keeser feststellt.

„Animals“-Kollektiv
Das „Animals“-Kollektiv: (vorne v. l.) Jula Ashton, Anna-Sophia Samy, Elena Stingl, Vincent Thiel, Alina Al-Kadhi, Stefania Kovacs und Christina Ashton sowie (hinten v. l.) Gabriel Keeser, Sandro Cocuzza, Robert Söllner und Wendelin Landesberger. Nicht auf dem Bild: Tänzerin Lilli Bulenda.  © Fischer

Auch die beiden Chef-Choreografinnen und Tänzerinnen Jula Ashton und Alina Al-Kadhi sind begeistert vom Ergebnis. „Einiges konnte zwar im Tanzstudio geprobt werden“, berichtet Jula Ashton. „Aber letztlich waren es dann die Locations, das zugehörige Styling und das Zusammenspiel mit der Band, die die passende Stimmung verbreitet und die Performance viel intensiver gestaltet haben.“

Und was war die größere Herausforderung – die Szenen im Wald oder die in der Halle? „Der Wald hat schon die ein oder anderen Spuren hinterlassen. Einen Modelwettbewerb hätten wir am Ende des Tages nicht mehr gewonnen“, sagt Jula Ashton und lacht. Alina Al-Kadhi vergaß beim Dreh sogar ihre Schmerzen. Denn eigentlich plagte sie eine Verletzung. „Die letzte Szene in der Halle wurde trotz Zerrung mit genug Adrenalin durchgepowert. Das ist doch klar.“

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