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Die Ungarische Kammerphilharmonie.

Fulminantes Neujahrskonzert des Freisinger Tagblatts

Ein Tenor rockt den Asamsaal

Freising - Das Neujahrskonzert 2017 des Freisinger Tagblatts dürfte in die Annalen als jenes eingehen, bei dem ein lyrischer Tenor den Asamsaal „rockte“. Die Ungarische Kammerphilharmonie unter dem Dirigat von Antal Bárnás begeisterte neuerlich das Freisinger Publikum.

FT-Redaktionsleiter Helmut Hobmaier hatte bei der Begrüßung den Mund nicht zu voll genommen, als er den Zuhörern im voll besetzen Asamsaal einen bunten Strauß „feinster Melodien“ versprach. Er dankte gleichzeitig den Besuchern, die mit ihrem Eintritt die Aktion „Menschen in Not“ des Tagblatts unterstützten. Einen Dank richtete der Redaktionsleiter auch an die Sponsoren, ohne die ein solches Benefizkonzert kaum möglich wäre: FMG, Sparkasse, Stadt Freising, Druckerei Lerchl und das Hotel Am Klostergarten. Die Schallmauer von 100 000 Euro an Spenden habe man bereits geknackt, freute sich Hobmaier.

Rolf Baerwald führte im Stil des klassischen Conférenciers durch den Abend und wusste mit so manchem Anekdötchen zu den Komponisten das Publikum zum Schmunzeln zu bringen. Dann legte Maestro Antal Bárnás los. Mit Wolfgang Amadeus Mozarts (1746-1791) Ouvertüre zu Figaros Hochzeit ließen die Kammerphilharmoniker von Anfang an keinen Zweifel an ihrem hohen musikalischen Anspruch. Aus dem „Barbier von Sevilla“ von Gioachino Rossini (1792-1868) und der Arie „Una voce poco fa“ hatte dann die Sopranistin Katerina Beranova ihren ersten Auftritt. Ihr Ehemann, der lyrische Tenor Claus Durstewitz, interpretierte anschließend „Torna a Surriento von Ernesto De Curtis (1875-1937). Mit dem „Schwalben-Duett“ aus der „Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán (1882-1953) begeisterte das Duett das Freisinger Publikum. Vor der Pause waren dann noch die Straußens an der Reihe mit der „Bauernpolka“ und dem wunderbaren „Lagunenwalzer“ von Johann Strauß Sohn (1825-1899).

Fulminant dann der Auftakt zum zweiten Teil mit der Ouvertüre zur „Gräfin Mariza“ von Emmerich Káhlmán, ehe Katerina Beranova aus „Romeo et Juliette“ das Lied „Je veux vivre“ von Charles Gounod (1818-1893) zum Besten gab. Dann der Auftritt von Claus Durstewitz mit dem Gassenhauer „Granada“.

 Hier lieferte der lyrische Tenor ein breites Spektrum seines Stimmvermögens ab und sang sich – herabgestiegen von der Bühne – endgültig in die Herzen der Zuhörer. Er animierte gar zum Mitsingen, was auf den Plätzen gerne angenommen wurde. Dann nochmal das Duett Beranova/Durstewitz mit „Tanzen möcht ich“ aus der „Csardasfürstin“, das mit tosendem Applaus, bis zur Zugabe, verabschiedet wurde.

Als der Walzer aller Walzer, „An der schönen blauen Donau“ erklang, erwies sich Tenor Durstewitz als gewiefter Animateur. Er schnappte sich Christina Brosch-Hobmaier zum Walzertanzen vor der Bühne, nämliches machte Katerina Beranova mit Redaktionsleiter Helmut Hobmaier. Daraus entwickelte sich ein munteres Tänzer- und Tänzerinnen-Wechselspiel – ein beim Neujahrskonzert bisher nicht gekannter Anblick. Das obligatorische Mitklatschen beim Radetzkymarsch beendete das offizielle Neujahrskonzert. Aber mit den Zugaben hatte Antal Bárnás nochmal nachgelegt. Zunächst war Johannes Brahms Ungarischer Tanz Nr. 2 an der Reihe, ehe Luszla Njar mit einer Komposition von Niccola Paganini virtuos mit seiner Violine den „Teufelsgeiger“ gab.

Mit dem Duett „Time to Say Goodbye“ ging im rauschenden Beifall ein Neujahrskonzert zu Ende, von man noch lange reden wird.

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