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Musikalischer Champagner-Cocktail: Neujahrskonzert für „Menschen in Not“ begeistert

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Begeisterten: Tenor Claus Durstewitz und Sopranistin Katerina Beranova. © Michalek

Redaktionsleiter Helmut Hobmaier hatte nicht übertrieben, als er den Besuchern des diesjährigen Neujahrskonzerts „einen musikalischen Champagner-Cocktail“ versprach. Und wieder wusste die Ungarische Kammerphilharmonie unter ihrem Leiter, Professor Antal Barnas, mit einem tollen Repertoire zu überzeugen.

Freising – Heuer war die Luitpoldhalle die Bühne für das Benefizkonzert des Tagblatts, dessen Erlös wieder an die FT-Aktion „Menschen in Not“ geht. Mitgebracht hatte Antal Barnas den lyrischen Tenor Claus Durstewitz und dessen Frau, die Sopranistin Katerina Beranova, die schon einmal die Freisinger Konzertbesucher verzauberten. Mit Nicole Baerwald zeigte eine neue Conférencieuse, wie man mit gelungenen Texten die Verbindung zwischen den einzelnen Musikstücken präsentieren kann – ein Gewinn für das Neujahrskonzert des Tagblatts.

Schon beim Auftaktstück, Gioachino Rossinis Ouvertüre zur „Diebischen Elster“, zeigten die Musiker der Kammerphilharmonie, namentlich die Schlagwerker, welch exzellente Solisten sie sind. Man merkte sofort, dass Antal Barnas für seine Kammerphilharmonie die Besten aus den ungarischen Orchestern zusammenholt. Der Maestro selber hatte seinen Klangkörper wie gewohnt vollkommen unter Kontrolle, übte sein Dirigat durchaus gestenreich, aber nicht übertrieben aus – und die Streicher, die Bläser folgten ihm fast bis zur Perfektion. Das Publikum dankte jedenfalls stets sachkundig mit viel Beifall, erlebte es doch einen gelungenen Konzertvormittag.

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Applaus, Applaus: Das Publikum in der Luitpoldhalle zeigte sich vom Neujahrskonzert des Freisinger Tagblatts begeistert. © Michalek

Katerina Beranova war dann mit Gaetano Donizettes Arie „Quel guardo il cavaliere Norina“ aus der Oper „Don Pasquale“ dabei, das Publikum mit ihrem Stimmvolumen zu begeistern, ehe Claus Durstewitz in der Rolle des Danilo aus der „Lustigen Witwe“ ins Maxim ging. Er zeigte, dass man ihn nicht umsonst als einen der besten lyrischen Tenöre bezeichnet. Im Duett „Lippen schweigen“ ließen die beiden Solisten keinen Zweifel daran, dass sie nicht nur auf der Bühne bestens harmonieren. Johann Strauß (Sohn) war dann noch zweimal vor der Pause an der Reihe – einmal mit „Perpetuum mobile“ und dann mit einem großen Stück, dem „Kaiserwalzer“, den viele mit dem Donauwalzer auf einer Ebene sehen.

Mit dem Marsch aus der Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehar eröffneten der Professor und seine Musiker den zweiten Teil. Katerina Beranov

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Führte kundig durchs Programm: Nicole Baerwal, die Tochter des verstorbenen Moderators Rolf Baerwald. © Michalek

a und Claus Durstewitz waren vor ihrem Duett „Wer hat die Liebe ins Herz gesenkt“ aus dem „Land des Lächels“ noch als Solisten zu hören gewesen. Das Konzert neigte sich unweigerlich dem Ende zu – mit dem Walzer „An der schönen blauen Donau“. Das war das Zeichen für Claus Durstewitz, der von der Bühne herabstieg und zum Tanze bat. Seine Frau tat es ihm gleich und schon entwickelte sich ein munteres Tänzer-wechselt-euch, so dass am Ende der „blauen Donau“ immerhin zwölf Paare auf dem Parkett der Luitpoldhalle tanzten.

Das Finale gestalteten die Besucher unter dem Dirigat von Antal Barnas selber mit, als sie diszipliniert beim Radetzkymarsch auf dessen Einsätze zum Mitklatschen reagierten. Nach so einem erfolgreichen und begeistert aufgenommenen Konzert konnten die Musiker nicht ohne Zugabe die Bühne verlassen. Hier zeigte Konzertmeister László Nyári, dass ihm zum Teufelsgeiger nicht viel fehlt. Als Solist spielte er „Zigeunerweisen

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Flinke Finger: Prof. Antal Barnas dirigierte die Ungarische Kammerphilharmonie voller Hingabe. © Michalek

op. 20“ von Pablo de Sarasate und riss die Freisinger zu Beifallsstürmen hin. Das Ende eines bemerkenswerten Neujahrskonzertes kam unweigerlich mit dem Duett Beranowa/Durstewitz und dem „Trinklied“ aus La Traviata von Verdi.

Heinz Mettig

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