+
Es sind gute Neuigkeiten für den Landkreis: Der MVV hat am Freitag einstimmig die Umsetzung der Tarifreform beschlossen.

Kompakter und manchmal günstiger

MVV-Tarifreform ist beschlossen: Verbesserungen für Freising – doch nicht nur

  • schließen

Es sind gute Neuigkeiten für den Landkreis: Der MVV hat am Freitag einstimmig die Umsetzung der Tarifreform beschlossen. Landrat Josef Hauner und Grünen-Abgeordneter Johannes Becher sind im Großen und Ganzen zufrieden.

Freising – Es sind gute Neuigkeiten für den Landkreis: Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) hat am Freitag einstimmig die Umsetzung der Tarifreform beschlossen. Landrat Josef Hauner begrüßt das neue Modell – und auch Grünen-Abgeordneter Johannes Becher, der den ersten Entwurf vom Sommer massiv kritisiert hat (wir berichteten), ist im Großen und Ganzen zufrieden.

„Die neue Version ist in jedem Fall besser als die vom Sommer“, sagt der 30-Jährige auf FT-Nachfrage. Der Druck aus der Region habe offenbar Wirkung gezeigt. „Unser großes Ziel, den Norden komplett in der Zone 5 anzusiedeln, haben wir erreicht“, erklärt Becher. Die Fahrten von Moosburg nach München würden nun nicht teurer, sondern zum Teil sogar günstiger. Trotzdem gibt es auch einen Wermutstropfen: „Die extreme Preissteigerung für den bisherigen Außenraum wird jetzt zwar abgemildert. In meinen Augen sind die Tickets aber noch deutlich zu teuer.“ Becher bemängelt zudem, dass das neue Tageskarten-System wesentlich komplizierter werde als bisher.

Landrat Josef Hauner, der an den Gesprächen beteiligt war, begrüßt die Reform: „Unter Berücksichtigung der zusätzlich vom Freistaat Bayern zur Verfügung gestellten Mittel ist es gelungen, das ursprünglich im Juni 2018 beschlossene Modell so nachzubessern, dass die damals noch bestehenden Härten abgemildert werden konnten. Insbesondere haben wir für die ursprünglich in Zone 6 gelegenen Gemeinden des Landkreises Freising eine deutliche Verbesserung erreicht.“ Die Neuerungen sollen im Dezember 2019 in Kraft treten.

Lesen Sie auch: Beifall aus Freising über geplatzte MVV-Tarifreform: „Eine Entscheidung der Vernunft“

Johannes Becher (Grüne) hat sein großes Ziel erreicht.

Für die Region Freising bedeutet das überarbeitete Modell, dass alle Haltestellen des Landkreises, die ursprünglich noch in Zone 6 lagen, nun auf die Zonengrenze 5/6 verschoben werden. Davon profitieren die Gemeinden Mauern, Gammelsdorf, Hörgertshausen, Moosburg, Nandlstadt, Wang, Rudelzhausen und Au. Zusätzlich werden die Gemeinden Hohenkammer, Allershausen und Marzling von der Zone 5 auf die Zonengrenze 4/5 gelegt. Die Domstadt ist von allen Orten des Kreises mit einem Fahrschein für maximal zwei Tarifzonen erreichbar.

Einige Landkreisbürger profitieren außerdem von den Überlappungsbereichen, in denen zwei Tarifzonen gelten. Das gilt unter anderem für die Gemeinden im Norden und Osten. Der Bereich von Langenbach bis Rudelzhausen beispielsweise zählt zur Zone 5/6. Hohenkammer, Allershausen und Freising sind in Zone 4/5 zu finden, Hallbergmoos in Zone 3/4. Fahrgäste aus diesen Gemeinden brauchen künftig eine Zone weniger zu bezahlen, wenn sie Richtung Mainburg oder München fahren. Die Überschneidungsbereiche sind vor allem die Pendler nach Feldmoching oder Moosach praktisch. Das Landkreisgebiet erstreckt sich künftig auf die Tarifzonen zwei bis sechs.

Auch interessant: MVV-Tarifreform geplatzt! OB Reiter sieht jetzt Söder am Zug - kommt das 365-Euro-Jahresticket?

Das aktuelle Fahrkartensortiment bleibt erhalten, wobei die meisten Tickets der neuen Sieben-Tarifzonen-Logik folgen. Neu eingeführt wird das bereits in der Landeshauptstadt und im Landkreis München angebotene Sozialticket, das künftig im gesamten Verbund erhältlich sein soll das künftig im gesamten Verbund erhältlich sein soll und ebenfalls der neuen Tarif-Logik folgt.

Die IsarCard-Monatskarte, die IsarCard-Abo-Monatskarte sowie die IsarCard-Jahreskarte bleiben je nach Anzahl der Zonen preisneutral beziehungsweise werden sie um bis zu 30 Prozent billiger. Die Monatskarte zwischen Freising und Neufahrn kostet künftig 55,20 Euro statt aktuell 66,60 Euro. Der Preis für die Grüne Jugendkarte bleibt gleich beziehungsweise wird er sogar etwas günstiger. Die Sperrzeit für das Seniorenticket entfällt künftig. Mit Blick auf das Renteneintrittsalter wurde jedoch die Altersgrenze auf 65 Jahre angehoben.

CSU-Landrat Josef Hauner begrüßt die Reform.

„Wichtig bei der Preisgestaltung war zum einen die Bindungswirkung der Fahrgäste an den MVV, aber auch die Einfachheit und Gerechtigkeit“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts. Hierzu zählen insbesondere die einheitliche Sieben-Zonen-Logik sowie, dass künftig doppelt durchfahrene Zonen nur noch einfach gezählt werden. Beispielsweise werden die München-Pendler ab der Haltestelle Rathaus in Hallbergmoos für die IsarCard-Jahreskarte umgerechnet pro Monat statt bisher 120,50 Euro für zehn Ringe nur noch 109,17 Euro (München plus drei Zonen) bezahlen. Zum Schuljahresbeginn 2021/2022 soll das aktuelle Schüler- und Azubi-Ticket als günstiges und attraktives Kinder-, Jugend- und Freizeitticket in das Fahrkartensortiment aufgenommen werden. Damit können Jugendliche Bus und Bahn auch außerhalb der Schulzeit unbegrenzt nutzen.

Lesen Sie auch: Neue MVV-Preise: Das sind die größten Verlierer im Landkreis Freising

„Der MVV hat eine zukunftsweisende Grundlagenentscheidung getroffen“, heißt es von Seiten des Landratsamts. Weil der Münchner Stadtrat und die Gremien der acht Verbundlandkreise allerdings noch ihre Zustimmung erteilen müssen, wird sich der Freisinger Kreistag in der Sitzung am 6. Dezember mit der Tarifreform befassen. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

A92: Mann wendet nach Unfall in Rettungsgasse und kollidiert fast mit Polizei
Weil einem BMW-Fahrer (58) der Stau nach einem Unfall auf der A92 zu lange dauerte, fuhr er in der Rettungsgasse zurück - und krachte fast in ein Polizeiauto.
A92: Mann wendet nach Unfall in Rettungsgasse und kollidiert fast mit Polizei
Anschauen, einsteigen und losfahren: Freisinger Autoschau findet zum 21. Mal statt
Autofans aufgepasst: Am Wochenende vom 29./30. Juni findet in der Luitpoldanlage zum bereits 21. Mal die Freisinger Autoschau statt. Dieses Jahr gibt es einige Neuheiten.
Anschauen, einsteigen und losfahren: Freisinger Autoschau findet zum 21. Mal statt
Daten-Manipulation im Fisch-Skandal? - LGL bezieht zu Vorwürfen Stellung
„Manipulative Datendarstellung“ hat ein Fischer aus dem Landkreis Freising dem LGL vorgeworfen. Die Behörde wehrt sich gegen die Kritik. Der Kritiker sieht darin …
Daten-Manipulation im Fisch-Skandal? - LGL bezieht zu Vorwürfen Stellung
Drogen-Dealer rast bei Kontrolle davon: Wilde Verfolgungsjagd mit vielen Streifenwagen startet
Der Dealer gibt Gas, Polizisten springen zur Seite: Das war am Donnerstagabend in Erding der Beginn einer wilden Verfolgungsjagd - bis Freising.
Drogen-Dealer rast bei Kontrolle davon: Wilde Verfolgungsjagd mit vielen Streifenwagen startet

Kommentare