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Das Ehepaar Bernd und Claudia (Walter Tasin und Gabi Brandmeier) mit der staubwedelschwingenden „Perle Anna“ (Susi Leitl).

Premiere beim Theaterstadel Freising

Witziges Rendezvous mit "Perle Anna" 

Freising -  Fünf Personen, ein Bühnenbild, drei Akte – kurz: „Die Perle Anna“. Mit diesem Stück feierte der Theaterstadel im Verein Frohsinn am Samstag Premiere. Mit einem Jahr Verspätung.

Eigentlich hätte „Die Perle Anna“ ja schon vor einem Jahr die Bühne im Grünen Hof betreten sollen. Doch die Unsicherheit wegen des Pächterwechsels hatte die Theater-Macher aus Lerchenfeld damals dazu bewogen, die Sache abzublasen. Dass man also ein Jahr länger Zeit hatte, um das Stück dann in diesem Jahr zu inszenieren, mag der Qualität der Aufführung geholfen haben. Denn auf der einen Seite sehr textsicher, auf der anderen Seite zum Großteil ziemlich locker präsentierte sich das fünfköpfige Ensemble unter der Regie von Jakob Zörr am Samstag bei der Premiere: Da war zum einen die Titelperson des Stücks, die Haushälterin Anna: Mal patzig und störrisch, mal mäderlhaft, mal schlau und pfiffig und manchmal auch „a depperte Dastchn“ – Susi Leitl war es, die die verschiedenen Charaktere der Rolle auf die Bühnenbretter brachte. Da war zum anderen das Ehepaar Bernd und Claudia, gespielt von Walter Tasin und Gabi Brandmeier – ein gutes Duo, das die Vertuschungen, Winkelzüge, Täuschungen und Tarnungen des altgedienten Ehepaars gut in Szene zu setzen wusste. Und da waren die jeweiligen Geliebten des Ehepaares – der Boxer Robert, gegeben von Christian Haller im türkisblauen Proll-Trainingsanzug, und die Französin Catherine, mit verruchtem Akzent, gegeben von Bianca Ruhland. Dass in der Komödie aus der Feder von Marc Camoletti die gesamte Last des Textes und der ganzen Handlung auf nur fünf Schultern verteilt ist, war durchaus eine Herausforderung für die Laienspieler des Frohsinn. Dass sie das dann aber auch sehr souverän gestemmt haben, ist aller Ehren wert. Die Handlung des Stücks, das eben mal kein Bauerntheater und auch kein Schenkelklopfer war, hat die Premierengäste offenbar mitgerissen. Zumindest gingen und lebten manche mit wie die Kleinsten im Kasperltheater: Da wurden die Schauspieler in ihrer Rolle schon mal per Zuruf darauf aufmerksam gemacht, dass doch laut Drehbuch der Hauptstromschalter ausgeschaltet worden war, man den erst wieder einschalten und sich die Person also nicht wundern müsse, wenn so lange die Bühne im Dunkeln bleibe. Weitere Treffen mit der Perle Anna sind für den 15. und 16. April (jeweils 20 Uhr), den 17. April (19 Uhr), den 23. April um 20 und den 24. April um 15 Uhr geplant.

Andreas Beschorner

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