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Forschungsreaktor FRM2: Radioaktive Abwasser, die in Garching entstehen, will die TUM weiter in die Isar leiten. 

„Unsere Bedenken sind klar formuliert“

Radioaktives Abwasser in die Isar: Diese Einwände hat Freising gegen den TUM-Antrag

  • Andreas Beschorner
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Sechs Punkte sind es, bei denen die Stadt einhakt, nachhakt und Forderungen aufstellt: Freising hat klare Einwände gegen den TUM-Antrag zu radioaktivem Abwasser in die Isar formuliert.

Freising – Das ist, so wusste Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher genau, „ein hochemotionales Thema“: der Antrag der TUM, radioaktives Abwasser der nukleartechnischen Einrichtungen in Garching für weitere 30 Jahre in die Isar einleiten zu dürfen. Dass am Mittwoch im Planungsausschuss der Stadt Freising keinerlei Emotionen hochkochten, lag an dem, was Beate Metz vom Umweltamt als Stellungnahme der Stadt formuliert und vorgelegt hatte. Wie hatte der OB das Schreiben bezeichnet, das die Mitglieder des Planungsausschusses einstimmig absegneten? „Das ist eine sehr gute Stellungnahme. Unsere Befürchtungen und Bedenken sind klar formuliert, aber in keiner Weise hysterisch.“

Sechs Punkte sind es, bei denen die Stellungnahme der Stadt einhakt, nachhakt und Forderungen aufstellt. Erstens habe zwar eine Rücksprache mit dem Landesamt für Umwelt ergeben, dass mit Beeinträchtigungen für das Trinkwasserschutzgebiet der Stadt nicht zu rechnen sei, und dass die gesetzlichen Grenzwerte schon immer eingehalten worden seien. Eine Nachfrage beim Wasserwirtschaftsamt München habe aber eine ganz andere Aussage erbracht: Die Bedenken der Stadt seien „durchaus berechtigt“. Aufgrund dieser Aussagen fordert die Stadt, dass diese Frage „durch einen unabhängigen Fachgutachter dezidiert zur prüfen“ sei.

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Außerdem liege dem Antrag eine Sachstandserhebung zugrunde, die im Jahr 1990 angefertigt worden war. Da der jetzige Antrag – sollte er genehmigt werden – die Einleitung bis zum Jahr 2049 ermöglicht, läge dem also eine dann fast 60 Jahre alte Untersuchung zugrunde. Es stelle sich schon die Frage, ob zum jetzigen Zeitpunkt nicht eine Neubewertung der geologischen und hydrologischen Verhältnisse notwendig sei. „Als erforderlich erachtet“ wird von der Stadt Freising auch, dass man wegen der Länge der Einleitungszeiträume die Trinkwasserbrunnen im Trinkwasserschutzgebiet auf Radionuklide hin untersucht. Hier müsse die zuständige Überwachungsbehörde tätig werden, meint die Stadt Freising.

„Nicht nachvollziehbar“ sei es, warum die Spülwassermengen und -zeiträume von bisher 23 Liter pro Sekunde auf 20 Liter pro Sekunde verringert würden. Außerdem sei zu hinterfragen, warum jetzt die Vor- beziehungsweise die Nachspülzeit von jeweils 30 auf dann 15 Minuten reduziert werden soll. Die Stadt fordert Aufklärung, schließlich bedeuteten beispielsweise kürzere Spülzeiten eine geringere Vermischung des radioaktiv belasteten Abwassers mit unbelastetem Wasser.

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Ferner wird es von der Stadt „als erforderlich erachtet“, andere Entsorgungsmöglichkeiten für die Betriebsabwasser von FRM II und RCM zu prüfen. Schließlich sei es aufgrund der langen Einleitungszeiträume unbedingt erforderlich, eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen. Dass darauf verzichtet werden dürfe, sei „nicht nachvollziehbar“.

Umweltreferent Manfred Drobny (Grüne), der die Stellungnahme lobte, fand das sogar „sehr verwegen“. Wichtig sei so eine Umweltverträglichkeitsprüfung allein schon deshalb, weil sie die Prüfung der Nullvariante beinhalte. Diese Prüfung sei im Hinblick auf das gesetzliche vorgeschriebene Vermeidungs- und Minimierungsgebot unerlässlich.

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