Dreimal pro Jahr ist das Team des Pfarrer-Nikolaus-Reichl-Werks im Landkreis unterwegs, um das vor den Haustüren abgelegte Altpapier einzusammeln. privat

Das Pfarrer-Nikolaus-Reichl-Werk sammelt wieder

Wie aus Altpapier eine Schule wird

Freising - Papier gehört nicht in die Restmülltonne – das will das Pfarrer-Nikolaus-Reichl-Werk (PNRW) den Bürgern ins Gedächtnis rufen. Denn der Gewinn aus den Sammlungen kommt hier bedürftigen Menschen auf der ganzen Welt zugute. Am Samstag ist das PNRW-Team wieder unterwegs.

Papier zu entsorgen, ist oftmals gar nicht so einfach: Viele der öffentlichen Altpapiercontainer sind abgezogen worden – und der Weg zum nächsten Container ist oft sehr weit. Wer sich keine kostenlose Tonne bei der Firma Heinz anschaffen will und Wert darauf legt, eine wohltätige Organisation zu unterstützen, kann freilich das Papier auch eine Zeit lang sammeln – bis das PNRW wieder seine Sammelaktion startet. Dreimal im Jahr (März, Juni und Oktober) ziehen die Mitglieder von Haus zu Haus und sammeln das Altpapier ein. Am Sammeltag fahren landwirtschaftliche Fahrzeuge durch die Straßen und laden die auf dem Bürgersteig zu Bündeln zusammengelegten Zeitungen, Zeitschriften und Werbung auf. Pro Jahr werden drei Sammlungen angeboten, da das Papier ja im Haushalt gelagert werden muss. Wer diesen Platz zuhause nicht hat, für den bietet das PNRW eine Alternative. Im Landkreis stehen fünf große Container, in dem man das ganze Jahr Papier einwerfen kann. Die stehen in Moosburg (Neue Industriestraße 9, Firmengelände Transa), in Marzling (Abfahrt B11, Richtung Straßenmeisterei, 200 Meter vor dem Wertstoffhof), in Langenbach (vor der Freisinger Bank), in Haag an der Amper (vor dem Bauhof, Plörnbacher Straße 46) und in Volkmannsdorferau (Isarstraße 4, Hofeinfahrt Fam. Herzog). Der Gewinn, der aus dem Altpapier entsteht, kommt bedürftigen Menschen auf der ganzen Welt zugute. Beispielsweise wurde in der Vergangenheit ein Waisenhaus mit Schule in Indien unterstützt. Nach einem Erdbeben konnte eine Trinkwasseraufbereitungsanlage zur Verfügung gestellt werden. Und vor Ort – da profitieren die Freisinger und die Moosburger Tafel von der Sammlung. Das liegt auch daran, dass die vielen Helfer ehrenamtlich arbeiten. Es war der Marzlinger Pfarrer Nikolaus Reichl, der zu dieser Tätigkeit aufgerufen hat – und noch heute, elf Jahre nach seinem Tod, sind viele dem Werk treu geblieben. Über die Zukunft der Institution muss man sich also keine Sorgen machen. Die nächste Sammlung findet am Samstag, 15. Oktober, in Allershausen, Hohenkammer, Kirchdorf, Helfenbrunn und Nörting statt. In Freising, Palzing, Haindlfing und Tüntenhausen wird am Samstag, 22. Oktober, gesammelt. Los geht’s stets um 8 Uhr. Neben Altpapier nimmt das Pfarrer-Reichl-Werk in Freising-Stadt auch gebrauchte Fahrräder entgegen, die im Bedarfsfall repariert und an Bedürftige weitergegeben werden.

In diesem Herbst fließt das Geld nach Indien in die Gemeinde des ehemaligen priesterlichen Leiters des Pfarrverbands Attenkirchen, Gnana Kuchipudi. Dort wurde bereits ein Waisenhaus durch die  Hilfe des PNRW aufgestockt und zu einer Schule ausgebaut. Für die Räume fehlen noch Fenster Türen, Elektrik und die Einrichtung.

Anton Hirschfeld

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