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„Steiniger Weg“: So stemmt sich der Landkreis Freising gegen den Fachkräftemangel in der Pflege

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Von: Andreas Beschorner

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Schwierige Zeiten: Die Corona-Pandemie erschwert die häusliche Pflege von Angehörigen. Die psychische und physische Belastung ist enorm. Foto: Bernd Thissen/dpa
Die häusliche Pflege von dementen Angehörigen ist eine physische und psychische Belastung. Symbolbild © Bernd Thissen / dpa

Um dem Fachkräftemangel in der Pflege etwas entgegenzusetzen, hat eine Expertin den Freisinger Kreisräten ihre Überlegungen vorgestellt. Es gibt viel zu tun.

Freising – Was tun gegen den Pflegekräftemangel? Eva Gall, die Leiterin der Berufsfachschule für Krankenpflege am Freisinger Klinikum, hat den Kreisräten im Sozialausschuss ihre Überlegungen vorgestellt. Aber sie hat auch „Hürden und Stolpersteine“ benannt. Für Landrat Helmut Petz stand fest: „Das ist ein steiniger Weg. Aber er ist unverzichtbar.“

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Seit 1970 gibt es die Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum, seit 2020 ist man staatliche anerkannte Berufsfachschule für Pflege, seit 2021 auch staatliche anerkannte Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe. Und so gibt es 72 genehmigte Ausbildungsplätze in der Pflege, 24 in der Pflegefachhilfe.

Mehr Ausbildungsplätze

Gegen den bestehenden Mangel an Pflegekräften helfe freilich in erster Linie eine Erweiterung der Ausbildungsplätze, sagte Gall. Das würde zu einer Bündelung der Schulplätze für Pflege in Freising bedeuten und habe eine bessere Bindung der Azubis an den Landkreis zur Folge. Das Verfahren zur Erweiterung der Schulplätze, so Gall, beinhalte beispielsweise die Forderung nach Umsetzung eines Raumprogramms. So benötige man einen vierten Klassenraum, einen Mehrzweckraum und auch einen zweiten Fachpraxisraum.

Das große Aber: Aktuell gebe es keine Möglichkeit im Klinikum Freising, diese Räume vorhalten zu können. Zudem könnte es beim Angebot der verpflichtenden Praktikumsplätze eng werden. Sinnvoll wäre es deshalb, dass die praktische Ausbildung auf mehrere Träger verteilt werde. „Größtes Nadelöhr“ seien da laut Gall die Einsätze in der ambulanten Langzeitpflege. Und auch in der Psychiatrie könnte es mit zwei Ausbildungskursen eng werden. Hinzukomme, dass man dann freilich auch mehr Personal benötige – Pflegepädagogen beispielsweise oder auch ein Vollzeitstelle im Sekretariat.

Ganz allein stemmen müsste das der Landkreis freilich nicht: Für Baumaßnahmen, wusste Gall, gebe es Zuschüsse in Höhe von 45 bis 50 Prozent vom Freistaat, Kosten für Miete oder eine Containerlösung könne man über den Ausbildungsfond abbilden, und auch die Kosten für die zusätzliche Ausstattung könnten wohl über den Ausbildungsfond refinanziert werden. Das Ziel, mehr Pflegekräfte auszubilden und dann auch in Freising zu halten, ist also klar. Aber der Weg ist lang und nicht einfach. „Steinig“ eben.

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