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Die Ouvertüre des Dramas „Egmont“ präsentierte das Domorchester im schön beleuchteten Renaissancehof des Kardinal-Döpfner-Hauses. 

Sommer.Kultur.Nächte auf dem Domberg

Rendezvous mit Goethe

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Goethe, der Dichterfürst. Doch der vielleicht berühmteste Deutsche ist nicht nur in der Welt der Worte zuhause und hat da die deutsche Kulturgeschichte in wesentlichen Teilen mitgeprägt. Johann Wolfgang Goethe ist auch einer, der mit seinen Werken in der Musik viele Spuren hinterlassen hat. Einigen dieser Fährten sind am Samstagabend Dommusikdirektor Matthias Egger, das Domorchester, Sopranistin Sophie Mitterhuber und als Sprecher Domrektor Marc Aeilko Aris im Rahmen der Sommer.Kultur.Nächte nachgegangen. Ein weiterer Höhepunkt der „Zeit für Poeten“.

Freising– Ausgewählt hatte Egger zum einen die Vertonung des Dramas „Egmont“, das Domorchester präsentierte die Ouvertüre. Es war der fulminante und grandios interpretierte Einstieg zu einem ganz besonderen literarisch-musikalischen Abend.

Denn die fünf Liebeslieder für Sopran und Orchester, die man aus dem Oeuvre Franz Schuberts ausgewählt hatte, sahen eine Solistin, die zu recht tosenden und langen Applaus im atmosphärisch schön beleuchteten Renaissancehof des Kardinal-Döpfner-Hauses bekam – „Bravo!“-Rufe inklusive: Sophie Mitterhuber, eine Österreicherin, die am Gärtnerplatztheater engagiert ist, verwandelte den Arkadenhof in einen Konzertsaal, erfüllte mit ihrer Stimme den Raum, erweckte drei gesungene Texte Goethes und zwei von Marianne Willemer, einer „Muse“ Goethes, zum Leben.

Wie man sich so ein Zusammentreffen Goethes mit Komponisten seiner Zeit vorstellen muss, das ist aus zeitgenössischen Erzählungen und Berichten zu erfahren, die Domrektor Marc Aeilko Aris vortrug und der daraus kleine, ansprechende und anrührende Szenen machte. Zum Beispiel die Schilderung, wenn der junge Felix Mendelssohn-Bartholdy beim Dichterfürsten zu Gast ist und dort mit seinem Können und seiner Virtuosität begeistert. Und weil der Dichter und der Musiker über Jahre hinweg engen Kontakt pflegten, kam am Samstag Mendelssohn-Bartholdys Sinfonie Nr. 1 c-Moll (op. 11) zur Aufführung – eine weitere Gelegenheit für das Orchester, seine hohe Präzision und große Qualität unter Beweis zu stellen.

Ein wunderbarer, einfach schöner Abend eben – ein Abend mit dem Poeten Goethe, mit großen Komponisten und exquisiten Interpreten von Musik und Literatur.

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