Konzept für Freising Nord

Schutz vor 100-jährlichem Hochwasser

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Freising - Und weiter geht es mit dem Hochwasserschutzkonzept, das die Stadt nach dem Pfingsthochwasser 2013 in Auftrag gegeben hat. Am Dienstag wurde im Planungsausschuss der Stadt für den Bereich Freising Nord – den Einzugsbereich des Wippenhauser und des Thalhauser Grabens – die Konzeptüberlegung vorgestellt.

Die Maßnahmen, die von den Planern präsentiert wurden, waren auf ein 100-jährliches Hochwasser (plus 15 Prozent Klimawandel-Zuschlag) ausgelegt. Und das gelinge zum einen, indem an den beiden Gräben die Gewässerdynamik zugelassen und Uferstreifen mit Pufferwirkung angelegt werden sollen. Zum anderen dann, indem 14 Dammbauwerke errichtet und Einstauflächen vorgesehen werden. Genau diese technischen Maßnahmen aber trafen beispielsweise bei Umweltreferent Manfred Drobny (Grüne) auf Skepsis und Widerstand: Er sei nicht ganz zufrieden mit der Aussage, Dammbauwerke seien die „verträglichste Lösung“. Ihm und einigen seiner Stadtratskollegen (beispielsweise Robert Weller von den FW) fehle da die Integration der Umwelt und der ökologischen Aspekte in das integrale Hochwasserschutzkonzept. Seine Bitte: zu überprüfen, ob man wirklich die technischen Bauwerke in dieser Massivität benötige, und ob man nicht die Schäden im Landschaftsbild minimieren könne.

Die Planer verteidigten freilich ihr Konzept, betonten, dass es ohne technische Bauwerke nicht gehen werde, und es sich ja lediglich um begrünte Dämme mit einer durchschnittlichen Höhe von zwei bis drei Metern ab Grabensohle handle. Trotzdem: Die Überprüfung, ob man nicht auf den einen oder anderen Damm verzichten könne, wurde den Planern mit auf den Weg gegeben. Eine andere Frage warf Karl-Heinz Freitag (FW) auf: Wie viele Hektar Land müsse man denn von Landwirten erwerben, um das Konzept umsetzen zu können. Freitag fürchtet, dass es sehr lange dauern könne, bis man den Bauern alle notwendigen Grundstücke abgekauft habe. Was das kostet, und wie schnell das geht, weiß keiner.

Dafür kann man jetzt schon abschätzen, was die angedachten Maßnahmen ohne Grunderwerb kosten: 3,5 Millionen Euro für den Thalhauser Graben, wobei sich die Gemeinde Kranzberg gemäß Flächenanteil rechnerisch mit 2,1 Millionen Euro beteiligen müsste, und 1,3 Millionen Euro für den Wippenhauser Graben. Hinzukommt eine Million Euro für Maßnahmen zur besseren Gewässerentwicklung. Das Hochwasserschutzkonzept soll auf dieser Basis weiterverfolgt und umgesetzt werden. Das hat der Planungsausschuss am Dienstag beschlossen. Einstimmig.

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