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Die gefährdete Gelbbauchunke.

Startschuss für ein groß angelegtes Umweltprojekt

Alarmstufe Rot für die Gelbbauchunke

Freising - Sie wird bis zu sechs Zentimeter groß, ist zwölf Gramm schwer und kann bis zu 19 Jahre alt werden: die Gelbbauchunke. Und sie steht auf der Roten Liste. Ein groß angelegtes Projekt soll sie retten. Gestern fiel der offizielle Startschuss im Landratsamt Freising.

Bis zum Juni 2021 läuft in sechs oberbayerischen Landkreisen ein Projekt, das sich einem Ziel verschrieben hat: der Rettung der in ihrem Bestand arg gefährdeten Gelbbauchunke. Fast 700 000 Euro werden in verschiedene Maßnahmen fließen, damit sich die Bombina variegata wieder vermehrt – oder zumindest nicht weiter dezimiert. „Allen Unkenrufen zum Trotz“ heißt das Projekt, in das vor allem das Bundesamt für Naturschutz knapp 500 000 Euro pumpt. Die Koordination des Naturschutzprojekts erfolgt von Freising aus, wo gestern in großer Runde die Auftaktveranstaltung stattfand.

Man dürfe und wolle sich nicht damit abfinden, dass eine Tierart „still und leise aus der Natur verschwindet“, hatte schon Landrat Josef Hauner betont. Den möglichen Vorwurf, wieso man so viel Geld, Zeit und Energie für eine einzige, kleine Art aufwende, beantwortete Christine Margraf, die Artenschutzreferentin beim Bund Naturschutz, so: Die Gelbbauchunke sei eine sogenannte „Verantwortungsart“. Sprich: Ein großer Anteil der Weltpopulation komme hier in Süddeutschland vor. Die Art sei bedroht, aber noch in einem Bestand erhalten, der für eine langfristige Rettung ausreiche. Und die Gelbbauchunke stehe nicht nur für andere Tierarten, sondern sei auch eine „Zeigerart“ für bedrohte Lebensräume.

Denn da waren sich gestern alle einig – der BN ebenso wie Eva Klinkerbusch vom Bundesamt für Naturschutz: Die Zerstörung der Lebensräume sei der wesentliche Grund für den drastischen Rückgang der Art. Ändern will man das, so Projektmanagerin Miriam Hansbauer, durch das neue Schaffen von Kleingewässern und Wanderkorridoren, durch eine Nutzungsextensivierung und auch Auen-Dynamisierung. Kurz: Die Gelbbauchunke soll ihren Lebensraum wieder zurückbekommen. In sechs Landkreisen (Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen, Freising, Erding, Mühldorf und Altötting) wird nun also unter Federführung des BN dieses neue Projekt des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ angegangen.

Und in noch etwas ist man sich einig: Man braucht „einen langen Atem“, wie es Hauner formulierte. Denn Erfolge zeigten sich nicht sofort, wusste auch Günter Hansbauer vom Bayerischen Landesamt für Umwelt, der als Beispiele für jahrelange Arbeit im Amphibienschutz die Bemühungen um die Geburtshelferkröte und den Moorfrosch darstellte.

Das Projekt in Oberbayern stellt ein Ergänzung zu einem anderen Projekt für die Gelbbauchunke dar, das seit 2011 in acht Projektregionen und über fünf Bundesländer verteilt läuft, 130 Projektgebiet umfasst und mit 3,2 Millionen Euro ausgestattet ist. Jetzt also auch in Oberbayern.

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