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Der Zweirad-Fuhrpark von Siegfried Thalhammer ist in der Tiefgarage untergebracht wecht. Dort hat er auch Ersatzteile und Zusatzequipment wie Radltaschen und Abdeckungen untergebracht.

Siegfried Thalhammer: Spitzenreiter beim Freisinger Stadtradeln

Der Senior zieht an allen vorbei

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Freising  - Er ist 76 Jahre alt, hat mehrere Krankheit überstanden und sitzt trotz 100 Prozent Schwerbehinderung unentwegt im Radsattel: Siegfried Thalhammer. Der Freisinger tritt seit Jahrzehnten leidenschaftlich in die Pedale – und ist heuer der Spitzenreiter der Stadtradl-Aktion: mit 2919 gefahrenen Kilometern.

„Freilich habe ich auch ein Auto, aber wo es möglich ist, wird mit dem Radl gefahren. Gegebenenfalls mit dem Rucksack hinten drauf.“: Siegfried Thalhammer freut sich, dass er von der Stadt Freising im Rahmen des Festakts im Rathaus als Spitzenreiter in der Einzelfahrer-Klasse ausgezeichnet wurde (siehe Bericht Seite ..). Immerhin waren allein die Domstadt für die bundesweite Stadtradl-Aktion 650 Teilnehmer an den Start gegangen, um die CO2-Bilanz der Stadt Freising im Aktionszeitraum (zwischen 19. Juni und 9. Juli) nach unten zu schrauben und ein Zeichen für Umweltbewusstsein zu setzen.

 Für seine Stadtradl-Premiere hat Siegfried Thalhammer trainiert. So wie später bei der Aktion auch, machte er sich auf Tour durch den Landkreis und darüber hinaus. Aber wie hat er es in nur drei Wochen geschafft, eine 2919-Kilometer-Bilanz aufzustellen? Ganz einfach: meint der Senior: „Nicht nur mit Tagestouren.“ Er war nämlich neben seinen gewohnten Strecken in die Hallertau Landshut Vilsbiburg, Dachau, Tegernsee, Wolfratshausen, auch in Ungarn aktiv – sehr aktiv. Dahin starteten Bekannte zu einem Zwei-Wochen-Trip im Pkw. Er sprintete erst mal mit seinem Rennrad bis Passau hinterher, und ließ sich dann mitnehmen bis zum Plattensee. „Dort bin ich fleißig geradelt“, verriet er. Hunderte von Kilometern. Eine ganz große Tour wollte er am „Balaton“, wie der See auf Ungarisch heißt, auch noch drehen. Mehrere hundert Kilometer wären da zusammengekommen, aber: „Das hätte bis zum Aktionsende am 9. Juli nicht mehr geklappt.“ Die besondere Leidenschaft für das Radeln hat bei Thalhammer einen besonderen Grund. 

Der ehemalige Bauunternehmer hat vor ein paar Jahren einen Schlaganfall erlitten. Bis dahin war der Freisinger sportlich vielseitig unterwegs – etwa in den Bergen oder als Springreiter am Wochenende. Aber all das ging nach dem Anfall nicht mehr – bis auf das sportliche Radeln. Das ist bis jetzt „sein Sport“, der ihn weiter fit hält. 

Thalhammers neuester Asphalt-Renner, mit dem er beim Stadtradln mitmachte, ist was ganz Spezielles. Er ist nicht nur aus Karbon und größenmäßig exakt auf ihn ausgelegt, sondern er birgt auch ein kleines Geheimnis. Und klein ist da wörtlich zu nehmen. Als Tretunterstützung – etwa bei Steigungen – kann man bei Leistungsabfall einen kleinen elektrischen Hilfsantrieb dazuschalten: das Patent namens „Vivax“, die leichteste Antriebshilfe der Welt, in Radlerkreisen auch „Rückenwind“ bezeichnet. Ein regelrechtes E-Bike sei sein Flitzer laut Thalhammer aber nicht: „Der Motor hat keine verschiedenen Stufen wie bei anderen E-Rädern üblich, und nur eine sehr geringe Leistung. „Das ist ein Fahrgefühl wie ohne Antriebshilfe.“ 

Wer wie Siegfried Thalhammer Radler aus Leidenschaft ist, der braucht schon das richtige Sportgerät – und das mehrfach. So hat Thalhammer nicht nur einen hochgezäumten Drahtesel in der Garage stehen: Neben seinem Karbon-Flitzer stehen noch ein älteres Rennrad, ein Mountainbike, ein Tourenradl und ein Crossbike: „Und die wollen alle bewegt werden“, meint der Radl-Enthusiast: „Damit sie genausowenig einrosten wie ihr Besitzer.“

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