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Zum zweiten Mal an die Spitze gewählt wurde mit 811 Stimmen Florian Wildgruber (r.). FT-Anzeigenleiter Klaus Pirhalla überreichten dem Triathleten den Siegerpokal.

Sportlerehrung des Freisinger Tagblatts

Sportler des Jahres: Florian Wildgruber und sein Kampf für den Lebenstraum

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Es war eine unglaubliche Willensleistung, ein Sieg der Psyche über den schmerzenden Körper: Triathlet Florian Wildgruber (25) hat 2016 den Ironman auf Hawaii bewältigt und sich damit zum zweiten Mal in Folge den Titel FT-Sportler des Jahres gesichert. Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der einige Hürden überwinden musste, um sich seinen Lebenstraum zu erfüllen.

Freising – Es war einmal ein kleiner Bub: Der hatte eine Fehlstellung der Hüfte und kurzfristig eine halbseitige Lähmung, später wurde bei ihm ADHS diagnostiziert. Es hieß, er sei nicht schulfähig. Das ist viele Jahre her. Jetzt, am Montagabend, trat Florian Wildgruber nach der Ehrung der Besten an das Rednerpult und richtete bewegende Worte an die versammelte Sportgemeinde, die 2016 so tolle Erfolge gefeiert hatte. „Es geht darum, sein Ziel zu verfolgen, mit aller Energie, die man hat. Kämpft für Eure Träume. Lasst Euch nicht einreden, dass Ihr es nicht schaffen könnt.“ Tosender Applaus für einen jungen Mann, der im Alter von 25 Jahren von sich behaupten darf, sein erstes großes Lebensziel erreicht, seinen Traum gelebt zu haben.

Florian Wildgruber hat im Oktober vergangenen Jahres unsägliche Strapazen auf sich genommen und den Ironman auf Hawaii bewältigt. Jenen härtesten Triathlon der Welt, das Rennen, auf das er hinarbeitete, seit er vor sieben Jahren mit diesem Sport angefangen hatte. „So etwas kann jedoch nur funktionieren, wenn man das richtige Umfeld, gute Freunde und Sponsoren hat“, sagte der Freisinger. „Das Umfeld ist das Allerwichtigste. Die anderen sehen nicht, wie viele Stunden voller Mühen und Schweiß dahinterstecken. Vielen Dank an alle, die mich unterstützt haben.“

Es sind Worte, die definitiv klingen, die einer großen Entscheidung Ausdruck verleihen. Denn Florian Wildgruber hat seine Triathlon-Laufbahn beendet, will sich nun auf seine Karriere als Speaker konzentrieren und seine Erfahrungen in Seminaren und Vorträgen an seine Zuhörer weitergeben. „Ich habe meinen Schritt, mit dem Sport kürzer zu treten, nie bereut“, erzählt der studierte Sportpsychologe.

Fotostrecke: Das sind die Bilder der Sportlerehrung

Fotostrecke: So lief die Sportlerehrung

Diese Entscheidung sei lange in ihm gereift. Denn schon Anfang 2016 habe er erstmals daran gedacht. „Als ich dann auf Hawaii ins Ziel gekommen bin, ist eine ganze Menge Ballast von mir abgefallen.“ Seine Platzierung – „ich glaube, es war irgendwo zwischen Rang 400 und 500“ – war ihm letztlich egal. Das Wichtigste war: Wildgruber hatte seinen inneren Schweinehund nicht nur besiegt, sondern sogar eliminiert. „Beim Radfahren waren meine Beine ziemlich platt, ich habe gedacht, ich schaffe keinen einzigen Meter mehr. Und dann kam ja schließlich noch der Marathon.“ Es war ein langer Kampf zwischen Aufgeben und Weitermachen. Wildgruber hat ihn gewonnen.

Seitdem hat sich in seinem Sportverhalten viel geändert. Vor Hawaii war sein ganzes Leben auf das Training ausgerichtet, jetzt belässt es Wildgruber bei fünf bis acht Stunden in der Woche. Zwei kürzere Triathlon-Wettkämpfe werde er heuer bestreiten. „Aber das gehe ich ohne großes Ziel an. Ich will einfach nur Spaß haben.“ Generell könne er sich jedoch vorstellen, vielleicht in einer anderen Sportart durchzustarten: „Ich suche nach etwas, das mich reizt“, sagt der 25-Jährige. Nur so viel sei sicher: „Curling wird es vermutlich nicht sein.“

Eine andere Sportart außer Triathlon findet sich bereits in seiner Vita: Mit acht Jahren begann Wildgruber mit dem Handball. Er spielte beim SC Freising, wurde mit 15 sogar in den Kader der Bayernauswahl berufen. „Ja klar, ich wollte Handballprofi werden“, erzählt Wildgruber. „Allerdings habe ich bereits mit 14 aufgehört zu wachsen – das ist für einen Torwart eher ungünstig.“ Als er dann sein Studium aufgenommen habe, sei er zum Laufen und damit zum Triathlon gekommen. Schon bald habe er sich das Ziel gesetzt, einmal beim Ironman auf Hawaii – „dem Mekka des Triathlonsports“ – zu starten. Er stellte viele Dinge hintenan, konzentrierte sich voll und ganz auf die Verwirklichung dieses großen Ziels. „Kämpft für Eure Träume.“ Florian Wildgruber hat bewiesen, dass das keine leere Phrase ist.

Sportlerin und Mannschaft des Jahres

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