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Mehr als 800 Menschen im Landkreis Freising hat heuer die Grippe erwischt – trotz der Kontaktbeschränkungen. 

820 Erkrankte

Neben Corona fast vergessen: Grippe im Landkreis Freising beschäftigte Ärzte heuer schwer

  • Helmut Hobmaier
    vonHelmut Hobmaier
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In Zeiten von Corona spricht kaum jemand mehr über eine Krankheit, die seit Jahrzehnten grassiert: die Grippe. Doch auch mit dieser Welle waren die Ärzte im Kreis Freising heuer schwer beschäftigt.

Landkreis– 976 Menschen haben sich im Landkreis bisher an Covid-19 infiziert – und 43 sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Monatelang hielt die Bürger die Pandemie in Atem – und keiner sprach mehr über die Krankheit, die in den Wintermonaten seit Jahrzehnten grassiert: die Grippe. 

Corona scheint wesentlich gefährlicher zu sein

Doch auch sie hat in diesem Winter die Ärzte schwer beschäftigt. Wie das Landratsamt Freising auf Anfrage mitteilt, haben die Grippeviren während der Influenza-Saison, die im Herbst 2019 begann und Mitte Mai 2020 endete, fast mit Corona mithalten können – zumindest, was die Zahl der Erkrankten (und Gemeldeten) anbelangt. Demnach gab es heuer im Landkreis 820 Grippefälle, eine recht hohe Zahl, vor allem unter Berücksichtigung der seit März geltenden strengen Hygieneauflagen und Kontaktbeschränkungen.

Was den Verlauf der Krankheit betrifft, scheint Corona aber wesentlich gefährlicher zu sein. Dutzende von Patienten lagen auf der Intensivstation, 43 Menschen starben. Dagegen wurde heuer kein einziger tödlicher Grippeverlauf übermittelt.

Zählweise hat sich verändert

Zum Vergleich: Den 820 Grippefällen von heuer stehen 518 Infektionen in der Saison 2018/2019 und 785 Fälle in der Saison 2017/2018 gegenüber. Allerdings hat sich die Zählweise verändert. Bis Ende 2018 übermittelten die Gesundheitsämter über das LGL ans Robert-Koch-Institut nur Influenzafälle, die man im Labor nachweisen konnte und die auch symptomatisch waren. Seit 1. Januar 2019 reicht allein schon der labordiagnostische Nachweis (ohne Krankheitsbild), um als Grippefall zu gelten. Das hat zur Folge, dass sich die Zahl der gemeldeten Influenzafälle seitdem deutlich erhöht hat. Allerdings gilt auch jeder als „Corona-Fall“, der ohne Symptome positiv getestet wurde. 

Aktuelles im Landkreis Freising

Der Verdacht liegt nahe, dass es in Au schon vor dem sogenannten Patienten Null Corona-Fälle gab. Doch die Bereitschaft, dieser Möglichkeit auf die Spur zu kommen, ist gering. Warum nur?

Mit seinen kostenlosen Coronatests für alle hat Bayern eine bundesweite Kontroverse ausgelöst. Freisings Ärztesprecher Georg Miedl hat dazu eine klare Position.

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