1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Freising

Nach Filialschließung in der Freisinger Innenstadt: Post hatte willige Bewerber

Erstellt:

Von: Manuel Eser

Kommentare

Vollkommen eingeschlossen von den Baustellen an der Oberen Hauptstraße ist der ehemalige Photo Porst samt Postfiliale. Wie das FT erfuhr, hätte sich ein Bewerber davon nicht abschrecken lassen, allerdings von den Konditionen, die die Deutschen Post ihm stellte.
Vollkommen eingeschlossen von den Baustellen an der Oberen Hauptstraße ist der ehemalige Photo Porst samt Postfiliale. Wie das FT erfuhr, hätte sich ein Bewerber davon nicht abschrecken lassen, allerdings von den Konditionen, die die Deutschen Post ihm stellte. © Lehmann

Freisings OB hat an Immobilienbesitzer appelliert, der Post Räume zur Verfügung zu stellen. Dabei gab es schon Bewerber, wie das FT erfahren hat.

Freising – Seit der Schließung von Photo Porst gibt es keine Post-Filiale mehr in der Freisinger Innenstadt. Die Deutsche Post berichtete, ihre Suche nach einem Betreiber sei bisher erfolglos gewesen. OB Tobias Eschenbacher appellierte an Immobilienbesitzer. Dabei gab es längst willige Kandidaten.

Als Reaktion auf die Aussagen der Post meldete sich die Besitzerin des Gebäudes, in dem bisher Photo Porst untergebracht war. Sie wundere sich über die Aussagen des Unternehmens. „Sie sind inhaltlich haarsträubend. Denn ich habe der Post bereits im Februar angeboten, die Filiale so zu übernehmen, wie sie besteht.“ Das habe der betreffende Betriebsleiter aber abgelehnt, weil man dafür kein Personal habe. „Mir wurde gesagt, dass muss jemand machen, der schon einen Laden hat, und das Postgeschäft nebenbei führt.“

Es gab zwei vielversprechende Bewerber für die Postfiliale

Damit aber endet die Geschichte noch nicht. Denn tatsächlich gab es laut unserer Informantin zwei vielversprechende Bewerber, die an den Räumlichkeiten des ehemaligen Photo Porst interessiert gewesen seien und zugleich ein Ladenkonzept vorgelegt hätten. Beide seien aber von den Forderungen beziehungsweise Bedingungen, die die Post gestellt habe, abgeschreckt worden.

Mit einem der beiden Kandidaten hat das FT gesprochen. Es handelt sich um einen Geschäftsmann, der im Landkreis Mühldorf bereits einen Laden mit angeschlossener Postfiliale führt. „Ich hätte das gern gemacht und hatte auch schon ein Konzept“, sagt er.

„Am Ende sind wir leider nicht zusammengekommen“

Ihn hätte nicht mal die Baustelle an der Oberen Hauptstraße abgeschreckt. Die führt unter anderem dazu, dass derzeit keine Parkplätze vor dem Geschäft existieren, sodass Kunden schon in den vergangenen Monaten Pakete teilweise über längere Strecken schleppen mussten. „Am Ende sind wir leider nicht zusammengekommen“, sagt der Mühldorfer. Vor allem, weil das Angebot der Post finanziell nicht lukrativ gewesen sei. Unter anderem hätte er das Postbank-Geschäft nicht weiterführen dürfen. „Und dann wird es unattraktiv.

Auf den Bewerber angesprochen, erklärte Post-Sprecherin Sonja Radojicic: „Wir freuen uns über jedes Angebot und prüfen sorgfältig, ob es unseren Kriterien entspricht. Das ist leider nicht immer der Fall.“ Sie bestätigte auch, dass die Post letztlich kein Interesse an einem eigens geführten Standort in der Freisinger Innenstadt habe – aus personellen und wirtschaftlichen Gründen.

Post wollte kein neues Personal anstellen

„In Orten, in denen wir von den Vorgaben her vertreten sein müssen, in denen aber kein geeigneter Betreiber für eine Filiale gefunden werden kann, betreiben wir Filialen vorübergehend mit eigenem Personal. Solche Interimsfilialen sind - für die Kunden und auch für uns - keine ideale Lösung, denn sie können meist nicht wirtschaftlich betrieben werden“, erklärte sie.

Beim Verbleib in den Räumen hätte zudem neues Personal angestellt werden müssen. Man sei dennoch bemüht, schnellstmöglich wieder in der Freisinger Innenstadt postalische Leistungen anbieten zu können. Doch weitere Bewerber gibt es derzeit nicht.

Lesen Sie auch:

Bei Starkregen laufen in Moosburg reihenweise Keller voll. Auf Facebook wird deswegen vor allem die Stadt kritisiert. Doch die pocht auf Eigenverantwortung.

Eine Schock-Diagnose hat den damals 15-jährigen Samir vor zwei Jahren kalt erwischt. Langsam kämpft er sich wieder ins Leben. Wer möchte, kann ihm helfen.

Auch interessant

Kommentare