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Seit bald einem halben Jahrhundert gehört Doris Thomä mit ihrem Schießstand zum Freisinger Volksfest. Jetzt ist damit Schluss. Sie bekam eine Absage von der Stadt. 

„Da geht´s bei mir um die Existenz“

Absage nach 46 Jahren: Volksfest-Bann erschüttert legendäre Schaustellerin

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Seit 1972 hat sie ihren Stammplatz auf dem Freisinger Volksfest. Doch heuer ist Schluss für die Schaustellerin Doris Thomä: Ihr Schießstand hat keine Gnade mehr gefunden bei der Stadt Freising. 

Freising Jedes Jahr müssen sich die Schausteller neu bei der Stadt Freising um einen Platz auf dem Volksfest bewerben. Für die Altgedienten ein Routinevorgang. Doch jetzt, nach 46 Jahren und 46 Zusagen, wurde Doris Thomäs Schießstand „Hubertus“ abgelehnt. Die Absage sei schriftlich gekommen, erklärt die rüstige Volksfest-Veteranin, die sich schon vor Monaten mit Ware eingedeckt hat. Sie ist fassungslos: „Das ist ein absoluter Tiefschlag. Da geht’s bei mir um die Existenz.“ Trotz ihrer 80 Jahre muss sie noch arbeiten, ist aber nur noch auf fünf, sechs Volksfesten vertreten. Ein Ausfall schlage da voll durch, erklärt die „Hubertus“-Chefin, die quasi schon eine Art Wahrzeichen des Freisinger Volksfestes ist. Nicht weniger als die Absage an sich ärgert sie die Art. Wenn jemand fast ein halbes Jahrhundert dabei sei, könne man dem doch nicht einfach einen blauen Brief schicken.

So sei das auch nicht gelaufen, erklärt Robert Zellner, der bei der Stadt für den Bereich „Soziale Angelegenheiten“ zuständig ist. Man habe Frau Thomä schon im vergangenen Jahr signalisiert, dass ihr Schießstand nicht mehr „zeitgemäß“ sei, wie Zellner sagt. Aber die Schaustellerin habe das wohl nicht realisieren wollen. Warum aber die Absage nach der langen Zeit? 

Das sind die Gründe für die Absage

Laut Zellner sehe er nach den Jahrzehnten, in denen Erich Bröckl für das Volksfest zuständig gewesen sei und in denen es wenig Veränderungen gegeben habe, jetzt „einen gewissen Auftrag, das Volksfest interessanter, moderner zu machen“. Der vor wenigen Wochen verstorbene Erich Bröckl habe es halt nicht übers Herz gebracht, „seinen“ altgedienten Schaustellern eine Absage zu erteilen. Doch seine Nachfolger bei der Stadtverwaltung müssten jetzt „einen Schnitt machen“ und versuchen, „neue Ideen reinzubringen“. Dass das jetzt ein „Härtefall“ ist, räumt Zellner ein. Er verstehe die Enttäuschung „aus menschlicher Sicht“ – aber die Absage sei unvermeidlich gewesen“. Ein Volksfest könne nur erfolgreich sein, wenn es mit der Zeit gehe: „Wandel muss sein.“

Wenig zeitgemäß? Nicht mehr attraktiv? Doris Thomä kann diese Argumente nicht nachvollziehen: „Für die Wiesn reicht’s jedenfalls noch“, sagt sie. Ja, auf dem Münchner Oktoberfest ist sie wie immer vertreten. „Die lassen keinen von uns Alten hinten.“ Und wenn sie an ihre Freisinger Stammkunden denkt, bekommen ihre Augen einen feuchten Schimmer: „Die schiaß’n doch scho 40 Jahr’ bei mir!“

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