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Ausgedient hat das aus dem Jahr 1972 stammende Wappen (links) mit dem Bär, der doch ein wenig an einen wilden Hund erinnert. Reichlich geglättet wirkt dagegen das neue Signet (rechts), das im Stadtrat denn auch nicht auf breite Zustimmung stieß, letztendlich aber doch eine hauchdünne Mehrheit fand.

Neues Stadtwappen

Der wilde Bär geht in Ruhestand

Freising bekommt ein neues Stadtwappen. Doch im Stadtrat herrschte alles andere als Einigkeit über das Signet, das nach Ansicht einzelner Räte nun ein „Kinderhopperlbär“ wie aus dem „Kindermalwettbewerb“ ziert. Die Entscheidung war am Ende hauchdünn: 17: 16.

Freising – Die Diskussionen im Finanzausschuss über die neue Version des Freisinger Stadtwappens waren lang und kontrovers. Am Donnerstag nun lag das Thema zur Entscheidung dem Gesamtstadtrat vor. Das Ergebnis: Die erst in der Verwaltung intern, dann im Ältestenrat, dann in den einzelnen Fraktionen erarbeitete und vorgeschlagene Version wird als neues Wappen fungieren. Der Wunsch von Susanne Günther (Grüne), der Stadtrat solle eine Version mit Bär und Rauten finden, hinter der alle Stadträte zu 100 Prozent stehen, blieb ein Wunsch: Mit 17:16 Stimmen votierte der Stadtrat für die neue Version.

Das jetzige Wappen, das aus dem Jahr 1972 stammt, sollte, so der Wunsch von Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, modernisiert werden und dann auch als Grundlage für ein neues Corporate Design des Stadt-Logos dienen. Auch wenn dieses Projekt sicher nicht allerhöchste Priorität genieße, sei das „IsI“-Logo ja nicht mehr das Gelbe vom Ei. Unter Beteiligung zahlreicher Fachstellen war man also zu einer neuen Version des Wappens gelangt, die man jetzt dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorlegte.

Reinhard Fiedler (FSM) fand den Vorschlag „recht gut“, wollte allerdings den Agenturen, die sich um die Gestaltung eines neues Corporate Design bewerben werden, frei stellen, ob sie dieses neue Wappen auch noch „leicht modifizieren“ wollten. Peter Warlimont (SPD) bat darum, diesen Corporate Design-Prozess „nicht aufzublähen“ – und auch die Gläser der Stadt mit dem alten Wappen nicht wegzuschmeißen, wie er scherzhaft anmerkte. Das konnte der OB zusagen: Man werde ja auch das Wappen am Rathaus nicht abschlagen, konterte er humorig. Während Monika Schwind (FSM) prophezeite, man werde nie eine Ausformung des Wappens finden, die allen 40 Stadträten zu 100 Prozent gefalle, hoffte Susanne Günther auf genau das. Denn: „Jeder von uns sollte glücklich damit draußen spazieren gehen.“

Rudolf Schwaiger (CSU) wiederholte seine Aussage aus dem Finanzausschuss, der Vorschlag könne auch aus einem „Kindermalwettbewerb“ stammen. Und Anna Maria Sahlmüller (FDP) sagte, der Bär auf dem derzeitigen Wappen sei „viel schöner“, es sei ein wilder, ein angriffslustiger Bär, nicht so ein „Kinderhopperlbär“ wie auf dem neuen Vorschlag.

Eva Bönig (Grüne) hatte beantragt, man möge die Beschlussfassung zurückstellen, um sich in Form eines kleinen Wettbewerbs von drei oder vier Grafikbüros Vorschläge erarbeiten zu lassen. Der gewählte Vorschlag sollte dann auch Grundlage des neuen Corporate Identity sein. Doch über Bönigs Antrag wurde gar nicht abgestimmt, denn schon der erste Beschlussvorschlag wurde angenommen: Mit 17:16 Stimmen entschied der Stadtrat, das vorgeschlagene neue Wappen zu akzeptieren und auf dieser Grundlage ein Corporate Design erarbeiten zu lassen.

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