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Seine Saat geht auf: Christian Kramer (r.) hatte die Idee zu Auenweide und Auengarten am Seilerbrückl. Das Nachbarschaftsprojekt, das er ins Leben gerufen hat, ist außergewöhnlich und facettenreich.

Auenweide und Auengarten

Einzigartig in Freising: Nachbarschaftsprojekt bringt Fläche zum Erblühen

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Das gab es in Freising noch nie: Das Nachbarschaftsprojekt Seilerbrückl Auenweide & Auengarten ist das erste Bürgerprojekt, das sich der Artenvielfalt widmet. Und da kommt noch mehr.

Freising – Auf einer Fläche von rund 4000 Quadratmeter zwischen Auenstraße und Seilerbrücklstraße haben Anwohner und Grundstückseigentümer in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband dieses kleine Naturparadies angelegt. Am Freitag wurde das Artenschutz-Projekt offiziell in Gang gesetzt.

Christian Kramer war es, der die Idee zu diesem außergewöhnlichen Projekt hatte. „Auenweide“, so Kramer, heiße es, weil die angesäten Pflanzen eine echte Bienenweide ergäben, wenn ab Juli die Blumen in voller Pracht blühten. Nach der ersten Ansaat im Frühjahr, die der Landschaftspflegeverband zusammen mit einer Fachfirma vorgenommen hatte, sind Säen und künftige Mahd eine gemeinschaftliche Arbeitsleistung der Anwohner, die dadurch nicht zuletzt auch etwas über die Natur lern würden, wie Matthias Maino, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands, am Freitag anmerkte. Er sei „stolz und glücklich, dass das die Bürger selber machen“.

Fläche am Seilerbrückl soll zum Insektenparadies werden

Nach dem Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ sei Ende 2019 die Idee entstanden, auf dieser ungenutzten Grünfläche im Seilerbrückl ein Insekten- und Blühparadies zu schaffen, berichtete Maino. Dabei sei man in den Genuss der Förderung durch die bayernweite Initiative „Natürlich Bayern“ gekommen, der Heideflächenverein Münchner Norden e.V. habe seine Gebietskulisse auf den Landkreis Freising ausgedehnt. Die Heilig-Geist-Spital-Stiftung und eine private Eigentümerin haben die Flächen für diese Zwischennutzung zur Verfügung gestellt.

Der Startschuss zu dem besonderen Bürgerprojekt fiel am Freitag. Da wurde auf dem 4000 Quadratmeter großen Areal am Seilerbrückl ausgesät.

Doch eine Auenweide für die Insekten ist und war den Bürgern im Seilerbrückl nicht genug. Auf rund einem Zehntel der Fläche entsteht ein Gemeinschaftsgarten, in dem Obst und Gemüse wachsen sollen – und zwar in Wechselbeziehung mit der Blumenwiese. Ressourcen-schonende Nutzung der Natur, die passende Kombination von Gemüse und Früchten, dazu Regionalität und Saisonalität – auch der Auengarten erfüllt gleich mehrere Zwecke. Ein echtes Gemeinschaftserlebnis also, das die Anwohner im Seilerbrückl ins Leben gerufen haben.

Die Bürger haben schon weitere Ideen

Und die Bürger denken noch an mehr: Die Bienenweide soll die Basis für weitere Aktionen und Veranstaltungen sein, um Informationen und Wissen rund um Naturschutz und Ökologie zu vermitteln. Sogar ein temporärer Weidebetrieb mit Schafen, Eseln oder Pferden könnte auf dieser Fläche realisiert werden. Ein echtes ökologisches Kleinod mit Vorbildfunktion also, das da im Südwesten der Großen Kreisstadt sprießt und grünt.

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