Hier sollen auf einer Fläche von etwa 80 000 Quadratmetern Photovoltaikanlagen entstehen. Der Planungsausschuss hat das Projekt befürwortet – im Sinne des Energiewendebeschlusses.
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Hier sollen auf einer Fläche von etwa 80 000 Quadratmetern Photovoltaikanlagen entstehen. Der Planungsausschuss hat das Projekt befürwortet – im Sinne des Energiewendebeschlusses.

Auf rund 80.000 Quadratmetern

Im Kampf um die Energiewende: Stadt Freising plant großes Solarfeld

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Im Kampf um die Energiewende plant die Stadt Freising ein Solarfeld. Vorausgegangen war eine jahrelange Suche nach einem geeigneten Areal für Photovoltaik.

Freising – 2013 hat die Stadt das Integrierte Klimaschutzkonzept beschlossen, bis 2035 will man dem Energiewendebeschluss des Landkreises folgend unabhängig von fossilen Energieträgern sein. Auf dem Stromsektor ist das im Freisinger Stadtgebiet am ehesten durch Photovoltaik möglich. Deshalb planen die Stadtwerke Freising westlich der Bahnstrecke Richtung München auf Höhe der Molkerei die Errichtung einer großen Freiflächen-PV-Anlage.

Auf einer Fläche von rund 80 000 Quadratmeter könnte dort eine Solarflächenfreianlage mit einer Leistung von 4000 Megawattstunden pro Jahr entstehen. Der Planungsausschuss der Stadt hat das befürwortet.

Jahrelang suchte das Rathaus nach einer geeigneten Fläche

Bereits 2010 hatte die Stadt eine Standortuntersuchung für PV-Anlagen in Auftrag gegeben. Weil es aber oft zu Nutzungskonkurrenzen mit Landwirtschaft, Natur- und Landschaftsschutz kam, weil man auch teilweise gar keinen Zugriff auf die in Frage kommenden Flächen hatte, kam es nie zum Bau einer solchen Anlage. Alle Versuche blieben bisher erfolglos.

2020 erhielt die Stadt aber die Möglichkeit, ein Grundstück entlang der Bahnlinie Freising – Pulling zu erwerben. Und obwohl das Areal teilweise im regionalen Grünzug liegt und zudem Bestandteil des Landschaftsschutzgebiets „Freisinger Moos und Echinger Gfild“ ist, werde es dennoch „als grundsätzlich für die Solarenergienutzung sehr geeignet erachtet“, hieß es im Planungsausschuss. Der Standort ist durch seine Nähe zur Bahnlinie bereits vorbelastet, die notwendige Infrastruktur wie Verkehrswege und Konversionsstandorte ist vorhanden.

Deshalb hat die Stadt das Grundstück erworben und will nun zusammen mit der Tochtergesellschaft Stadtwerke dort eine Freiflächenphotovoltaikanlage errichten. Ziele wären die Nutzung eines Großteils des dort erzeugten Stroms für die Wassergewinnungsanlage der Stadtwerke Freising in Vötting, die Möglichkeit einer Beteiligung von Bürgern, die Erhöhung der biologischen Vielfalt auf der bisher für den Ackerbau genutzten Fläche, die Kombination der PV-Anlage mit landwirtschaftlicher Nutzung oder auch die Verbesserung für das Trinkwasserschutzgebiet durch die reduzierte Bewirtschaftung der Fläche.

Stadt muss noch einige Hausaufgaben machen

Dazu muss ein Bebauungsplan erstellt werden, der Baurecht schafft, zudem muss für die Vermeidung und den Ausgleich von Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes gesorgt sein. Hinzu kommt eine Umweltprüfung. Für dieses Verfahren hat der Planungsausschuss nun grünes Licht gegeben. Der Beschluss zur Aufstellung dieses Bebauungsplans mit der Nummer 161 und dem Namen „Solarfreiflächenanlage Pulling“ fiel einstimmig.

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