Digitales Angebot: Ab Montag dürfen die Menschen im Freistaat Ware online oder telefonisch ordern und in den Läden abholen. Symbolbild: Paul Zinken/dpa
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Digitales Angebot: Ab Montag dürfen die Menschen im Freistaat Ware online oder telefonisch ordern und in den Läden abholen. Symbolbild

Online bestellen, im Laden abholen

Ein Klick, der Erleichterung bringt: Freisings Einzelhändler sind froh über Click&Collect-Regelung

  • Magdalena Höcherl
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Online bestellen, im Laden abholen: Das ist ab Montag in Bayern möglich - trotz neuer Lockdown-Verschärfungen. Freisinger Einzelhändler sind erleichtert.

Freising – Jetzt also doch: Das sogenannte „Click & Collect“, sprich Waren online beziehungsweise am Telefon zu bestellen und im Laden abzuholen, ist ab Montag auch im Freistaat erlaubt. Die Einzelhändler in der Gegend sind erleichtert – sorgen sich aber trotzdem um die Zukunft.

„Warum wir geschlossen haben müssen, verstehe ich nicht“

„Dass neben unserem Lieferdienst jetzt auch ein Abholservice erlaubt ist, ist eine gute Nachricht“, sagt Isolde Köckeis, Inhaberin des Modegeschäfts Maximilian an der Oberen Hauptstraße in Freising. Sie und ihre Mitarbeiterin machten gerade ohnehin Inventur, seien also täglich im Laden. „Von 10 bis 15 Uhr kann dann Ware abgeholt werden.“ Kundinnen könnten sich entweder über die Website mymaximilian.com oder telefonisch melden oder einfach vor dem Schaufenster stehen bleiben, um Kleidungsstücke auszuwählen und zu bestellen. Sich jetzt umzusehen, würde sich lohnen: „Wir haben gerade Winterschlussverkauf“, sagt Köckeis.

Obwohl die Click & Collect-Regelung zumindest „ein Schritt in die richtige Richtung“ sei, „wäre es natürlich besser, wenn wir normal offen hätten“, betont die Inhaberin. Sie nimmt die Politik in die Pflicht: „Wir verzeichnen keine Ansteckungen im Einzelhandel. Warum wir geschlossen haben müssen, verstehe ich nicht. Daher wollen wir zumindest Unterstützung bekommen.“

Viele wollen Waren gern selbst abholen

Dass Abhol-Angebote nun erlaubt sind, sei erfreulich, sagt auch Richard Grimm vom gleichnamigen Haushaltswarengeschäft an der Oberen Hauptstraße. „Wir müssen dann nicht mehr alles und jede Kleinigkeit liefern. Viele wollen auch gerne selbst ihre Sachen abholen. Zum Beispiel, wenn daheim etwas kaputtgeht und die Leute schon ganz genau wissen, was sie brauchen“, erklärt der Inhaber.

In dem Familienbetrieb gibt es dieser Tage eine Premiere: „Wir machen gerade Inventur, wie immer um diese Zeit. Diesmal aber zum ersten Mal bei geschlossenem Laden“, sagt Grimm. Der Betrieb sei zwar runtergefahren worden, die Mitarbeiter in Kurzarbeit. Trotzdem gebe es noch einiges zu tun. Neue Ware müsse geordert werden, außerdem sei es an der Zeit, die Weihnachtsartikel auszutauschen. „Wenn wir im Februar hoffentlich wieder aufmachen dürfen, will keiner mehr Christbaumkugeln sehen, sondern vielleicht eher Osterhasen.“ Richard Grimm erinnert sich an den Beginn der Pandemie: „Da mussten wir zu Ostern zusperren. Ich hoffe, dass wir die Hasen heuer verkaufen dürfen.“

Entspannung für den Boten

Trotz Lockdown viel verkaufen kann Jutta Ederer, Leiterin der Filiale von Bücher Pustet in der Freisinger Innenstadt. Dass ab Montag Kunden nun bestellte Bücher und Co. selbst abholen können, erleichtere die Arbeit ein Stück weit. „Wir haben genug zu tun, das Telefon klingelt oft. Die Leute lesen viel, sie haben ja auch Zeit“, sagt Ederer.

Bislang bietet die Buchhandlung einen Lieferdienst an, der auch weiterhin bestehen bleiben soll. „Der Kollege ist wirklich gut unterwegs, alle ein bis zwei Tage macht er eine sechsstündige Tour“, berichtet die Filialleiterin. „Für ihn wird es ab Montag sicher entspannter.“

Trotzdem gebe es genug zu tun: Aufgrund von Kurzarbeit seien derzeit maximal drei Kollegen im Laden, die die Bestellungen bearbeiten. Rechnungen schreiben, Etiketten adressieren, Ware verpacken: „Der Aufwand für ein Buch ist jetzt natürlich mehr, als wenn man es nur über die Kasse ziehen muss“, sagt Jutta Ederer. „Wir haben gut zu tun – und das ist gut.“ Sie betont aber: „Wir freuen uns über jede Bestellung.“ Und: „Diesen Lockdown werden wir schon gut über die Bühne bringen.“

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