1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Freising

Sorge um Mietpreis: Mehrgenerationenhaus in Lerchenfeld wird teurer

Erstellt:

Von: Andreas Beschorner

Kommentare

null
Neben der Feuerwache II entstehen 115 neue städtische Wohnungen. Kosten: 25,65 Millionen Euro. © Gleixner

Das von der Stadt Freising geplante Mehrgenerationenhaus in Lerchenfeld kostet deutlich mehr als erwartet. Der anvisierte Mietpreis wackelt bedenklich.

Freising – Das Projekt des städtischen Mehrgenerationenwohnens an der Katharina-Mair-Straße wird teurer als gedacht. Ob (und wie) man den eigentlich anvisierten Mietpreis von 8,50 Euro pro Quadratmeter für die 115 Wohnungen wird halten können, war am Montag im Finanzausschuss Anlass für Diskussionen. Ergebnis: Darüber wird später beraten.

Ende 2018 hatte man das Vorzeigeprojekt in Lerchenfeld endgültig beschlossen, hatte da noch mit Kosten in Höhe von 25,65 Millionen Euro gerechnet. Nun, so Hochbauamtsleiter Robert Naujokat, habe man den ersten großen Block an Aufträgen ausgeschrieben (knapp 60 Prozent) und die Angebote erhalten. Das Fazit: Die Angebotspreise liegen 13 Prozent über der Kostenberechnung. Wenn man das nun auf die Gesamtmaßnahme umrechne, ergebe das laut Naujokat Mehrkosten in Höhe von rund 2,65 Millionen Euro.

Ein Satz im Bericht lässt die Räte aufhorchen

Dass man um die Kostenerhöhung - nicht die erste im Rahmen des Projekts - wohl nicht herumkomme, war den Stadträten angesichts der derzeitigen Lage auf dem Markt klar. Mit der Genehmigung der Kostensteigerung selbst hatte man deshalb auch keine großen Probleme. Doch ein anderer Satz in dem Bericht ließ aufhorchen: Eine nun auf den Mehrkosten basierende Wirtschaftlichkeitsberechnung habe ergeben, dass bei einer „moderaten Erhöhung des Mietpreises gegenüber den ursprünglich geplanten 8,50 Euro“ die Mieten nach wie vor unter dem Freisinger Durchschnitt liegen werden. Stadtbaumeisterin Barbara Schelle hatte die Zahl neun Euro erwähnt.

Für Sebastian Habermeyer (Grüne), der erst kürzlich den Freisinger Wohnungsmarkt als „Trauerspiel“ bezeichnet hatte, war klar: „Wir wollen, dass die 8,50 Euro bleiben.“ Heidi Kammler (SPD) betonte, dass bei 8,50 bis neun Euro Schluss sein müsse. „Ich will, dass wir eine soziale Stadt bleiben“, so ihr Credo. OB Tobias Eschenbacher sagte, man bemühe sich, bei diesem städtischen Projekt die Mieten so niedrig wie möglich zu halten. Andererseits verlange der Zuschussgeber, also die Regierung, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung: keine Wirtschaftlichkeit, keine Zuschüsse. Im Endeffekt segnete man die Kostenerhöhung ab. Um das Projekt nicht zu gefährden, wird später beraten, wie man eine mögliche Steigerung der Wohnkosten abwenden oder gering halten kann.

Auch beim Alten Gefängnis steigen die Kosten

Eine andere Erhöhung, die am Montag im Finanzausschuss verkündet und beschlossen wurde, war da bei weitem nicht so dramatisch: Die geschätzten Kosten für die unbedingt notwendige Sanierung der Stützmauern beim Alten Gefängnis in Höhe von 300 000 Euro werden sich, so das Resultat der Ausschreibungen, auf 360 000 Euro erhöhen. Auch diesem finanziellen Mehraufwand erteilten die Stadträte einstimmig Grünes Licht.

Voran geht es auch mit einem anderen Projekt in unmittelbarer Nachbarschaft zum künftigen Mehrgenerationenhaus: die neuen Feuerwache 2.

Auch interessant

Kommentare