Absage an Fusion

Sparkasse Freising will’s weiter allein schaffen

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Freising - Die Sparkasse Freising hat den Plänen zu einem großen Zusammenschluss mehrerer Kreissparkassen eine Absage erteilt. „Vorstand und Verwaltungsrat haben intensiv abgewogen, ob die Regionalität bei einer solchen Fusion noch gegeben wäre“, sagte Christoph Stoeber, Leiter des Vorstandssekretariats der Sparkasse Freising, dem FT auf Nachfrage. „Wir sind einvernehmlich zu der Entscheidung gelangt, dass dem nicht so ist, und haben von weiteren Gesprächen mit den westlich benachbarten Sparkassen Abstand genommen.“

 Wie im Wirtschaftsteil unserer Zeitung berichtet, strebt die Sparkasse Fürstenfeldbruck schon seit Jahren eine Mega-Sparkasse westlich von München an. Die Sparkassen Dachau und Landsberg-Dießen haben Gesprächsbereitschaft signalisiert. Auch Freising sollte mit ins Boot geholt werden – letztendlich ohne Erfolg, wie Stoeber betont: „Nach Auffassung unserer Gremien besteht mit Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg kein gemeinsamer Wirtschaftsraum.“

Die Herausforderungen für die Banken sind vielfältig. Die größten sind anhaltend niedrige Zinsen, zunehmende Regulatorik und die fortschreitende Digitalisierung. „Durch eine Fusion allein lassen sich die anstehenden Herausforderungen nicht lösen. Sie bestehen mit und ohne Fusion“, ist Stoeber überzeugt. „Wir wollen zunächst alle Möglichkeiten der Eigenoptimierung ausschöpfen.“

Zu den Maßnahmen, die die Sparkasse Freising ergreifen will, zählen Investitionen in digitale/mediale Service- und Beratungsformate, eine verbesserte Kosteneffizienz durch mehr Standardisierung und Konzentration auf das Kerngeschäft. „Wir sind davon überzeugt, dass wir uns in einem attraktiven Umfeld befinden – eines mit wachsender Bevölkerung, großer Kaufkraft und wenig Arbeitslosigkeit“, erklärt Stoeber. „Wir wollen diese Markpotenziale durch eine noch intensivere Marktbearbeitung konsequent ausschöpfen.“ Dazu zählt neben innovativen Vertriebsansätzen auch eine Aufwertung der Filialstrukturen. „Wir setzen auf starke BOeratungszentren“, betont Stoeber.

Bedeutet das, dass erneut Zweigstellen mit benachbarten Standorten zusammengelegt werden könnten, wie dies 2014 in Hohenkammer, Attenkirchen, Kirchdorf und Wolfersdorf der Fall war? „Es ist nichts Aktuelles geplant“, sagt Stoeber. „Aber prinzipiell ist so etwas nicht auszuschließen.“ Weitergehende Überlegungen seien natürlich immer auch abhängig von der künftigen Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Eines bereitet ihm indes keine Sorge – eine Mega-Sparkasse in nächster Nähe zu haben. „Die Größe der Nachbarsparkasse ist aufgrund des Regionalprinzips nur von geringer Bedeutung.“  mes

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