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Über eine große Treppe gelangen später einmal die Besucher zu den insgesamt fünf Kinosälen, die im ersten Stock situiert sind.

Exklusiver Einblick

Nach dem Aus von CineStar: So sieht die Kino-Baustelle in Freising aus

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CineStar ist abgesprungen, doch der Investor hält an den Kino-Plänen für Freising fest. Ein Rundgang zeigt, wie die Baustelle in den Schlüterhallen derzeit aussieht. 

Freising – Die Stahlarbeiter sind schwer zu Gange, es wird geflext, gesägt und gehämmert. Dem Laien bietet sich das Bild einer Baustelle, die von einer Fertigstellung noch weit entfernt ist. Am Mittwoch bot die Saller GmbH einen ersten Einblick in das neue Kino bei den Schlüterhallen. Dreieinhalb Jahre nach dem Spatenstich im Westen von Freising ist von heimeliger Kino-Atmosphäre, von Popcorn-Geruch und dem Blubbern des Cola-Spenders noch nichts zu spüren. 

Noch ganz neu als Bauleiter in Freising ist Josef Saller jun., der hier die Pläne des Kinokomplexes studiert.

„Wir werden unser Versprechen halten“

Ein Problem: Nach dem Abspringen des vorgesehenen Mieters, der CineStar-Gruppe, kann man mit der Innenausstattung erst dann beginnen, wenn der neue Mieter feststeht. Denn der legt eine sogenannte Mieterbaubeschreibung vor, an die sich dann der Investor zu halten hat. Doch selbst bis zu diesem kapitel des Baufortschritts ist noch viel zu tun an der Münchner Straße. Immerhin, so Josef Saller jun. gestern bei der Baubegehung: „Es war ein Versprechen, dass ein Kino kommt. Und wir werden unser Versprechen halten.“

„Das geht dann relativ schnell“, versichert Saller und meint damit den Innenausbau wie Bodenbeläge, Bestuhlung, Türen und andere Abschlussarbeiten. Um diese Details anpacken zu können, braucht man aber erst einen neuen Mieter. Man habe einige Interessenten, versichert Saller, verweist auf ein erstes Mietergespräch in der kommenden Woche. Doch bis man einen Betreiber gefunden hat und das Interieur nach dessen Vorstellungen und Vorgaben realisieren kann, muss noch viel am Gebäude getan werden:

„Die Fassade ist fertig“

Die Stahlarbeiter, die die Gerüste für die künftigen Kinoränge anfertigen, sind noch nicht ganz fertig. Danach beginnt der Einbau der in der Tiefgarage gelagerten Haustechnik. Dann müssen nochmals die Trockenbauer ran, müssen die restlichen Wände verkleiden. „Es geht alles seinen Gang“, behauptet Saller, der erst zu Beginn dieser Woche von seinem Vater Josef Saller als Bauleiter nach Freising entsandt wurde. Rund zehn Arbeiter seien derzeit in dem Komplex mit seinen fünf Kinosälen, mit Eingangsbereich und Foyer zu Gange. Immerhin: „Die Fassade ist fast fertig.“

Noch im Rohbau befindet sich auch der größte der fünf Kinosäle. Was die Inneneinrichtung angeht, die muss der Mieter – da gibt’s bald ein Gespräch – festlegen.

Wie lange es dann noch mit der – teilweise vom Mieter einzurichtenden – Innenausstattung dauert, kann Saller nicht sagen. Das hänge wesentlich von dem Ausstattungsgrad ab, den sich der Betreiber vorstellt. Und deshalb ist es Saller auch unmöglich, einen Eröffnungstermin zu nennen: Wenn der Mieter feststehe, wenn man also wisse, wie viel und was genau man noch zu tun habe, könne und werde man einen Termin nennen.

Ein Eröffnungstermin wurde schon oft genannt

Den freilich hatte man in den vergangenen dreieinhalb Jahren auch schon des öfteren genannt: Erst war das Frühjahr 2018 als Datum genannt, an dem die ersten Filme über die – im November 2019 noch immer nicht vorhandenen – Leinwände flimmern sollten. Dann kam es wegen diverser Änderungswünsche des Investors, die von den Stadträten immer wieder abgesegnet werden mussten, wieder zu Verzögerungen. Danach hieß es, im April 2019 werde Freising endlich wieder „sein“ Kino bekommen. Nächster angepeilter Eröffnungstermin wäre dann der Dezember 2019 gewesen. Daraus wurde nichts, auch weil CineStar absprang. Jetzt sagt man also lieber gar nichts und wartet, bis man Sicherheit hat.

Die Stahlarbeiter sind derzeit mit schwerem Gerät zugange, um den „veredelten Rohbau“ fertigzustellen.

Und das ist gut so. Denn die Inneneinrichtung, beispielsweise der Kassenbereich, ist Sache des Mieters. „Wir dürfen da gar nichts einbauen“, betont Saller. „Wir bieten lediglich einen veredelten Rohbau an.“

Zwei Sätze lassen aufhorchen

Zwei Sätze von Josef Saller lassen aufhorchen. Erstens: „Was können wir dafür, wenn der Mieter abspringt?“ Dem Einwand, dass man doch auch ohne Kündigung von CineStar und ohne Aufhebung des Mietvertrags in zwei oder drei Wochen kaum hätte eröffnen können, kann Saller nichts entgegensetzen. Zweitens: „Verdienen tun wir eh nichts, weil es so lange dauert.“ Zu verstehen sind diese Sätze Sallers nur schwer, weil die Säle und das Gebäude immer wieder mal von Baulärm erfüllt sind. Es wird geflext, gesägt und gehämmert.

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