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„Dann sag ich Jaaaaaaaaaa“: Ludwig Treffer konnte das Lied der Mama bald auswendig singen und hat im Video auch seinen Auftritt.

Schon über 1000 Klicks bei Youtube

Ein Lied, das viele berührt: Duo „RIJO“ nimmt tröstlichen Corona-Song auf

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Es ist ein Lied, das viele Menschen berührt: Rike Mahlberg aus Nandlstadt und Johanna Treffer aus Freising haben einen Corona-Song aufgenommen – und dazu ein zauberhaftes Video veröffentlicht.

Landkreis – Eltern, die mit dem Baby im Gras liegen. Ein junges Paar, das auf der Fläche des Esstisches Pingpong spielt. Eine fröhliche Videokonferenz. Rike Mahlberg (53) aus Nandlstadt hat viele berührende Impressionen aus dem Corona-Lockdown gesammelt und zu einem poetischen Musikvideo zusammengestellt. Gemeinsam mit ihrer musikalischen Partnerin Johanna Treffer (37) aus Freising hat sie dazu einen Song eingespielt und eingesungen. „Ja“ heißt das Lied, das dem Lockdown die positiven Seiten abtrotzt und auf Youtube bereits mehr als 1000 Mal angeklickt wurde.

Lied aus dem Lockdown: Zwischen Wäsche und Kleidung singt Johanna Treffer ihre Passage ins Handy ein.

Das Präludium

„Zu Beginn der Pandemie haben viele schwermütige Videos dominiert“, sagt Rike Mahlberg. „Das wollte ich aufbrechen.“ Dabei geholfen hat ihr ein Song, den sie bereits vor Corona geschrieben hatte. „Ursprünglich ging es in dem Lied darum, den Frust hinter sich zu lassen und in einen neuen Alltag einzutauchen.“ Der „neue Alltag“ kam mit Covid-19 dann schneller als erwartet. Rike Mahlberg schrieb den Text zur bestehenden Melodie komplett um und schickte die Idee an Johanna Treffer. Die beiden arbeiten nicht nur gemeinsam als Lehrerinnen an der Mittelschule Lerchenfeld, sie bilden zusammen mit Gitarrist Krispin Benock auch die Band „RIJO feat. Krispin Benock“.

Das Lied

„Wir schustern uns immer gegenseitig Lieder zu“, berichtet Johanna Treffer. „Kriterium für die Songauswahl ist dann, dass der jeweils andere beim Hören eine Gänsehaut bekommen muss. Dieses Mal hat es mir sogar zusätzlich die Haare aufgestellt.“

„Wir lassen die Gedanken fliegen“: Rike Mahlberg hat den Song „Ja“ nicht nur eingesungen, sondern auch geschrieben.

Weil die beiden coronabedingt nicht gemeinsam aufnehmen können, spielen sich Rike und Johanna die Dateien zu. Die 53-Jährige nimmt den ersten Gesang und den Beat auf. Johanna, Mutter zweier Grundschulkinder, singt daraufhin ihren Part ins Handy ein – zwischen Kleiderstapeln vor dem Schrank sitzend. Schnell steht das Lied.

Das Video

Länger dauert es, das Material für das Video zusammen zu bekommen. Ein erster Aufruf an Freunde und Kollegen erzeugt ein eher maues Echo. „Dann haben wir angefangen, Regieanweisungen zu verteilen“, erzählt Rike Mahlberg und lacht. Das wirkt. „Am Ende hatten wir fast zu viel Material“, sagt Johanna Treffer.

Dreisamkeit: Krispin Benock unterstützt RIJO als Gitarrist, musste sich im Lockdown aber um zwei andere Damen kümmern – Lisa (l.) und Emma.

Zehn Tage am Stück sitzt Rike neben Homeschooling-Verpflichtungen stundenlang am Schnitt. In den Pausen werden dann auch mal die Haare selbst geschnitten, wie im Video ebenfalls zu sehen ist. Am Ende stimmt jedes Detail. Bilder, Musik und Texte harmonieren perfekt. Gezeigt werden Menschen, die aus ungewöhnlichen Umständen das Beste machen – wortwörtlich die Kuh reiten.

„Die Welt mit anderen Augen sehen“: Wer auf einer Kuh reiten kann wie Annika Müller, für den ist der Lockdown höchstens eine Zu-Muh-tung.

Der lebensbejahende Lockdown-Song geht zu Herzen. „Ich habe mich schon gefragt, ob man einen so positiven Song aus der Thematik machen kann“, sagt Rike Mahlberg. „Mir ist bewusst, dass es Menschen gibt, die wegen Corona eine schwere Zeit haben, die Angst um ihre Arbeit haben oder zu Hause eingeengt waren. Aber diese positive Interpretation musste einfach raus aus mir.“

„Hast du gelebt mit allen Fasern?“ Valentin hat den Lockdown zum Häkeln genutzt.

Dabei verschließt das Video durchaus nicht die Augen vor den Schattenseiten von Corona. Zu sehen ist etwa eine Frau, die, weil sie allein ist, Karten mit einer Schweinestatue spielt. Oder drei Schulkinder, die in der Wohnung häkeln, weil sie eben keinen Garten oder Balkon zur Verfügung haben.

Schwein muss man haben: Ramona Zimmermann hatte im Lockdown einen tierischen Partner zum Kartenspielen.

Der Beifall

Für ihre Arbeit sind Rike und Johanna mit viel positivem Feedback belohnt worden. Mehr als 1000 Personen haben das Video bereits angeklickt und gesehen. Etliche User haben sich und ihre Erfahrungen mit dem Lockdown in dem Video wiedererkannt. „Toll gemacht und auch so wahr“, schreibt ein User. „Musik ist eben auch ein Energizer – besonders für uns“, sagt Johanna Treffer. Sie und Rike sind froh, dass sie inzwischen wieder zusammen spielen können. Den Song haben sie am 9. Mai auf Youtube gestellt. An diesem Tag hätte in Freising die Lange Nacht der Musik stattfinden sollen. Auch „RIJO feat. Krispin Benock“ wären aufgetreten, berichtet Rike Mahlberg. „So war das Video ein Lebenszeichen von uns.“

Schwein muss man haben: Ramona Zimmermann hatte im Lockdown einen tierischen Partner zum Kartenspielen.

Gut zu wissen

Mehr Infos zu der Band sind unter www.duo-rijo.de zu finden.

Aktuelles im Landkreis Freising

Es ist ein ganz und gar ungewöhnliches Buch: Unter der Regie ihrer Lehrerin haben Zweitklässler aus Kirchdorf ihre Erlebnisse im Lockdown niedergeschrieben - gnadenlos ehrlich.

Bayerns Innenminister hat des Ende des Corona-Katastrophenfalls festgestellt. Der Landkreis Freising fährt sukzessive zurück - bleibt aber gewappnet.

Den „Backpack“ gibt es in S und L. Er ist ein Segen für alle, die Mund-Nasen-Schutz tragen und dabei mit Brillengestellen und Hörsystemen Probleme haben. Erfunden hat das Ganze ein Nandlstädter.

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