Bei der Präsentation des neuen Wandgemäldes unter der Freisinger Hochtrasse (v. l.): Daniel Petanic, Nico Heitz, Kai Hockenberger, Michael Weindl und Philomena Böhme.
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Bei der Präsentation des neuen Wandgemäldes unter der Freisinger Hochtrasse (v. l.): Daniel Petanic, Nico Heitz, Kai Hockenberger, Michael Weindl und Philomena Böhme.

Künstler am Werk

Neues Wandgemälde unter Freisings Hochtrasse: Ein buntes Graffiti für einen „bedrückenden“ Ort

Der Brückenpfeiler zwischen der Freisinger Agentur für Arbeit und der Eishalle erstrahlt in neuem Glanz: Graffitikünstler haben den Ort mit einem neuen Wandgemälde aufgewertet.

Freising – Die Ecke ist bereits für Graffiti bekannt: Zwischen der Freisinger Agentur für Arbeit und der Eishalle findet man den Brückenpfeiler, der nun in neuen Farben strahlt. Das Widerlager war erst einmal 2014 durch den bildenden Künstler und Graffiti-Sprüher Christian Leitna künstlerisch gestaltet und der Ort somit aufgewertet worden. Seine Handschrift begleitete seither Passanten in Richtung Luitpoldhalle – das Werk bekam viel positive Rückmeldung.

Über die Jahre blieb das Graffiti am Brückenpfeiler jedoch nicht unbeschädigt. Die Farbe verblasste, und es wurde viel über das bestehende Kunstwerk geschmiert und getagt. Deshalb war es an der Zeit für einen neuen Anstrich. Da kam die Anfrage von Graffitikünstler Kai Hockenberger genau richtig: Er kam auf den Jugendstadtrat zu und hakte beim Gremium nach, ob er die Wand am Widerlager neu gestalten dürfe.

Sowohl der Jugendstadtrat als auch die Vertreter der Stadtjugendpflege waren begeistert: Somit ist es ihnen erneut gelungen, das Streetart-Projekt durch einen bekannten Künstler zu besetzen. Die vergangene Woche arbeitete Kai Hockenberger gemeinsam mit einem Bekannten, der ebenfalls fest in der Graffiti-Szene verankert ist, unter der Brücke nahe der Luitpoldhalle. Hockenberger ist ein „alter Hase“ in der Szene: Bereits mit 17 Jahren, im Jahr 1987, entdeckte er seine Leidenschaft für das Sprayen. Und obwohl er Anfang 2000 einen gänzlich anderen beruflichen Weg eingeschlagen hat, begleitet den Marzlinger die Kunst des Graffitis bis heute. Am vergangenen Mittwoch trafen sich dann Künstler Kai Hockenberger, Stadtratsmitglieder Nico Heitz und Philomena Böhme, Stadtjugendpfleger Daniel Petanic sowie Jugendstadtrat Michael Weindl vor dem neuen Kunstwerk.

Philomena Böhme zeigte sich besonders begeistert von dem Projekt, an dem Hockenberger gemeinsam mit seinem Graffiti-Kollegen drei Tage gearbeitet hatte: „Es ist so vielfältig, man könnte es wahrscheinlich stundenlang anschauen und entdeckt immer wieder neue Details“, so die junge Stadträtin. Ebenso erklärt sie der Runde, wieso sie ein Fan von Graffitis an Brückenpfeilern oder Unterführungen ist: „Die Kunst nimmt solchen Orten das Bedrückende, wenn man hier durchläuft.“ Kai Hockenberger, in der Szene als „Peso One“ bekannt, merkte an, dass Graffiti nichts für jedermann ist: „So mancher fühlt sich von den einzigartigen Styles erschlagen“, weiß der Künstler.

Auch Stadtrat Nico Heitz bedankte sich im Namen der Stadt nochmal beim Jugendstadtrat und bei Ehrengast Kai Hockenberger: „Das alte Graffiti war nicht mehr schön, aber die Wand einfach grau streichen, wäre auch keine Option gewesen“, sagte Heitz. „Deshalb bin ich froh, dass hier wieder ein frisches Projekt entstanden ist.“ Nun hoffen alle Beteiligten, dass das Graffiti lange unbeschädigt bleibt und sich Freisinger Passanten die nächsten Jahre daran erfreuen können.

Pascale Fuchs

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