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Der Beginn einer Trilogie? Stefanie Peisker mit ihrem ersten Roman „Oceanblue – Tochter der Sirenen“.

Der Titel: „Oceanblue – Tochter der Sirenen“

Rhönrad-Ass Stefanie Peisker aus Freising veröffentlicht ersten Fantasy-Roman

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Stefanie Peisker kann nicht nur Rhönrad fahren. Jetzt versucht sich die 16-Jährige als Autorin. Ihr fantasievoller Debütroman „Oceanblue - Tochter der Sirenen“ ist gerade erschienen.

Freising – Wasser, seine geheimnisvolle Faszination und die mystischen Wesen, die diesem Element zugeordnet werden, haben Stefanie Peisker aus Freising von Kindheit an interessiert. Mit elf Jahren kam der heute 16-Jährigen die Idee, eine Fantasie-Geschichte zu schreiben, mit einem Wasserwesen als Hauptfigur. Aus der Geschichte wurde ein Buch – 430 Seiten dick. „Oceanblue – Tochter der Sirenen“ dürfte wohl der Auftakt zu einer Trilogie sein. Der zweite Teil dieser Geschichte ist fast schon fertig niedergeschrieben.

Den Namen Peisker, oder besser die Schwestern Karina und Stefanie, kennt man vornehmlich aus dem Sport, von ihren Erfolgen im Rhönradturnen. Wie viel Training dafür erforderlich ist, ist kein Geheimnis: Fünf Mal pro Woche trainiert Stefanie Peisker.

In Sachen Erfolg stand sie ihrer älteren Schwester nicht in viel nach: 2015 gewann sie in ihrer Altersklasse den Deutschlandcup und die internationale österreichische Meisterschaft, aktuell wurde sie zweimal Vierte bei den deutschen Meisterschaften. Dass sie ehrgeizig ist, steht außer Frage – und deshalb ist es für sie auch nicht schlimm, wenn sie sich in der AK 17/18 künftig gegen Ältere beweisen muss.

„Die Spirale ist meine Lieblingsdisziplin“, sagt sie. Damit hat sie es heuer bis ins DM-Finale geschafft. Schule, Training – und dann ein Buch über 430 Seiten. Woher nimmt sie die Zeit? „Der Großteil – eigentlich fast alles, ist im Auto auf dem Weg zum Training oder in den Pausen in den Hotelzimmern bei Wettkämpfen entstanden“, erklärt sie. Ihren Laptop hatte sie immer dabei. Die 16-Jährige profitierte davon, dass körperliche Anstrengung eine sich anschließende geistige Leistung fördert. Trotzdem ist irgendwann Bettruhe erforderlich. Der Teenager mit den roten Haaren lacht. „Glücklicherweise brauche ich nicht viel Schlaf. Sechs Stunden genügen, dann bin ich trotzdem aufnahmefähig.“ Stefanie Peisker schreibt, wenn ihr danach ist. „Ich bin eher eine Nachteule“, aber dennoch findet sie oft vor der Schule Zeit, noch die eine oder andere Seite hinzuzufügen.

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Für das ganze Buch hat sie zwei Mal zwei Jahre gebraucht. Diesen Zeitbruch erklärt sie so: Zwei Jahre nach ihrer ersten Idee, also mit 13 Jahren, gefielen ihr gewisse Passagen nicht mehr. Es war zu fantasievoll geraten, weshalb sie ihren Roman etwas realistischer gestalten wollte. „Man wird älter, gereifter, hat andere Sichtweisen“, sagt die Autorin. Aber nur einzelne Passagen umzuschreiben, das hat sie schnell verworfen. Es blieb ihr, um dem Roman den neuen Stil zu verleihen, nur eins übrig: Umschreiben, aufbauen auf der gleichen Basis, aber eben realistischer.

So ist ein Fantasie-Roman entstanden, der lesenswert ist. Vielleicht macht die Rückseite des Buchs Appetit: Dort heißt es: „Was machst Du, wenn deine Stimme tödlich sein kann? Für die 16-jährige Kaisy gibt es nichts Schöneres, als in ihrer Band zu singen. Abgesehen davon führt sie ein durchschnittliches Teenagerleben; jedenfalls bis zu dem Tag, an dem sich ihre Sirenen-Stimme zeigt, und damit ihr größter Albtraum wahr wird: Sie muss ihr altes Leben aufgeben und an einen Ort gehen, den sie nur aus Erzählungen kennt. Ein Internat auf dem Mittelmeer soll ihr helfen, ihre Fähigkeiten zu kontrollieren, doch neue Freunde, Feinde und der charmante Chris machen Kaisys neues Leben aufregender, als sie es je gewollt hätte. Sie gerät auf die Spuren ihrer Vergangenheit und muss feststellen, dass auf der Insel nicht jeder mit offenen Karten spielt  . . . “.

Jede von ihren Freundinnen, die den ersten Teil der wohl anstehenden Trilogie gelesen hat, ist begeistert. Sie alle stimmen mit der Autorin überein: „Es ist ein spannendes Fantasy-Abenteuer, gemixt mit Liebe, Freundschaft und Konflikten.“ Will die Autorin auf dieser Schiene weiterarbeiten? „Nein“, sagt die 16-Jährige bestimmt. „Ich möchte nicht Schriftstellerin als Beruf wählen, das ist mir zu unsicher.“ Stefanie Peisker möchte schreiben, „wann und wozu“ sie Lust hat. In der Schule hat sie übrigens Chemie, Biologie und Mathematik am liebsten, das Fach Deutsch mag sie nur bedingt.

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Was ist dann ihr Berufswunsch? „Irgendetwas Soziales“, sagt Stefanie Peisker. Sie bevorzuge die Arbeit mit Kindern. Deswegen favorisiert sie etwa das Lehramt an Grundschulen: „Weil ich es einfach mag, mit Kindern zu arbeiten und die Fähigkeiten, die es in diesem Alter gilt, rauszulocken und zu entwickeln.“ Das trifft für die Freisingerin auch auf den Sport zu. Die 16-Jährige ist davon überzeugt, dass man Kinder nicht in eine „Sportschiene“ pressen darf, nur weil die Eltern das wollen. Es gebe so viele Entfaltungsmöglichkeiten, sagt die aktive Christin der evangelisch-lutherischen Gemeinde, die sonntags Zeit findet, das Christentum zu leben und die auch als Sopranistin im Oberstufenchor des Camerloher-Gymnasiums singt. Trotz aller Verpflichtungen, die eigentlich keinen Spielraum mehr vermuten lassen, sagt Stefanie Peisker: „Natürlich habe ich immer noch Zeit, mich mit Freunden zu treffen.“ mac

Gut zu wissen

„Oceanblue – Tochter der Sirenen“ gibt es im Internet auf BOK „book-on-demand“, ab Montag auch bei Bücher Pustet und in der Buchhandlung Rupprecht in Freising.

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