1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Freising

Elf Millionen Euro für die Genusskultur

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andreas Beschorner

Kommentare

null
Wieder ein Spatenstich auf dem Weihenstephaner Campus. Für den guten Ton beim gestrigen Festakt sorgte das Bläserensemble des Camerloher-Gymnasiums. © Lehmann

Wenn Männer in Anzügen zum Spaten greifen und mit Erde werfen, dann ist das fast immer ein Spatenstich. Gestern war Am Staudengarten dieses Schauspiel wieder zu bewundern. Denn gestern ging es offiziell los mit dem Neubau des Zentrums für angewandte Brau- und Getränketechnologie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT). Fast elf Millionen Euro werden investiert und damit die „Genusskultur“ gefördert, so Staatsminister Florian Herrmann.

Freising – HSWT-Präsident Eric Veulliet blickte zurück in die Geschichte eines Standorts, an dem Bier schon sehr lange eine Rolle spielt. Aber: „Lorbeeren sind schön, man darf sich aber nicht darauf ausruhen“. Im Wettbewerb mit anderen Hochschulen müsse man also investieren – und zwar in allen Bereichen, auch und vor allem in die Infrastruktur. Der knapp 1400 Quadratmeter Nutzfläche aufweisende Neubau mit seinen Anlagen zur Herstellung und Abfüllung von Getränken, mit seinen Laborflächen, mit seinem Seminarraum und den Büros sei da ein wichtiger Baustein, biete er in der Ausbildung und Forschung doch neue Möglichkeiten. Und: Der Neubau komme gerade zur rechten Zeit, sagte Veulliet, laufe dieser Studiengang doch sehr erfolgreich.

„Jetzt geht’s los!“ verkündete denn auch Staatsminister Florian Herrmann bei der kleinen Feier im alten Gebäude für Brau- und Getränketechnologie, wo das Bläserensemble des Camerloher-Gymnasiums für den guten Ton sorgte. Der 24. September mit diesem Spatenstich – das sei „ein besonders schöner Tag“ für die Hochschule, für die Studenten, für die Professoren, für ihn als Vertreter der Staatsregierung, aber auch für den Wissenschaftsstandort und für ganz Freising. Das Zentrum für angewandte Brau- und Getränketechnologie stelle sich den neuen Ideen und Herausforderungen der Bier- und Getränkekultur, setze das Reinheitsgebot höchst modern um, sei „ein hybrides Biotop des Neuen“, sagte Herrmann. Der HSWT wünschte er, dass sie weiter vorangehe, Vorbild bleibe. Denn: „Wir brauchen nicht nur Leute, die viel wissen, sondern auch Pioniere“, die das auch in die Tat umsetzen und anwenden.

Jörg Lehmann, der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, sprach von einem „strategisch wichtigen Neubauprojekt“, von dem die bayerische und deutsche Brauwirtschaft profitieren werde. Mit dem neuen Zentrum werde der Ruf Weihenstephans als Marke gefestigt, die für Spitzenforschung und Spitzentechnologie stehe. In Zeiten, in denen Bier eine Renaissance erlebe, in denen die Zahl der Brauereien und der Biersorten steige, in denen also „Bier in aller Munde ist“, so Lehmann, setze man in Deutschland weiterhin auf das Reinheitsgebot, wo „andere immer tiefer in die chemische Trickkiste greifen“.

Zum Beginn des Wintersemesters 2021/2022 soll das Gebäude fertiggestellt sein. Was die Prominenz im feinen Zwirn da gestern mit dem Spaten an Erde bewegte, war immerhin ein Anfang.

Auch interessant

Kommentare