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Landgericht Landshut

Freisinger (28) rastet bei Fete aus: Saftige Geldstrafe statt Knast

Sein Ausraster im Suff kommt einen Freisinger (28) teuer zu stehen: Er muss 4200 Euro Geldstrafe berappen. Doch immerhin bleibt ihm das Gefängnis erspart.

Freising/LandshutDer 28-Jährige hatte am 8. März 2015 zusammen mit seiner Clique in der Luitpoldanlage gefeiert. Dort kam es zunächst zwischen seiner Freundin und anderen Frauen zu einem verbalen Scharmützel, bei dem dann auch der Angeklagte mitmischen wollte. Als ein 27-Jähriger dazwischenging, handelte der sich einen Faustschlag ein. Das rief wiederum einen 25-Jährigen auf den Plan, der dann ebenfalls mit einem Hieb traktiert wurde.

Beim Strafrichter des Amtsgerichts Freising verteidigte sich der Angeklagte noch mit dem Argument der Notwehr: Er sei bei der Auseinandersetzung von dem 25-Jährigen in den „Schwitzkasten“ genommen worden. Beide seien dann zu Boden gefallen, wo er sich die Nase gebrochen habe. Seine Freundin bestätigte diese Version. Gegen sie dürfte noch ein Verfahren wegen Falschaussage eingeleitet werden.

Außerdem hatte die Freundin Glück: Ein Verfahren wegen Körperverletzung gegen sie wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Denn ursprünglich war ihr vorgeworfen worden, sie habe auf den am Boden liegenden Hallbergmooser mit dem Fuß eingetreten. Einige neutrale Zeugen des Vorfalls bestätigten allerdings, dass die Aggressionen von dem 28-Jährigen ausgegangen waren.

Der Freisinger Strafrichter verhängte für die beiden vorsätzlichen Körperverletzungen eine Freiheitsstrafe von acht Monaten. Er versagte dem 28- jährigen Angeklagten jedoch eine Strafaussetzung zur Bewährung – insbesondere, weil er nicht zu seinem Ausraster stand und auch seine Freundin noch in eine Falschaussage laufen ließ. Der 28-Jährige legte dann Berufung ein und trat die große „Kehrtwende“ an: Er beschränkte sie auf das Strafmaß – was einem Geständnis gleich kam. Schützenhilfe bekam er von seinen beiden Opfern: Sowohl der 27-Jährige, der nach dem Schlag einige Wochen mit einem „Veilchen“ durch die Gegend lief, als auch der 25-Jährige, der lediglich Kratzer im Gesicht davongetragen hatte, zeigten sich großzügig. Sie hätten kein Interesse mehr an der Strafverfolgung.

Das Urteil der Berufungskammer am Landshuter Landgericht fiel dann auch moderat aus: Statt acht Monaten Knast verhängte sie eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 35 Euro, also 4200 Euro. Strafmildernd wirkten sich sowohl das Geständnis als auch die von der Schwere her am unteren Rand liegenden Verletzungen der Opfer aus.

Walter Schöttl

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