Technische Störung am Isartor: Erhebliche Verzögerungen auf der Stammstrecke

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„Fränggischer“ Humor und boarische Musik – das passte beim Jubierlator-Abend der Dellnhauser Musikanten und Klaus Karl-Kraus ausgezeichnet zusammen.Gleixner

Dellnhauser Musikanten und Klaus Karl-Kraus

Spritziger Jubierlator-Abend

Was kann altbayerische Lebensart und fränkischen Witz verbinden? Richtig: das Bier. Genauer: das Reinheitsgebot. Herauskommt dann ein bierseliger Abend mit dem bezeichnenden Titel „Jubierlator“.

Volksmusik aus der Hallertau, Kabarett aus Franken, beides auf höchstem Niveau – und das Ganze dann noch im Herzen Altbayerns. Anders ausgedrückt: Die Dellnhauser Musikanten und Klaus Karl-Kraus huldigten am Samstag im Freisinger Lindenkeller dem Gerstensaft, dem bayerischen Grundnahrungsmittel, dem Bier. Anlässlich des 500. Geburtstages des bayerischen Reinheitsgebots hatten sich die sieben Musiker aus der Holledau und der Kabarettist aus dem Frankenlande für ein Programm zusammengefunden, das von schneidiger Musik, o’drahten Texten und lustigen Anekdoten lebte. Das Septett rund um Michael Eberwein, von Karl-Kraus spöttisch als „Dellnhauser Boygroup“ tituliert, spielte zünftig auf, besang den „Wirt von Stoa“, gab traditionelle Volksstückl rund um das Hopfazupfa zum Besten, sang von Bier, bayerischer Lebensart und auch vom Rehragout. Von der musikalischen Qualität her sowieso über jeden Zweifel erhaben, verströmten die sieben Musikanten Lebensfreude pur. Und dazu passte dann das Aushängeschild „fränggischer“ Comedykunst namens Klaus Karl-Kraus. Der war nicht allein gekommen, sondern hatte seinen schwarzen Pudel mitgebracht („Herr Direktor“), der fleißig das Unterhaus des Lindenkellers erkundete und erschnüffelte. Vor allem aber hatte Karl-Kraus jede Menge Selbstironie mitgebracht, wenn er beispielsweise große und bedeutende Franken wie Levy Strauss aufzählte – ein guter Ruf, der freilich durch den „Loddar Maddhäus“ wieder kaputt gemacht werde. Während also die Dellnhauser Musikanten vom „Hopfazupfa“ sangen, philosophierte Karl-Kraus über „Gaddenpardy“ und „Senft“ (mit hartem t!), während die Mannen um den Eberwein Miche herum eine superschnelle Polka anstimmten, erzählte der Kabarettist aus Franken von stämmigen Männern mit ihrem „Schweinefleischmausoleum“, während die Kapelle zünftig von der „Hopfakirm“ sangen, behauptete Karl-Kraus, dass es in Franken das Reinheitsgebot schon 28 Jahre vor 1516 gegeben habe. Den Beweis dafür blieb das Herrchen vom „Herrn Direktor“ freilich schuldig. Wieso trotz all dieser ausgezeichneten Zutaten der „Jubierlator“-Abend in der Bierstadt Freising wegen mangelnden Zuspruchs vom Asamsaal in den Lindenkeller verlegt werden musste, konnte sich so recht niemand erklären. Auch nicht Kulturreferent Hubert Hierl.

Andreas Beschorner

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