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Textsicher und ausdrucksstark: Das „Querspiel“-Ensemble mit Michael Knauf in der Rolle des Dorfrichters Adam.

Querspiel bringt den „Zerbrochenen Krug“ auf die Bühne

Den Klassiker bravourös gemeistert

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Querspiel heißt die Theatergruppe, die am Wochenende bereits zum vierten Mal als Projekt des Vereins Kultur gut! e.V. ein Schauspiel auf die Bühne gebracht hat – und zwar ein Schauspiel im wahrsten Sinn des Wortes: schauen, wie die Akteure spielen. Und sie spielten gut. Und was spielten sie? Einen Klassiker: „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist.

Freising Querspiel heißt die Theatergruppe, die am Wochenende bereits zum vierten Mal als Projekt des Vereins Kultur gut! e.V. ein Schauspiel auf die Bühne gebracht hat – und zwar ein Schauspiel im wahrsten Sinn des Wortes: schauen, wie die Akteure spielen. Und sie spielten gut. Und was spielten sie? Einen Klassiker: „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist.

Peter Thomas hat Querspiel gegründet – und hatte bei dieser Produktion auch die Gesamtleitung inne. Die Regie blieb in der Familie: Thomas‘ Tochter Doris Ruf sorgte dafür, dass die Schauspieler das, was sie an Darstellerkunst zu bieten haben, auch wirklich auf die Bühne des Pfarrsaals von St. Georg brachten.

Allen voran Michael Knauf als der arg geschundene und verzweifelt ein Geheimnis bewahren wollender Dorfrichter Adam und Günther Progl als sein wunderbar unterwürfig agierender, aber hinterlistig intrigierender Schreiber und Protokollar wussten zu überzeugen. Dazu Klaus Schneider als pingeliger und gestrenger Gerichtsrat Walter – fertig war das schauspielerische Grundgerüst für einen wirklich vergnüglichen und amüsanten Theaterabend. Denn sowohl die beiden Mägde des Dorfrichters (Doris Ruf und Carmelina Coduti) als auch die Kläger, Angeklagten und Zeugen vor Gericht waren nicht nur extrem textsicher, sondern beeindruckten durch expressive Gestik, gute Mimik und auch ein niemals gequält oder angelernt wirkendes Spiel ohne Text.

Angela Spieckermann als Geschädigte Marthe Rull, Susanne Zandt als ihre Tochter Eve, Christian Hellmich als Bauer Veit, Florian Huber als dessen Sohn Ruprecht sowie Karin Kahlert als Frau Brigitte agierten routiniert, waren stets auf der Höhe des Geschehens und machten aus mancher Szene ein kleine Kostbarkeit.

Und so verbrachte Souffleur Klaus Reichl bei den drei Aufführungen ruhige Abende. Doch „Der zerbrochene Krug“ in der Querspiel-Inszenierung war nicht nur ein Theater, sondern war auch Gesang. Die Frei-Sänger unter Leitung von Toni Setz-wein boten Lieder von Ulrike Disswein, die die zu einer aktuellen Aufführung des Kleist-Klassikers komponiert hatte. „Tradition!“ oder auch „Gerechtigkeit!“ hießen die Stücke, die das humorige Stück begleiteten und noch ein bisschen humoriger machten.

Wer keine der drei Aufführungen am Wochenende gesehen hat, der hat wirklich Pech gehabt. Denn „Der zerbrochene Krug“ in der zeitgemäßen Sprache von Josef Carl Grund und in der Variante von Querspiel gab es nur diese drei Mal.

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