Banane mit Fairtrade-Siegel
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Einige Gemeinden im Kreis Freising sind bereits als „Fair-Trade-Kommunen“ ausgezeichnet. Nun soll der ganze Landkreis „fair“ werden. Symbolbild

„Sympathische Idee“

Freising soll Fair-Trade-Landkreis werden - Fünf Kriterien müssen erfüllt sein

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Auf Antrag der Grünen hat der Freisinger Kreisausschuss beschlossen, den Landkreis „fair“ zu machen. Dazu müssen verschiedene Kriterien erfüllt werden.

Freising – Vor 20 Jahren startete in Großbritannien die Kampagne „Fair-Trade-Town“, seit 2009 gibt es auch in Deutschland Fair-Trade-Towns. Jetzt schreiben wir das Jahr 2021. Und jetzt hat der Kreisausschuss auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beschlossen, dass auch der Landkreis Freising ein „fairer“ Landkreis wird. Fünf Kriterien muss man erfüllen.

Die Anforderungen des Fair-Trade-Vereins

Der Antrag der Grünen beinhaltete, dass die Landkreisverwaltung einen Mitarbeiter für die Arbeit einer Steuerungsgruppe abstellt, und dass der Landkreis in seinem Zuständigkeitsbereich Fair-Trade-Produkte verwendet. Zudem müssen folgende fünf Kriterien erfüllt sein: Bei Sitzungen und im Landratsbüro wird ausschließlich Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel verwendet, eine lokale Steuerungsgruppe wird gebildet, in 28 Geschäften und 14 Gastronomiebetrieben sowie in Einzelhandelsgeschäften werden Fair-Trade-Produkte angeboten, in mindestens einer Schule, einem Verein und einer Kirche werden Fair-Trade-Produkte verwendet, und die Fair-Trade-Initiative wird durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit und auf der Homepage des Landkreises kommuniziert.

Am Ende soll also dann die Zertifizierung als „Fair-Trade-Kommune“ stehen, die zunächst für zwei Jahre vom FairTrade Deutschland e.V. vergeben wird. Danach wird überprüft, ob die fünf Kriterien weiterhin eingehalten werden. Laut Antrag der Grünen bedeute dies eine Vorbildfunktion des Landkreises und auch einen Imagegewinn. Immerhin: Sieben Landkreise in Bayern sind bisher als Fair-Trade-Kommune zertifiziert, acht weitere befinden sich derzeit im Bewerbungsverfahren.

Die Reaktionen der Kreisvertreter

Für Landrat Helmut Petz, der den Antrag für eine „sympathische Idee“ hielt, war klar: „Das wird die Welt nicht ändern, aber es ist ein Signal.“ Die Mitglieder des Kreisausschusses standen hinter dem Antrag: Der stamme bereits aus dem Jahr 2019, erinnerte Grünen-Kreisrat Michael Stanglmaier, sei damals unter Petz’ Vorgänger nur beraten, aber nicht beschlossen worden. FW-Kreisrat Rainer Schneider sagte, die Zertifizierung als Fair-Trade-Landkreis sei nur „ein Baustein von vielen“. Grundsätzlich gelte, dass „wir alle unsere Verbrauchsgepflogenheiten ändern müssen“, um für fairen Handel auf der Welt zu sorgen.

In den Augen von Manuel Mück (CSU) entfalten der Antrag und die Zertifizierung „eine richtige Signalwirkung“. Tobias Weiskopf (FDP) forderte, man müsse das Siegel dann auch mit Leben füllen. Der Antrag der Grünen, sich um die Auszeichnung als „Fair-Trade-Kommune“ zu bemühen, wurde im Ausschuss einstimmig angenommen.

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