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Das Gesicht der Islamischen Gemeinde Freising ist seit langem Ismet Ünal (l.), der jetzt von OB Tobias Echenbacher mit der Stadtmedaille ausgezeichnet wurde.

Oberbürgermeister ehrt engagierte Bürger

Fünf Glücksfälle für Freising

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
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Die Stadt wollte „ein Signal setzen“, wie es OB Tobias Eschenbacher ausdrückte. Ein Signal, das zeige, dass Wertschätzung unabhängig davon sei, „ob eine Person aus Itzling, Ingolstadt oder Izmir stammt“. Und auch deshalb war die Verleihung der Stadtmedaille an Ismet Ünal am Dienstagabend bei einer Feierstunde im Rathaus ein besonderer Augenblick: Bürgersinn, so das Stadtoberhaupt, kenne keine Nationalität, Religion oder Hautfarbe, sondern „nur Menschen, die ihr Herz am rechten Fleck haben“.

Freising – So wie Ünal. Zwei Jahrzehnte lang war er das Gesicht der Islamischen Gemeinde in Freising – ob als Vorstand oder Sprecher, ob mal im Hintergrund oder auch im Vordergrund, als es galt, nach dem Einsturz des Gebetshauses an der Erdinger Straße sechs Jahre lang eine neue Moschee zu finden. Dass Freisinger Muslime heute inmitten von Freising ihren Glauben praktizieren können, das sei Ünals Beharrlichkeit, Überzeugungskraft und dem Vertrauen in seine Person zu verdanken, würdigte Eschenbacher. Ismet Ünal – einer, der das Miteinander nicht nur propagiere, sondern auch persönlich lebe, einer, der sagt, Freising sei seine „erste Heimat“, einer, der als Person für den interkulturellen Dialog stehe, einer der vorgemacht habe, „wie man sich integriert und geschätztes Mitglied einer Gesellschaft wird, ohne die eigene Identität aufzugeben“. Und einer, der als Sprecher der Agenda 21-Projektgruppe Migration weiter aktiv sei – im Dienste der Integration.

Mit Herz und Leidenschaft sind sie bei der Sache: Joseph Popp (Tierschutzverein Freising), Peter Lankes (Theaterverein Pulling) und Anna Sperrer (Laienbühne Freising). Nicht auf dem Foto ist Josef Klement vom Theaterverein Pulling. Fotos (2): Lehmann

Doch nicht nur Ismet Ünal wurde am Mittwochabend im Rathaus geehrt. Auch vier weitere Vereinsfunktionären wurde eine verdiente Auszeichnung zuteil: Da war Anna Sperrer, seit 2006 Kassiererin der Laienbühne Freising, aber nicht nur deshalb ein „Glücksfall“, „das Beste, das dem Verein passieren konnte“ und „eine unverzichtbare Stütze“. Sie sei „der gute Geist, der stets zur Stelle ist“.

Mit Peter Lankes und Josef Klement wurden zwei weitere Ehrenamtliche geehrt, die sich dem Theater verschrieben haben: Beide gehören zum Theaterverein Pulling, sind dort hinter den Kulissen aktiv – Lankes, der seit 40 Jahren per Hand bei jeder Vorstellung den Vorhang auf- und zuzieht, Klement, der seit 25 Jahren die Abendkasse bei den Veranstaltungen erledigt – selbstverständlich vertrauenswürdig und korrekt.

Und dann war da noch Joseph Popp, seit zehn Jahren Vorsitzender des Tierschutzvereins Freising, der Mann, der als „Chefbettler“ und mit unermüdlicher Energie den Bau des Tierheims bei Mintraching vorangetrieben habe und der nicht nur Mut, Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen, sondern vor allem auch „ein großes Herz“ habe, so der OB. Alle Geehrten seien mit Leidenschaft und Herz bei der Sache, seien dafür verantwortlich, dass Freising ein Ort sei, „an dem wir gerne leben und mit dem wir uns identifizieren“, sagte Eschenbacher. Das war Auszeichnung, Urkunde und Medaille wert – und ein leckeres Büfett. 

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