Unterricht im Klassenzimmer
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Der Landkreis Freising hat mit einigen Schulen in der Domstadt Großes vor. Nun wurden die Weichen gestellt. Symbolbild

Erste Schritte eingeleitet

Sanierung von Schulzentrum und Realschule: Landkreis investiert Millionen

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Das Schulzentrum an der Wippenhauser Straße in Freising wird neu geordnet. Die Karl-Meichelbeck-Realschule wird ebenfalls umfassen saniert.

Freising – Der Landkreis Freising hat bekanntlich Großes vor an der Wippenhauser Straße: Man will das Schulzentrum – bestehend aus Berufsschule, Fachober- und Berufsoberschule, Wirtschaftsschule und Camerloher-Gymnasium – neu ordnen. Auf dem Sportplatz neben dem Gymnasium sollen die Berufsschule neu errichtet, dazu eine zentrale Mensa und eine Dreifach-Turnhalle gebaut werden. Das Areal, auf dem derzeit die Berufsschule steht, soll dann zur Erweiterung von FOS/BOS und Wirtschaftsschule genutzt werden. Jetzt hat die Stadt Freising die Planungsziele und Vorgaben erstellt und auch beschlossen. Diese bilden die Grundlage für die nun folgende Auslobung eines zweistufigen Wettbewerbs durch den Landkreis Freising.

Verkehrsplanung als besondere Herausforderung

Im Planungsausschuss wurden nun Ziel und Zweck der Planung vorgetragen, für die die Stadt Freising Genehmigungsbehörde ist. Grundsätzlich heißt es: „Planungsziel ist die Schaffung eines Schulstandortes mit hoher städtebaulicher und landschaftsplanerischer Qualität sowie einer eigenen Identität in kompakter, flächenschonender Bauweise im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung.“ Im Einzelnen bedeutet dies, dass sich der Schulstandort in die Umgebung der bestehenden Schulen und der Wohnbebauung einfügen soll. Dazu zählt, dass grüne Hänge und wichtige Bäume erhalten werden sollen, und auch, dass es qualitätsvolle öffentliche Freibereiche geben soll.

Eine besondere Herausforderung ist die Verkehrsplanung, Stichwort: Bus-Chaos. Der Busverkehr – inklusive Busbahnhof und Bushaltestellen–, der Individualverkehr sowie der Rad- und Fußgängerverkehr sollen ebenso neu geordnet werden wie der ruhende Verkehr, also die Parkplatzsituation.

All diese Punkte fließen nun in die Auslobung des folgenden Wettbewerbs ein. Der ist als zweistufiges Verfahren angesetzt: Die erste Stufe wird ein städtebaulicher Wettbewerb zur Klärung des städtebaulichen Rahmens sein, die zweite Stufe beinhaltet dann den Realisierungswettbewerb für den Neubau der Berufsschule sowie einen Ideenwettbewerb zur Erweiterung von FOS/BOS und Wirtschaftsschule. Dieses Vorgehen segnete der Planungsausschuss der Stadt ebenso ab wie die erstellten Planungsziele und Vorgaben.

Karl-Meichelbeck-Realschule wird umfassend saniert

Freising – Die Karl-Meichelbeck-Realschule in Freising weist bauliche Mängel auf. Eine Brandschutzertüchtigung und Teilsanierung sollen das Gebäude in den kommenden vier Jahren wieder auf Vordermann bringen. Der Schulausschuss des Landkreises hat dazu am Donnerstag den Vorentwurf gebilligt. Auch die Kostenschätzung wurde zur Kenntnis genommen: Mit 18,3 Millionen Euro ist zu rechnen.

Aus dem Jahr 2017 stammt der Grundsatzbeschluss der Kreisräte, Planungen und Untersuchungen zur Sanierung der Realschule im Freisinger Norden vorzunehmen. Jetzt also die Ergebnisse, die Architekt Stefan Holzfurtner und Sandra Lorenz von Projektsteuerer Hitzler Ingenieure präsentierten: Dabei ziehe die Beseitigung bestehender Brandschutzmängel in allen fünf Geschoßen des Gebäudes viele weitere Maßnahmen nach sich – etwa das Öffnen und Verschließen von Wänden, Decken und Böden. Das betreffe auch die naturwissenschaftlichen Fachräume, zudem werde die bisher nicht renovierte Turnhalle saniert. Auch die Tiefgarage mit 25 Stellplätzen müsse ertüchtigt werden. Jede Menge Arbeit also, um die Karl-Meichelbeck-Realschule fit zu machen.

Alle Maßnahmen werden bei laufendem Schulbetrieb durchgeführt

Wichtig: Alle Maßnahmen müssen während des laufenden Schulbetriebs durchgeführt werden, weshalb man das Gesamtprojekt in Absprache mit der Schulleitung in sechs Bauabschnitte unterteilt und auf vier Jahre gestreckt habe, so Holzfurtner. Los gehen soll es im Juni 2021 mit der Tiefgarage, im Frühjahr 2022 sind Turnhalle und Schulküche an der Reihe. 2022 und 2023 will man sich um die Fachklassen kümmern und bis August 2024 die restlichen Brandschutzmaßnahmen durchführen.

Als Gesamtkosten setzte der Architekt zunächst 16,36 Millionen Euro an. Weil die Vergabe der Arbeiten aber erst 2021 und 2022 erfolgen wird, wurden eine Baukostensteigerung sowie eine zehnprozentige Risiko- und Vergabereserve eingerechnet. Somit dürften sich die Kosten auf rund 18,3 Millionen Euro belaufen. Das ist viel Geld, ist aber immer billiger als eine Generalsanierung, die wohl rund 26,4 Millionen Euro kosten würde. Ein Neubau der vierzügigen Realschule würde mit 38,6 Millionen Euro zu Buche schlagen. Die Entscheidung für das Projekt mochte erleichtert haben, dass der Freistaat bis zu 5,16 Millionen Euro übernehmen könnte.

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