Wimbledon-Siegerin und Ex-Graf-Rivalin mit nur 49 Jahren gestorben

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Der Chef selbst übernahm eine der zahlreichen Führungen durch das Landratsamt: Landrat Josef Hauner.Gleixner

Tag der Offenen Tür

Blick hinter die Kulissen des Landratsamts

Freising - Seit 30 Jahren wird im Neustifter Kloster Politik gemacht und der Landkreis verwaltet. 30 Jahre, in denen das altehrwürdige Gebäude vier Landräte erlebt und unendlich viele Klienten gesehen hat. 30 Jahre, die der Bevölkerung am Samstag einen Tag der offenen Tür bescherten.

Normalerweise hat Landrat Josef Hauner kein Problem damit, rund 600 Mitarbeiter und 70 Kreisräte sozusagen im Zaum zu halten. Das isat der Chef des Landratsamts gewohnt. Am Samstag stellte sich Hauner aber einer neuen Aufgabe, die durchaus eine Herausforderung für seine Führungsqualitäten war: Hauner übernahm eine der Führungen durch das Landratsamt, die beim Tag der offenen Tür angeboten wurden. Sechs Stunden lang mutierten am Samstag die Gebäude in Neustift zu einer Art summendem Bienenstock, in dem und um den herum es nur so wuselte. Zahlreiche Bürger wollten den großen Sitzungssaal mit den Rokoko-Stuckaturen von Franz Xaver Feichtmayr und die einzelnen Amtsstuben sehen. Immerhin wird in denen ja von Politikern und Verwaltungskräften über ihr Wohl und Wehe entschieden. Und: Ja, auch ein Blick in das Allerheiligste, in das Büro des Landrats, in dem bis 1803 noch die Äbte des Prämonstratenserordens residiert hatten, war erlaubt. Manch einer hatte freilich etwas Scheu, den Raum zu betreten, linste nur kurz durch die Tür und nickte dann anerkennend. „Was ist denn das für eine Luftballonveranstaltung?“, wollte ein unbedarfter Passant wissen. Die Antwort: 30 Jahre Landratsamt im Kloster Neustift. Hätte er sich in den Altbau begeben, hätte er bei einer Diashow sehen können, wie das damals war bei der Sanierung, dem Um- und dem Neubau auf dem Gelände, auf dem bekanntlich vor den Verwaltungskräften schon von 1142 bis 1803 Mönche, von 1803 bis 1905 Soldaten und von 1906 bis 1980 Mitarbeiter einer Tuchfabrik gewirkt und gearbeitet hatten. Hätte sich der Passant auf das Areal begeben, dann hätte er die Verwaltung und ihre Aufgaben kennengelernt, Führungen durch das Amt und durch die gerade frisch sanierte Pfarrkirche St. Peter und Paul mitmachen können. Hätte er sich Zeit genommen, hätte er auch eine ganze Reihe von Ausstellungen besuchen oder beim Anblick von Rechen- und Schreibmaschinen aus längst vergangenen Jahrzehnten schmunzeln können. Oder er hätte sich einfach mal zwischen den Luftballons auf eine der Parkbänke oder Steinmäuerchen setzen können, um eine der zehn musikalischen Auftritte zu genießen oder einem Grabungstechniker zuzusehen, wie der in Steinzeitmanier mit dem Feuerstein hantiert und Pfeilspitzen und Faustkeile herstellt. Auch Brotzeit machen und einen Kaffee schlürfen konnte man natürlich. Um alles zu sehen, um alles zu erleben, dazu reichten am Samstag auch sechs Stunden nicht aus. Denn nicht nur das Landratsamt mit seinen 26 Sachgebieten und seinem Aufgabenspektrum von A wie Abfall bis Z wie Zulassung wollte sich und seine Rolle als Dienstleister präsentieren. Auch Feuerwehr, THW und BRK demonstrierten, was sie können – und der Archäologische Verein zeigte, was alles in seinem Depot schlummert. Die Kinder durften schließlich in der Bimmelbahn eine kleine Runde im Klostergarten drehen, die Großen eine Probefahrt mit einem Elektroauto wagen. Und wer ganz großes Glück hatte, der gewann bei einer Verlosung einen Praktikumsplatz im Landratsamt. Oder er kam gerade zur rechten Zeit zum Fotoshooting mit Landrat Josef Hauner. Auch das war so eine neue Herausforderung für Hauner, die er aber ebenso wie die Führung ganz souverän meisterte.

Andreas Beschorner

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