Unser Bier: Der Tüftler

„Rauscheengel“ bewahrt vor Kopfweh

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Freising - Seitdem Antje Petzold den Klimperkasten übernommen hat, wollte sie schon immer ihr eigenes Bier ausschenken. Seit einem knappen Jahr hat sie es: Den „Rauscheengel“ gibt’s nur bei Antje. Dank sei Michael Wöss.

Es hat eine rotbraune Farbe, es ist stark, es ist naturtrüb und es ist – auch wenn es nach dem Bayerischen Reinheitsgebot gebraut ist – nicht typisch bayerisch: das Bier mit Namen „Rauscheengel“. Der Mann, der der Klimperkasten-Wirtin Antje Petzold-Schollweck (43) den lang gehegten Traum vom eigenen Bier erfüllt hat, heißt Michael Wöss. Der hat nach seinem Brauerstudium vor drei Jahren bei Antje im Klimperkasten zu arbeiten begonnen. 

Stoßen auf den Rauscheengel an: Brauer Michael Wöss und Klimperkasten-Wirtin Antje Schollweck-Petzold.

Als Antje von ihrem Traum erzählte und Wöss sich als Brauer outete war die Idee geboren: Wöss hat ein neues Bier ausgetüftelt: Durch die Verwendung der Hopfensorten Cascade und Chinook besitzt es eine fruchtige Note, ein Hauch von Grapefruit schwingt mit. Trotzdem hat es nach Art eines Pale Ale einen starken Hopfengeschmack, und verdient sich mit 6,2 Prozent Alkohol seinen Namen völlig zu Recht, erklärt Wöss lächelnd. Aber – und das ist Petzold-Schollweck wichtig: Kopfweh? Fehlanzeige! Die besondere Farbe kommt von den Malzsorten, erklärt Wöss und hält eine Halbe „Rauscheengel“ gegen das Licht. Rund 300 Liter des speziellen Klimperkasten-Biers gehen pro Monat über den Tresen, manche Gäste kommen nur wegen des „Rauscheengels“, erzählt Wirtin Antje. Gebraut wird die Spezialität in Haag, in der dortigen Brauwerkstatt.

 Momentan gibt es den „Rauscheengel“ nur in Fassabfüllung. Und weil es sich um kein industriell gefertigtes Bier handelt, schmecke jeder Sud auch ein kleines bisschen anders, weiß Wöss. Die Staatsbrauerei Weihenstephan, deren Bier aus den Zapfhähnen des Klimperkastens läuft, sei da sehr kulant und sehr entgegenkommend, berichtet Antje Petzold-Schollweck. Demnächst bekomme sie sogar einen eigenen Zapfhahn für den „Rauscheengel“ von der Staatsbrauerei gestellt. Das sei, so betont Petzold-Schollweck, wahrlich nicht selbstverständlich. Doch die Statistik zeige: Seitdem der „Rauscheengel“ ausgeschenkt wird (also seit Juni 2015), steige in der Vöttinger Kultkneipe auch der Umsatz für Weihenstephaner Biere. Wöss und Petzold arbeiten fleißig an der Vermarktung des Produkts: Gerade sei man dabei, ein Logo für den „Rauscheengel“ zu entwerfen. Denn ab Mitte oder Ende Mai wird es den „Rauscheengel“ auch in 0,3-Liter-Flaschen geben – „Granaten“ nennt Antje die gewählte Flaschenform. Das neue Logo soll dann auch das von Antje’s Klimperkasten ergänzen.

Sogar einen eigenen Zapfhahn hat das neue Bier im Klimperkasten zugeteilt bekommen.

 Weil das Bier „Jungs und Mädels“ gleichermaßen schmecke, könne man das Konzept noch erweitern, sprüht Petzold nur so vor Ideen: Ein Starkbier könne es zum Beispiel später geben, bei dem der „Rauscheengel“ kleine rote Hörner bekomme, oder ein Radler, bei dem der „Rauscheengel“ einen braven Heiligenschein trägt. Bier ohne Grenzen.

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