Wie Lady Gaga: Als „CriziGagaStern“ war Christina Beier eine Zeit lang als Double der Pop-Sängerin unterwegs.
+
Wie Lady Gaga: Als „CriziGagaStern“ war Christina Beier eine Zeit lang als Double der Pop-Sängerin unterwegs.

Mehrwert bieten und Menschen unterstützen

Im besten Sinne „Gaga“: Reality-Star CriziStern aus Freising möchte Mädchen selbstbewusster machen

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
    schließen

Laut, bunt, auffällig: Das ist Christina Beier aus Freising. Als Reality-Star „CriziStern“ möchte die 33-Jährige anderen Mädchen und jungen Frauen zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen.

Freising – An den Moment, der ihr Leben verändert hat, kann sich Christina Beier genau erinnern. Im Juli 2009 wurde sie von einer Freundin zum Lady-Gaga-Konzert im Zenith in München geschleppt – ohne jeglich Erwartungen. „Ihr erster Hit hat mir nicht einmal gefallen“, erinnert sich die heute 33-Jährige, die seit fünf Jahren in Freising lebt.

Ein Lady-Gaga-Konzert verändert ihr Leben

Doch als sie die US-amerikanische Sängerin auf der Bühne sieht, ändert sich ihre Meinung schlagartig. „Bunte Klamotten, doll geschminkt, der Hintern voller Cellulite – aber sie macht ihr Ding und sich gar keine Gedanken darüber, was die Leute denken könnten“, sagt Beier. Damals kam sie ins Grübeln: „Ich stand in dieser Halle und habe mich gefragt, wo ich eigentlich hinwill. Mein Lebenstraum war es doch gewesen, berühmt zu werden.“

Früher: Mit 19 war Christina Beier unzufrieden mit sich selbst.

Dafür ist die junge Frau mit 19 Jahren aus der oberfränkischen Provinz in die Landeshauptstadt gezogen, um eine Ausbildung als Köchin zu beginnen. „Ich hatte kaum Geld, Liebeskummer ohne Ende, die Arbeit war hart und ich psychisch angeschlagen“, sagt Christina Beier heute. Ihr Leben in München hatte sie sich anders vorgestellt.

Die Farbe, die in mein Leben kam, wollte ich auch auf meinem Körper tragen.

Christina Beier

Dann kam das Konzert – und eine 180-Grad-Wendung: Beier färbte sich die Haare blond, nahm zehn Kilo ab, tauschte weite Shirts gegen ausgefallene Kleider und Turnschuhe gegen High Heels aus dem Sexshop. Außerdem ließ sie sich großflächig tätowieren: „Die Farbe, die in mein Leben kam, wollte ich auch auf meinem Körper tragen.“

Ihr großes Ziel war es, ins Fernsehen zu kommen. „Ich ging zu etlichen Castings und habe ein Jahr lang Klinken geputzt, um meinem Traum näher zu kommen.“ Schließlich klappte es: Mit ihrer lauten, frechen Art und den verrückten Outfits fiel Christina Beier auf. Sie kam in einer Agentur unter und bekam ihren ersten Job beim Vorläufer der Vox-Sendung „Shopping Queen“. „Von da an habe ich alle Trash-TV-Formate mitgenommen und mir so ein großes Netzwerk aufgebaut.“ Bis heute hat die 33-Jährige, die der Liebe wegen in die Domstadt kam, in über 100 Fernsehproduktionen mitgewirkt und war mit Perücke und Sonnenbrille lange als Lady-Gaga-Double namens „CriziGagaStern“ unterwegs.

Weiß, wer sie ist: die Wahl-Freisingerin Christina Beier heute.

Das „Gaga“ hat sie mittlerweile aus ihrem Künstlernamen gestrichen. „Lady Gaga wird immer mein Star bleiben. Durch sie bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin.“ Im Laufe der Jahre sei ihr genau das aber klar geworden. „Ich bin ich – und nicht die deutsche Lady Gaga.“

Ihre Botschaft: Es ist wichtig, dass man sich selbst gut fühlt

Geändert hat sich auch Christina Beiers Lebenstraum. „Es geht mir nicht mehr darum, reich und berühmt zu werden. Ich möchte einen Mehrwert bieten und Menschen unterstützen.“ Daher arbeitet sie neben ihrer Schauspieltätigkeit seit knapp einem Jahr als Coach. Da sie selbst mit depressiven Episoden zu kämpfen hatte, befasst sie sich intensiv mit mentaler Gesundheit. Ein zweites Thema liegt ihr ebenfalls am Herzen: Female Empowerment. Es geht darum, offene und versteckte Diskriminierung von Frauen zu bekämpfen und mit Vorurteilen und Geschlechterstereotypen zu brechen. „Ich will zeigen, dass es nur wichtig ist, dass man sich selbst gut fühlt – es ist egal, was die anderen sagen.“ Daher lautet die Botschaft, die sie ihren 20.000 Followern auf Facebook und Instagram vermittelt: „Glaube an dich selbst, und alles ist möglich!“

Christina Beier ist davon überzeugt: „Wenn man eine Plattform in den Sozialen Netzwerken hat mit Inhalten, von denen auch nur ein einziger Nutzer etwas mitnehmen kann, hat man die Welt schon ein Ministück besser gemacht.“ Die 33-Jährige sagt: „Das klingt sehr nobel, aber in dieser Welt braucht es Menschen, die vorangehen. Die sagen: ,Ich habe Angst, aber ich gehe meinen Weg.‘“

Sexuelle Belästigung ist, trotz MeToo, ein Tabu-Thema - und für die Hälfte aller Frauen in Deutschland bittere Realität. Auf Instagram macht Lucie Karmann das Thema nun sichtbar.

Alle Neuigkeiten und Nachrichten aus Freising und der Region lesen Sie immer aktuell hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare