Der Tag nach dem Gelage: Nicht nur etliche leere Flaschen und Bierkästen, sondern auch säckeweise Müll haben die Feiernden am Walderlebnispfad hinterlassen.
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Der Tag nach dem Gelage: Nicht nur etliche leere Flaschen und Bierkästen, sondern auch säckeweise Müll haben die Feiernden am Walderlebnispfad hinterlassen.

Konsequenzen angedroht

„Saustall sondersgleichen“: Feiernde hinterlassen Forst als Müllhalde - das dritte Wochenende in Folge

  • Magdalena Höcherl
    VonMagdalena Höcherl
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Zum dritten Mal in Folge haben Feiernde den Freisinger Forst als Müllhalde hinterlassen. Die Ehrenamtlichen, die sich um das Areal kümmern, ziehen Konsequenzen.

Freising – Manfred Heimerl findet deutliche Worte: „Das ist ein Saustall sondergleichen!“ Die Rede ist vom Walderlebnispfad im Freisinger Forst, um den sich der Förderverein Weltwald & Erlebnispfad Freising kümmert. Obwohl der Unterhalt zwar der Stadt obliegt, sind es Mitglieder wie Heimerl, die regelmäßig kontrollieren, ob dort alles in Ordnung ist. Am Sonntag haben die Ehrenamtlichen das dritte Wochenende in Folge einen Ort der Verwüstung vorgefunden – und wollen das nicht mehr länger hinnehmen.

Walderlebnispfad im Freisinger Forst: Ehrenamtliche finden erneut Ort der Verwüstung vor

„Da, wo Kinder barfuß laufen, wurden Flaschen zertrümmert und im Pavillon wurden Flyer angezündet“, berichtet Heimerl. Hinterlassen worden seien nicht nur ganze Kästen mit leeren Bierflaschen und Verpackungsmüll.

„Eingetretene Bierdeckel müssen wir mit Stöcken aus der Erde stochern, sogar benutzte Tampons haben wir gefunden“, sagt der 80-Jährige, dem die Wut am Telefon deutlich anzumerken ist, im FT-Gespräch. Drei große Säcke Abfall und noch einmal so viele voller leerer Flaschen haben er und vier Helfer am Sonntag eingesammelt, sie waren fast zwei Stunden lang beschäftigt.

Nicht verschont blieb auch der Pavillon: Darin wurden Flyer angezündet und sogar ein Schaukasten aus seiner Verankerung gerissen.

Dass Jugendliche den Ort ab und zu als Treffpunkt nutzen, findet Heimerl nicht schlimm. „Aber dann sollen sie ihren Dreck wieder mitnehmen und vor allem nicht randalieren.“ Denn die Feiernden, laut Heimerl den Flaschen nach zu urteilen mindestens 50 Leute, haben nicht nur Müll hinterlassen, sondern auch Infotafeln mit schwarzer Farbe beschmiert, Holzsäulen aus dem Boden gerissen und einen Schaukasten aus dem Pavillon zerstört. „Da muss mit einem Nageleisen und brachialer Gewalt vorgegangen worden sein, anders schafft man das gar nicht“, sagt Heimerl.

Verwüstung im Freisinger Forst: „Offenbar fehlt es an den Grundregeln der Erziehung“

Über die „Motivation“ für solche Aktionen kann der Rentner nur den Kopf schütteln. „Wir haben in der Jugend auch mal Schmarrn gemacht. Aber doch nicht so was!“ Was ihn am meisten ärgert: „Wir haben das Ganze initiiert und aufgebaut, damit die Leute, die hier spazieren gehen, etwas Schönes vorfinden. Wir machen Führungen, viele Aktionen für Kinder, auch die Waldorfschule lässt sich hier manchmal nieder.“

Dass das sorgfältig gepflegte Areal derzeit regelmäßig so verwüstet wird, könne nicht sein. „Was sind das für verrohte Jugendliche, die alles demolieren und kaputtmachen? Und wir Rentner müssen den Dreck von diesen Schweinen wegräumen.“ Heimerl nimmt vor allem auch die Eltern in die Pflicht: „Offenbar fehlt es bei den jungen Leuten an den Grundregeln der Erziehung: Anstand und Rücksicht.“

Er und die anderen Vereinsmitglieder ziehen Konsequenzen aus den vergangenen drei Wochenenden. „Sollte so etwas noch einmal vorkommen, wird der Platz abgesperrt und wir machen dort gar nichts mehr. Da ist uns die Lust wirklich vergangen.“

Feiernde hinterlassen Müllhalde im Wald: Polizei betont - Ruhestörungen und Müll-Aktionen melden

Bei der Polizei dagegen ist das Ausmaß des Vandalismus bislang nicht bekannt. „In den vergangenen Wochen haben wir tatsächlich nur einen Fall registriert: Ein Waldarbeiter hat mitgeteilt, dass an dem Pavillon einiges beschädigt worden ist und Bierflaschen sowie Müll hinterlassen worden sind“, berichtet Michael Ertl, kommissarischer Leiter der PI Freising, auf Nachfrage.

Beschmiert wurden mehrere Infotafeln.

Er äußert jedoch Verständnis für den Unmut der Vereinsmitglieder und appelliert auch an Spaziergänger und Hundebesitzer, Ruhestörungen oder derlei Müll-Aktionen unbedingt zu melden. „Denn nur wenn wir davon wissen, können wir etwas dagegen tun.“ Während Corona hätten sich neue Feierörtlichkeiten ergeben, „und die muss man auch erst mal rauskriegen“, sagt Ertl. Den Walderlebnispfad habe die Polizei nun auf jeden Fall auf dem Radar.

Drei Frauen haben einen Hofladen geradezu leergeräumt, ohne zu bezahlen. Dann plagte sie offenbar das schlechte Gewissen - und es gab eine ganz faule Ausrede. Jetzt ermittelt die Polizei. Noch mehr aus der Region Freising lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Freising-Newsletter.

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