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Wenn sie andere für Musik begeistern kann, ist Traudi Siferlinger in ihrem Element – so wie am Dienstag im Salon für Frauen.  

Salon für Frauen: Traudi Siferlinger

„Wenn man dran glaubt, dann passiert es auch“

Der Tag beginnt bei Traudi Siferlinger mit einer Tasse Tee. Das Morgenritual mit Kerze genießt sie, ruhig und ganz für sich: Anders, als wie man die quirlige BR-Moderatorin aus ihrer Sendung, „Wirtshausmusikanten beim Hirzinger“ kennt. Wie das Herzblut und die Leidenschaft für die Volksmusik ihren Weg durchs Leben bestimmte, davon erzählte die 51-Jährige am Dienstag im „Salon für Frauen“. Das Bildungszentrum im Kardinal-Döpfner-Haus und das KBW hatten geladen, und diesmal durften sogar die Männer mit dabei sein.

Freising–  Schon als Kind stand die gebürtige Chiemgauerin zusammen mit ihren Geschwistern als – mehrfach ausgezeichneter – Dreigesang auf der Bühne. Später besuchte Traudi Siferlinger in Rosenheim das musische Ignaz Günther Gymnasium und absolvierte in Bad Reichenhall eine Hotelfachlehre bevor sie am Richard Strauß Konservatorium in München sowie an der Carl-Maria-von-Weber Hochschule in Dresden Violine, Musikpädagogik und musikalische Früherziehung studierte: Autobiografische Daten, die ein jeder eingefleischte Volksmusikfan kennt. Doch die rund 80 Zuhörer im Korbinianssaal durften Siferlinger am Dienstag noch weiter begleiten, dorthin, wo sich ihr Leben „einfach so“ gefügt habe – mit Hilfe „von oben“. Denn: „Wenn man dran glaubt, dann passiert es auch, dann geht es, und es fügt sich alles von alleine“, beschrieb Siferlinger ihre Lebensphilosophie. Der legendäre Volksschauspieler Fritz Straßer war es, der sie während einer der Auftritte im Kindesalter einmal gefragt hatte, „Will’st ja mal eine große Geigerin werden, oder ?“ Mit Zöpfen sei sie da gesessen, im Dirndl und sie habe schüchtern geantwortet: „Ja, das will ich.“ Ihre beiden Schwestern hätten in Schwaz ein Internat besuchen müssen. Sie sei davon verschont geblieben. „Da hat es immer Tränen gegeben, wenn sie nach dem Wochenende wieder aus Bad Endorf abreisen mussten.“

Wenn sie sich an ihre Kindheit erinnere, dann mit Gedanken an „ganz viel Freiheit und Kreativität“. Harte Zeiten habe es in der Familie auch gegeben. Als der Vater gestorben sei -sie war gerade einmal zehn Jahre alt – habe die Mutter darauf gedrängt, neben der Musik erst einmal einen „gscheiten“ Beruf zu lernen. Doch im Hotelfach sei sie nicht glücklich gewesen. „Ich musste da raus.“ Musikstudium in München und in Dresden folgte. „In Dresden war ich unglücklich. Von meinem Fenster aus konnte ich auf die Bahngleise schauen, wo der Zug nach München fuhr. Da habe ich jedes Mal geweint.“ Mit viel Glück sei sie später beim Bayerischen Rundfunk „reingerutscht“. Zunächst beim Hörfunk, später beim Fernsehen: „Ich merkte, da kann man wirklich was bewegen.“ Volksmusik sei für sie so vielseitig wie jeder einzelne Mensch. Das Wichtigste: „Die Menschen sollen so sein dürf’n, wia sie san.“

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