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Der markante achteckige Turm der an das Diözesanmuseum angebaut ist und den Abort beherbergte, wird im Rahmen des Umbaus abgerissen. 

Das Oktogon auf dem Domberg wird abgerissen

Ein Wahrzeichen ist bald Geschichte

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Geht es nach dem Bauausschuss, wird das Oktogon im Rahmen des Umbaus des Diözesanmuseums geschleift. Doch noch liegt eine Petition zum Erhalt des achteckigen Turms im Landtag. Der Beschluss der Stadträte dürfte allerdings die Weichen gestellt haben.

Freising– Seit vier Jahren ist das Diözesanmuseum geschlossen, seit dem Architektenwettbewerb Mitte 2015 laufen die Gespräche für den Umbau. Dabei, so erklärte Christoph Spieß vom Bauamt gestern den Stadträten, seien drei Punkte besonders diskutiert worden: die Fassadengestaltung, das nun vorgesehene Dach, das über das bestehende gestülpt wird, und der Abbruch des Oktogon – jenes sechs Jahre nach Errichtung des Gebäudes (also 1876/1877) angebauten Turms, der den Abort beherbergte. Aus Freising – vor allem vom Historischen Verein und Stadtheimatpfleger Norbert Zanker – kam Widerstand gegen den Abbruch. Begründung: Das Oktogon präge das Stadtbild.

Doch die Planer, das Erzbischöfliche Ordinariat und schlussendlich auch das Landesamt für Denkmalpflege kamen zu dem Schluss, dass man das Oktogon durchaus abreißen könne. Zitat des Landesdenkmalamts: Man könne dem Abbruch des oktogonalen Anbaus zustimmen, „da seine Bedeutung insbesondere in der Geschichte der Hygiene liegt und nicht in seiner architektonischen Qualität“.

Auch wenn der Bauausschuss gestern am Ende mit 10:4 Stimmen dem Bauantrag der Erzdiözese Grünes Licht erteilte, tat man sich mit dieser Entscheidung schwer.

Robert Weller (FW) fand die Planung zum Umbau des Gebäudes eigentlich „wunderschön“. Dass man aber – auch aus fachlicher und denkmalpflegerischer Sicht – dem Abbruch des Oktogons zustimme, das finde er „bedenklich“. Und die Begründung, man strebe „ein geliftetes Bild des Dombergs“ an, könne er nicht nachvollziehen. Man müsse sich schon vergegenwärtigen, dass man mit diesem Beschluss „Geschichte schreibt“. Wellers Meinung teilten Rosemarie Eberhard (Grüne) und Ulrich Vogl (ÖDP): Die Bürger seien „irritiert“, so Vogls Erfahrung. Und auch in seinen Augen wäre es eine Fehlentscheidung, das Oktogon abzureißen. Für den Erhalt des Anbaus setzte sich auch Manfred Drobny (Grüne) ein: Die Erdiözese habe eine besondere Verantwortung gegenüber dem Denkmalschutz. Er sehe keine zwingenden Gründe, den Turm zu schleifen.

OB Tobias Eschenbacher betonte hingegen, es gebe juristisch keine Begründung, den Bauantrag samt Abriss des Turms abzulehnen. Vor allem: Ein umgebautes Diözesanmuseum ohne Turm komme dem ursprünglichen Originalzustand viel näher als ein Haus mit Turm. Sollten die Stadträte den Bauantrag ablehnen, wäre er gezwungen, den Beschluss zu reklamieren. Doch so weit kam es nicht. Rudolf Schwaiger (CSU) tat sich auch schwer, votierte aber für den Abriss, weil dadurch Platz für ein Café und ein Restaurant geschaffen werde. Und Karl-Heinz Freitag (FW) argumentierte, wenn sich die Kirche schon erneuern wolle, dann sei es besser, „mehr alte Zöpfe, also: Türme, abzuschneiden“.

Die letzte Hoffnung der Freunde des Oktogons ist also der Petitionsausschuss des Landtags, der wohl am 11. Oktober über den Antrag von Zanker beraten wird.

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