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Der neue Amtsgerichtsdirektor Christian Seiler (l.) mit seiner Vorgängerin Lore Sprickmann Kerkerinck und Peter Küspert, Präsident des bayerischen Verfassungsgerichtshofs und des Oberlandesgerichts München. 

Neuer Chef am Amtsgericht Freising

Ein Direktor „mit Herz und Verstand“

Seit dem 12. Jahrhundert gibt es in Freising die Gerichtsbarkeit. Das neueste Kapitel dieser langen Geschichte wurde gestern aufgeschlagen: Mit Christian Seiler wurde der neue Direktor des Amtsgerichts Freising offiziell eingeführt.

Freising Im Amt, also: im Amtsgericht, ist Christian Seiler schon seit 1. Juni. Doch wie sich das gehört, gab es gestern auch noch einen offiziellen Akt, bei dem Seiler begrüßt und seine Vorgängerin Lore Sprickmann Kerkerinck verabschiedet wurde. Der Ort des kleinen Festaktes mit locker beschwingtem Jazz von Spirit of Swing war gut und passend gewählt, wie der Präsident des Landgerichts Landshut, Heinz-Peter Mair, in seiner Begrüßung sagte: An der Stelle des Pfarrheims von St. Georg habe sich bis zum 17. Jahrhundert das Freisinger Gefängnis befunden, wusste er. Dort hatte sich also gestern nicht nur ein Großteil der 92 Mitarbeiter des Freisinger Amtsgerichts eingefunden, sondern auch Behördenleiter und Vertreter der Stadt Freising und einige Spitzen der bayerischen Justiz.

Freisings Bürgermeisterin Eva Bönig betonte, das Amtsgericht sei trotz seines schwierigen Auftrags „eine der guten Behördenadressen in Freising“. Vize-Landrat Robert Scholz wünschte dem neuen Direktor viel Erfolg und hoffte für dessen Vorgängerin, sie habe viele gute Erinnerungen an ihre neunjährige Dienstzeit in Freising. Der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs und des Oberlandesgerichts München, Peter Küspert, vollzog den Amtswechsel offiziell. Freising, so wusste Küspers mit seinem Blick in die Geschichte Freisings, habe „einen besonderen Status“. Das „Freisinger Rechtsbuch“ aus dem 14. Jahrhundert sei dafür ebenso ein Zeugnis wie „die wirkungsvolle Lage des Amtsgerichts“ oben auf dem Mons doctus neben dem Mariendom. Küspert betonte, dass dieser Stabwechsel anders sei als die meisten anderen. Denn: „Heute wird kein in Ehren ergrauter Direktor in den Ruhestand verabschiedet“, sondern gehe mit Sprickmann Kerkerinck eine „Richterin mit Leib und Seele“, die die erste Chefin eines Amtsgerichts im Bezirk Landshut war. Seit 16. März ist sie Senatsvorsitzende am Oberlandesgericht Landshut.

Ihr Nachfolger, „ein Direktor mit Herz und Verstand“, da war sich Bönig sicher, ist in Burghausen geboren, hat in München Jura studiert, war während seiner beruflichen Laufbahn, die er 1995 begann, unter anderem auch von 2008 bis 2010 schon einmal in Freising als Richter eingesetzt. Seine „Lieblingsmaterie“ sei laut Küspert das Familienrecht. Seiler, verheiratet, Vater zweier Kinder (und Herrchen eines Labrador), sei teamfähig, habe eine sehr positive Ausstrahlung und eine gewinnende Art, lobte der Präsident des Verfassungsgerichtshofs.

Das alles sei notwendig, um eine große Herausforderung dieser Zeit an die Justiz stemmen zu können: „Das Vertrauen der Bürger in den Rechtsstaat wieder zu stärken“ und zu beweisen, dass Recht durch- und auch umgesetzt werde.

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