die beiden Freisinger Filmführer
+
Ein eingespieltes Team: Wolfgang Schnetz (l.) und Richard Brückl, die Film-Stadtführer.

Dritte Auflage der Filmführung durch die Domstadt

Ein neues Drehort-Schmankerl: Spannendes aus der Freisinger Sporrergasse

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
    schließen

Freising als Filmkulisse – das ist immer wieder spannend. Wolfgang Schnetz und Richard Brückl zeigten Wissbegierigen nun zum dritten Mal Drehorte der Domstadt.

Freising - Die neuen Erkenntnisse dieses Mal bezogen sich zum einen auf die Sporrergasse: Dort wurden nämlich Szenen des Spielfilms „Soldatensender Calais“ gedreht – ein im Jahr 1944 in Frankreich spielendes Filmdrama aus dem Jahre 1960 von Paul May. Gute Kritiken hat der Streifen nicht bekommen, wie Wolfgang Schnetz sagte. Mit welchen Tricks in der Sporrergasse gearbeitet wurde, wie Filmdrehs damals abliefen, all das und noch viel mehr hatte Schnetz nach Recherchen und Gesprächen mit Zeitzeugen zu berichten.

Schnetz informiert über aktuelles „Geheimprojekt“

Zum anderen war Neues zu einer aktuellen Produktion zu erfahren: Wie Schnetz ebenfalls herausgefunden hat, dürfte es sich bei den Dreharbeiten, wegen derer derzeit die Kreisstraße FS 8 nach Kirchdorf gesperrt ist, um einen Dokumentarfilm von Dominik Graf handeln. Zwar wird das Projekt geheimgehalten, doch, so die „höchste Wahrscheinlichkeit“, dürfte es sich um einen Film über Schriftsteller und Schriftstellerinnen handeln, die zwischen 1933 und 1945 in Deutschland geblieben sind, statt ins Exil zu gehen. Schon anderswo wurde gedreht, jetzt also offenbar in Freising. Titel des Films: „Gesicht der Erinnerung“.

Von Kirk Douglas bis zum fiktiven Loisach

Locker und flockig, mit ganz viel Hintergrund- und Detailwissen gesegnet – so kam die ganz besondere Stadtführung auch heuer daher: Die heutige Touristinfo als Polizeistation im fiktiven Loisach, wo „Schafkopf – A bisserl was geht immer“ spielt, das Ziererhaus als Bankiersgebäude in der Folge „Die Chimäre des Kalifen“ aus der Reihe „Arsène Lupin“, das Jahr 1958, als Weltstar Kirk Douglas als Wikinger mit verkleinerten Drachenschiffen auf der Isar segelte, als für die amerikanischen TV-Krimi-Serie „Blue Blood“ im Kirchhof ein bayerischen Fest aufgebaut und ein Bus mit Männern und Frauen angekarrt wurde, die allesamt stämmig und „kropfert“ waren, wie sich Schnetz noch an seine Erlebnisse vor Ort erinnert – das alles wurde von dem Mitglied der Freisinger Laienspieler launig und humorig, kurzweilig und unterhaltsam erzählt. Im Büro des OB seien praktisch schon alle „Förster aus Falkenau“ gesessen, am Marienplatz sei „Mobbing“ gedreht worden, durch die Luckengasse sei schon Bibi Blocksberg geflogen, das Alte Gefängnis wurde für das Historiendrama „Räuber Kneißl“ mit Maximilian Brückner reaktiviert. Eine grandiose Reise in die Welt des Films eben – mit Freising in der Hauptrolle.

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Freising-Newsletter.

Das Landkreiswetter

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare