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Die Freisinger Stadtsilhoutette prägt das Oktogon als architektonisch wohl bemerkenswertester Teil des Diözesanmuseums.

Domberg-Umbau

Wird das Oktogon abgebrochen?

Der Domberg wird umgebaut. Als erstes ist das Diözesanmuseum dran. Doch was da geplant ist, ruft den Historischen Verein auf den Plan: Man wehrt sich gegen den Abriss des stadtbildprägenden Oktogons.

Ende Juni 2015 wurde der Siegerentwurf für den anstehenden Umbau des altehrwürdigen Diözesanmuseums präsentiert. „Geöffnete Wände“ ist der Titel der prämierten Planung der Architekten Brückner & Brückner aus Tirschenreuth. Die Bestrebungen, aus dem Diözesanmuseum „einen noch attraktiveren und weit über Freising ausstrahlenden Ort der Begegnung“ zu machen, begrüßt auch der Historische Verein Freising. Und doch treibt ihn „eine beträchtliche Sorge“ um, wie Vorsitzender Günther Lehrmann jetzt schreibt: Das an der Nordwestecke situierte Oktogon soll abgebrochen werden. Laut Lehrmann ohne Not und mit schlimmen Folgen für die Stadt-Silhouette. 1876 wurde der achteckige Turm an den Bau von Matthias Berger angefügt – und sei ganz offensichtlich der Versuch, die baulichen Wunden der Säkularisation zu schließen, wie Lehrmann schreibt. Denn das Oktogon erinnere vage an den Turm des einstigen St. Andreas-Stifts, das im Zuge der Säkularisation abgerissen worden war. Insofern sei das Oktogon „ein wichtiger Zeuge“ der Bestrebungen, Wunden zu heilen und „den Kirchen-Burgcharakter“ des Dombergs zu erhalten. Das Oktogon am Diözesanmuseum korrespondiere mit weiteren achteckigen Türmen am Amtsgericht und an der Dombibliothek. Das Oktogon gehöre also seit 150 Jahren „zu den markanten Fixpunkten der Freisinger Silhouette“. Würden die Planungen so umgesetzt und das Oktogon abgerissen, „bestünde die Gefahr, dass sich das verbleibende Gebäude als gleichförmiger, abweisender Kasten präsentierte“, warnen Lehrmann und der Historische Verein. Damit würden Fehler wiederholt, wie sie schon an der Südflanke des Dombergs zu beklagen seien. Deshalb, und weil „das nach allen Seiten in die Stadt blickende Turmzimmer“ auch eine Chance für das Museum sei, dürfe die Zukunft des Oktogons „keinem Freisinger gleichgültig“ sein. Bislang sei „weder eine Entscheidung für noch gegen einen Abriss des Oktogons gefallen“, teilte das Erzbischöfliche Ordinariat Münchens auf Anfrage mit. Man befinde sich „in Gesprächen mit dem Denkmalschutz und der Stadt Freising“, hieß es von Seiten der Pressestelle. So bleibt dem Historischen Verein durchaus noch die Hoffnung, dass das von Lehrmann so gerühmte „Zusammenspiel von Architekturen unterschiedlicher Epochen“ auf dem Mons doctus erhalten bleibt und dass das Gebäude des Diözesanmuseums für die Zukunft eher als Chance denn als „Hemmnis“ begriffen wird. Museen, so beschreibt es Lehrmann, sollen nicht nur Sammeln, Ausstellen und Forschen, sondern auch Bewahren

Andreas Beschorner

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