Im Chor klingt es immer „gut und auch sehr richtig“. Ein einzelner falscher Ton geht beim Rudelsingen einfach unter – sang- und klanglos sozusagen. Lehmann

Lindenkeller

Karaoke für alle

Freising - „Lalalalalala“ und „Ouuuh-ouuuh“ – das kennt man. Und den Refrain von Hits und Schlagern kann man oft auch mitsingen. Aber ein ganzes Lied? Den ganzen Text? Selten. Aber dafür gibt es ja das Rudelsingen.

Die zweite Auflage des „Karaoke für alle“ fand am Mittwoch im Unterhaus des Lindenkellers statt. Rund 50 musikbegeisterte Besucher waren dabei, schunkelten und sangen. Schwarze Hose, weißes Hemd, Hosenträger, ein Mikro in der Hand – so stand „Vorsänger“ Markus Eberhard auf der linken Seite der Bühne. Auf der rechten Seite saß Volker Becker, der Mann am Klavier (genauer: am Keyboard). Dazwischen: eine Leinwand, auf der die Texte der Lieder standen, die das Volk vor der Bühne mitsang. Das Schöne am Rudelsingen: Man muss nicht allzu konzentriert darauf achten, dass jeder Ton passt. Wenn man mal daneben liegt, wenn ein Einsatz zu früh oder zu spät kommt – egal. Im Chor klingt es, so bestätigte auch Markus Eberhard den Sängern, immer „gut und auch sehr richtig“. Freilich: Es müssen schon Songs sein, die man auch gerne mal unter der Dusche trällert, damit die rechte Freude an der Sangeskunst aufkommt. Die Auswahl, die das Rudelsing-Team Eberhard getroffen hatte, umfasste drei „Sets“ mit jeweils acht Liedern. Das Spektrum reichte von deutschen Schlagern wie „Ich war noch niemals in New York“ von Udo Jürgens über unvergängliche Klassiker wie John Denvers „Country Roads“ und Beatles-Hits bis hin zu etwas heftigeren Rocksongs wie „Born to be wild“ von Steppenwolf. Abba durfte da ebenso wenig fehlen wie ein Bummel mit Hans Albers über die Reeperbahn nachts um halbeins. Viele Sänger hakten sich unter, schunkelten stehend im Dreivierteltakt, genossen das Gemeinschaftserlebnis. Und manche tanzten alleine und verträumt etwas im Abseits einen Walzer. Aber alle hatten ein Lächeln im Gesicht und eine Leuchten in den Augen: „Lalalalalala“ und „Ouuuh-ouuuh“.

Andreas Beschorner

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