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Sommerwunder 2022: „Sehr schön, sehr schwierig, sehr erfolgreich“: Organisator zieht Bilanz

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Sommerwunder Freising 2022
Vor 300 Zuhörern spielte die Gruppe Austria 4+ im Amtsgerichtsgarten. Wie immer mit dabei: der Freisinger Musiker Stefan Pellmaier (r.). © Michael

Die Organisation war „sehr schwierig“, der Verlauf „sehr erfolgreich“: Veranstalter Vipo Maart zieht zum Sommerwunder Bilanz und gibt einen Vorausblick.

Freising – „Schee war´s scho. Ganz schee war´s. So schee war´s überhaupt no nia!“ So geht der berühmte Dialog aus der Serie „Münchner Geschichten“, der zweifelsohne auch für das heurige Sommerwunder gelten kann. Mit ganz viel Herzblut haben viele engagierte Kräfte an einem Strang gezogen, um die Kultur in Freising hochleben zu lassen. Von einem persönlichen Highlight, der Zukunft des Sommerwunders und der Rückkehr des Uferlos-Festivals im Winter berichtet Vipo Maat, Uferlos-Geschäftsführer und Booker mit Leib und Seele.

Kultur pur über zwei Wochen lang – das Sommerwunder 2022 hat wieder einmal für jeden Geschmack etwas bereitgestellt, ob nun Theater, Jazz, Weltmusik oder die Verneigung vor den ganz großen österreichischen Songwritern. Für Vipo Maat war das diesjährige Sommerwunder vor allem zweierlei: „Es war sehr, sehr schön und auch sehr erfolgreich.“ Da die aktuellen Zahlen noch nicht vorliegen, kann er allerdings die Besucherzahlen nur grob schätzen: Insgesamt rund 3000 Musikfans dürften es aber auf jeden Fall gewesen sein, die beide Locations, Amtsgerichtsgarten und Lindenkeller, aufgesucht haben – und im Grunde eigentlich immer Glück mit dem Wetter gehabt haben.

Zehn Jahre lang wollte er diesen Musiker nach Freising holen - jetzt hat es geklappt

Maats persönliches Highlight des Sommerwunders: der französische Ausnahme-Gitarrist und Jazzmusiker Biréli Lagrène, der zusammen mit dem Joscho Stephan Trio am 29. Juli auf der Amtsgerichtsbühne stand. „Ich habe zehn Jahre versucht, ihn nach Freising zu holen – und dann war es endlich so weit“, erzählt Vipo Maat. „Das war immer mein Traum, ihn zu buchen – ihn oder AC/DC.“ Und dann passierte tatsächlich für den Booker noch ein weiteres Wunder: „Danach sind wir alle zum Italiener zum Essen gegangen. Biréli hat glatt seine Gitarre ausgepackt und dort weitergespielt. Ehrlich: Das war wie Weihnachten.“

Was er allerdings auch betont: „Dieses Jahr war es das schwierigste für uns Booker.“ Weil aktuell wieder überall Veranstaltungen anlaufen, seien die Künstler entweder schwerer zu haben, schon ausgebucht oder einfach zu teuer.

„Wir machen ja nicht auf Après-Ski“

Organisator Vipo Maat nennt einen Grund, warum das Sommerwunder bei den Freisingern so gut ankommt

Was aber auch sehr gut bei den Freisinger angekommen ist, neben vielen anderen Acts: die Formation Austria 4+ mit dem hiesigen Allrounder Stefan Pellmaier. „300 Leute waren da“, berichtet Pellmaier auf FT-Nachfrage kurz vor dem Beginn des nächsten Konzerts in Landshut. Was seiner Meinung nach den Leuten besonders gefällt: „Wir machen ja nicht auf Après-Ski, sondern bieten ein großes Spektrum an. Auch dunkle Songs von Ludwig Hirsch sind dabei.“ Vier Zugaben hat Austria 4+ geben müssen, für Pellmaier war das Sommerwunderkonzert in bestem Ambiente deshalb vor allem eines: „Leiwand!“

Sommerwunder 2022
Scheckübergabe: (v. l.) Petra Waldhör (Ambulantes Palliativteam) Vipo Maat (Uferlos GmbH) Odilo Zapf (Musikschule) und Markus Bader (Kulturamt). © Michalek

Überaus „leiwand“ wäre es für Vipo Maat übrigens auch, wenn das Sommerwunder als fest eingeplante Veranstaltungsreihe weiterlaufen würde – auch weil dann ein frühes Buchen deutlich einfacher wäre. Angst, dass sich das Sommerwunder mit einem Sommer-Uferlos „beißen“ würde, hat er nicht. „Auf dem Uferlos spielen die lauteren Bands, im Sommerwunder bieten wir Sachen wie Jazz oder Theater. Das ergänzt sich wunderbar“, so seine Einschätzung.

Kommendes Winter-Uferlos hat auch die Funktion einer Kickoff-Veranstaltung

Das Problem mit dem Sommer-Uferlos sei ein ganz anderes: Da dort drei Jahre lang alles still gestanden war, fehle es beispielsweise schlichtweg an Personal. Das diesjährige Winter-Uferlos kann man laut Vipo Maat deshalb durchaus als Kickoff-Veranstaltung sehen, um das Uferlos wieder anzuwerfen – auch oder vor allem für den Sommer. Sein Traum: Sommerwunder und Uferlos in der heißen Jahreszeit, die mit den jeweiligen Veranstaltungen sozusagen künstlerisch korrespondieren, und zusätzlich ein feines Programm im Winter.

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Was heuer ebenfalls besonders beim Sommerwunder war: Die Einnahmen von 2312,34 Euro vom Eröffnungskonzert der Stadtkapelle wurden an das Freisinger Palliativteam gespendet. Für Vipo Maat eine sehr schöne Sache – auch, um ganz bewusst den Fokus auf diese wichtige Arbeit im Bereich der Pflege zu lenken. (Richard Lorenz)

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