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Zusammen mit den Seelsorgern hat Pfarrer Mariasoosai Arulandu in Neustift „ein gutes Team“ gebildet, wie er sagt. Der Höhepunkt seiner Zeit in Freising war der Abschluss der Kirchenrenovierung. 

Er kehrt zurück nach Indien

„Es waren erfüllende Jahre hier“: Pater Soosai verlässt Neustift nach zwölf Jahren

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Nach zwölf Jahren verlässt Pater Soosai den Pfarrverband Neustift und Freising. Doch wann er in seine Heimat Indien zurückkehren kann, ist wegen der Corona-Pandemie ungewiss.

Freising – Bis zu seinem Tod, so sagt er, wollte er nicht bleiben. Schon als er nach Freising kam, um in Neustift die Tradition der Prämonstratenser im ehemaligen Kloster im Ost von Freising fortzusetzen, war es der Vorsatz von Mariasoosai Arulandu, nach zehn oder zwölf Jahren Neustift wieder zu verlassen. Jetzt ist es so weit: Ende Mai verabschiedet sich der 43-jährige Pfarrer aus Indien vom Pfarrverband und von Freising.

Pater Soosai, wann und von woher sind Sie nach Freising gekommen?

Am 31. Juli 2008 bin ich als Kaplan hierher gekommen – und zwar mit dem Intercity aus Rom.

„Es waren schöne, erlebnisreiche und erfüllende Jahre“

Jetzt naht der Abschied. Fällt er Ihnen schwer?

Ja, das ist schon nicht leicht. Und auch wenn es meine eigene Entscheidung war, Freising zu verlassen, fällt mir der Abschied schwerer, je näher der Termin rückt.

Was waren die schönsten Erlebnisse während Ihrer Zeit in Neustift?

Schön war zum einen, als ich im Jahr 2012 die Leitung der Pfarrei St. Peter und Paul übernehmen durfte, und als zwei Jahre später auch noch St. Martin Marzling, St. Laurentius Haindlfing und St. Michael Tüntenhausen dazukamen, aus denen dann 2014 der Pfarrverband gegründet wurde. Zusammen mit dem Pastoralreferenten und dem Kaplan, auch mit den Seelsorgehelfern, haben wir in diesen Jahren ein gutes Team gebildet, die Zusammenarbeit war schön. Höhepunkt war aber sicherlich im Jahr 2017 der Abschluss der Kirchenrenovierung in Neustift mit der Altarweihe durch unseren Kardinal. Acht Jahre hatte die Renovierung gedauert, und ich bin froh und stolz, diese Zeit und das Ende des Projekts miterlebt zu haben. Ein schönes Erlebnis war auch, als 2017 die Pfarrei Neustift 125 Jahre alt wurde. Es waren schöne, erlebnisreiche und erfüllende Jahre hier.

Wie waren die Gläubigen in Neustift? Wurden Sie gut aufgenommen?

Das sind alles sehr, sehr freundliche und liebenswürdige Menschen. Ihnen tut es freilich weh, dass die Pfarrei nach meinem Weggang die Eigenständigkeit verliert, dass es keinen Pfarrer mehr vor Ort gibt. Weil es also keinen Nachfolger für mich gibt, übernimmt nun Monsignore Peter Lederer als Oberhaupt der neu zu gründenden Stadtkirche auch den Pfarrverband Neustift.

„Deutsch ist wirklich eine schwere Sprache“

Ist es Ihnen schwer gefallen, Deutsch zu lernen?

Ich war die drei Jahre zuvor in Italien und habe dort Italienisch gelernt. Und jetzt weiß ich: Deutsch ist wirklich eine schwere Sprache. Aber es zu lernen hat mir Freude bereitet. Mir gefällt, dass man sich auf Deutsch sehr genau und präzise ausdrücken kann.

Hatten Sie in Ihrer Freisinger Zeit jemals Sehnsucht nach Indien?

Schon als ich vor fast zwölf Jahren hier angefangen habe, war es mein Vorsatz, dass ich nicht bis zu meinem Tod hierbleiben möchte. Es ist inzwischen bei Pfarrern auch üblich, dass sie nach zehn oder zwölf Jahren die Pfarrei wechseln. So kommt frischer Wind in die Pfarreien, neue Ideen und neue Gedanken. Und ich denke, das ist gut für den Glauben, gut für die Gemeinde und auch gut für mich.

Die Rückreise nach Indien „kann noch Monate dauern“

Und jetzt geht es zurück in Ihre Heimat Indien?

Eigentlich war das mein Plan. Ob es mir gelingt, weiß ich noch nicht. Schuld ist die Corona-Pandemie. Ich habe mich für das Rückholprogramm der indischen Regierung angemeldet, aber ob und wann das klappt, weiß ich nicht. Die Plätze werden nach Dringlichkeit vergeben. Das kann ganz schnell gehen, kann aber auch noch Monate dauern. Und wegen der Corona-Krise kann ich mich leider auch nicht – anders als geplant – mit einem Festgottesdienst von den Gläubigen verabschieden.

Aber so lange dürfen Sie schon noch in Neustift wohnen?

Ich werde Ende Mai auf jeden Fall von hier wegziehen. Entweder klappt es mit dem Flug nach Indien oder ich werde im Prämonstratenser-Kloster Speinshart bei Weiden wohnen. Mit Freunden und guten Bekannten, die ich hier in Freising gewonnen habe, werde ich aber weiterhin in Kontakt bleiben.

„Vergelt’s Gott“: Pater Soosai hat Glaubensfunken entfacht

Vor zwölf Jahren ist Mariasoosai Arulandu, OPraem, bekannt als Pater Soosai, nach Neustift gekommen. Seinen Abschied jetzt konnte er aufgrund der Corona-Krise nur in Etappen feiern. So fand in einem Abendgottesdienst am Donnerstag vor einer Woche die offizielle Verabschiedung durch den Pfarrverband statt. Die Pfarrverbandsratsvorsitzende Brigitte Knoepffler würdigte den Prämonstratenserpater, dankte ihm für seinen Einsatz und sein Engagement als Pfarradministrator. Er sei mit den Gläubigen ein Stück ihres Glaubensweges gegangen. Es sei ihm auch wichtig gewesen, dass die Pfarreien ihre Eigenständigkeit behalten. Darüber hinaus sei es Pater Soosai sehr gut gelungen, sich auf bayerische Traditionen einzulassen, was er nicht nur beim Schafkopfen unter Beweis gestellt habe. Die Gottesdienstbesucher erhoben sich schließlich von ihren Plätzen und spendeten lange Applaus. 

Am Sonntag darauf verabschiedete sich die Pfarrei St. Peter und Paul von Pater Soosai. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Bernhard Meindl sprach ihm für sein segensreiches Wirken ein herzliches „Vergelt´s Gott“ aus. Er habe eine Ära geprägt und Glaubensfunken entfacht, die in den Menschen fortwirken würden. Pater Soosai selbst betonte noch einmal, wie wohl er sich in Freising gefühlt habe. Sicherlich habe er auch mit Schwierigkeiten kämpfen müssen, doch das würde zum Leben dazugehören. Außerdem würden die positiven Erfahrungen bei Weitem überwiegen. Die Gläubigen in Marzling in der Pfarrkirche St. Martin hatten bereits an Christi Himmelfahrt und haben am Sonntag noch einmal die Gelegenheit, sich von Pater Soosai zu verabschieden.

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