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Schwieriges Pflaster: OB Tobias Eschenbacher versuchte den Neustifter Bürgern Hoffnung zu machen, dass die Ostumfahrung den Verkehr entzerren werde. 

Stadt soll „klare Kante“ zeigen

„Kommen nicht mehr aus Einfahrt raus“: Neustifter machen Unmut über Verkehr Luft

Die Anwohner im Freisinger Steinpark ärgern sich seit Jahren über die Verkehrssituation vor Ort. In der Neustifter Bürgerversammlung machten sie nun ihrem Ärger Luft.

Freising – Die Beschwerden reißen nicht ab: Seit Jahren ärgern sich die Anwohner im Freisinger Steinpark über Autofahrer, die ihre Fahrzeuge am Rande des Wohngebiets abstellen und damit regelmäßig die Parkzonen blockieren. Man wünsche sich eine härtere Gangart gegen Parksünder. Das wurde in der Bürgerversammlung im Freisinger Stadtteil Neustift teilweise sogar recht lautstark gefordert.

Verwaltung soll „klare Kante“ zeigen

Die Fahrzeuglenker würden immer dreister, beschwerte sich eine Anwohnerin der Carl-Dettenhofer-Straße. Zum Einkaufen werde nicht das kostenlose Parkhaus genutzt, sondern die Fläche am Imma-Mack-Platz. Besonders schlimm sei die Situation, wenn dort Flohmärkte stattfinden. „Wir kommen dann nicht mehr aus unserer Einfahrt raus“, sagte die Frau. Auch für den Rettungsdienst, den Schneepflug oder die Entsorgungsfahrzeuge sei die Situation untragbar. Die Verwaltung im Rathaus müsse endlich „klare Kante“ zeigen, schimpften die Anwesenden.

Man werde sich des Problems annehmen, versprach Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher. Dass die städtische Verkehrsüberwachung konsequent vor Ort sein und kontrollieren müsse, sei ihm bewusst. Eine härtere Gangart wünschte sich jeodch eine weitere Anwesende: „Über das Bußgeld lachen doch die meisten.“ Besser wäre es, die Autos abzuschleppen. Doch das sei nicht so ohne weiteres möglich, meinte Eschenbacher.

Anwohner fürchten den Bau der Steinpark-Schule

Mit dem Bau der Steinpark-Schule – einer Grund- und Mittelschule mit Mensagebäude – werde sich wohl die Situation zuspitzen, befürchteten die Anwohner. Einen Vorgeschmack habe man schon bekommen: Seit Monaten sei bereits die Ausfahrt im Süden gesperrt. Über den Kreisel im Norden der Mainburger Straße zu fahren, sei keine Alternative. „Wer stellt sich morgens schon freiwillig zehn Minuten in den Stau?“, lautete der allgemeine Tenor.

Dass die Situation nach Fertigstellung der Ostumfahrung leichter werde, wie der Oberbürgermeister vermutete, konnten die Anwohner nicht glauben. In der Boomregion der Stadt Freising müsse man dem Siedlungsdruck hinterherkommen, stellte er zudem heraus. Alle zwei Jahre etwa werde eine neue Planung für Kindertagesstätten auf den Weg gebracht. Mögliche Standorte – nach der Fertigstellung der Kita am Wendelsteinring – gebe es in Lerchenfeld und am Seilerbrückl.

Kritik kam von den Bürgern auch zum verkehrsberuhigten Bereich an der General-von-Nagel-Straße. Die Autofahrer zeigten wenig „Unrechtbewusstsein“, monierte ein Mann. Vor allem „fremde Kennzeichen“ seien oft zu sehen. Das liege vielleicht an der wenig signifikanten Beschilderung, meinte eine Frau.

OB in Sachen 3. Startbahn zuversichtlich

Was getan werde, um die Stadt fahrradfreundlicher zu machen, sprach Eschenbacher an. Entlang der Hochtrasse an der Isarstraße würden demnächst die Brückenkappen erneuert, sodass der Radweg breiter werde. Das Mobilitätskonzept der Stadt sehe zudem Radrouten entlang der Kammergasse und der Mainburger Straße vor.

In Sachen 3. Startbahn zeige sich OB Eschenbacher zuversichtlich. In Zeiten der aktuellen Klimadiskussion werde das wohl „nicht mehr angepackt“. Das wäre kontraproduktiv. „Da traut sich kein Politiker mehr ran.“ Maria Martin

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