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Am Weihenstephaner Südhang endeten die Führungen, die die „Grünen Hänge“ der Stadt in den Fokus rückten. 

Freisings einzigartige Topographie wird wiederentdeckt

Die Stadt der „Grünen Hänge“

Von Weihenstephan über den Domberg bis hin zum früheren Klosterort Neustift durchziehen die „Grünen Hänge“ die Stadt. Wie sehr Freisings Stadtbild von diesen Hängen geprägt ist, das wurde bei zwei Themenwanderungen deutlich, zu dem Mitarbeiter des städtischen Planungsamtes die Freisinger am Freitagnachmittag geladen hatten. Bei einem Spaziergang entlang der Hangkante im Stadtteil Neustift interessierten sich die Stadtplanerinnen Annegret Michler und Andrea Brandl vor allem für die persönliche Sicht der Bürger auf die für Freising so charakteristische Topographie.

Freising Rund um den Neustifter Bauernmarkt am Kirchenvorplatz kann man es besonders schön sehen, wie sich der Stadtteil mit seinen engen Gassen und den langgezogenen Häuserreihen historisch entwickelt hat. Bis 1830 hätten hier Arbeiter, Handwerker und andere Bedienstete des Prämonstratenserklosters gewohnt, erzählte der Leiter des Freisinger Stadtarchivs, Florian Notter. Als „Glasscherbenviertel“ sei Neustift dann später bezeichnet worden, als sich im Zuge des Baus der Bahnstrecke von München nach Regensburg Mitte des 19. Jahrhunderts vermehrt Tagelöhner angesiedelt hätten. Die besseren Leut’ hätten ihre Häuser an die obere Hangkante hingestellt, dort wo man einen Postkartenblick auf die Domstadt genieße. Dorthin begaben sich die rund 20 Teilnehmer der Führung. Auf Höhe der Sternschule regte eine Neustifterin an, den dicht bewachsenen Hang an einer schmalen Stelle von den Stauden zu lichten und eine Sichtachse zur Freisinger Skyline zu schaffen.

Apropos freie Sicht auf die Domstadt: Auch auf Höhe des Hofbräuhauskellers am Lankesberg würde sich so etwas anbieten , meinten die Teilnehmer. Städtebaulich sinnvoll sei auch ein Fußweg über den man von dort aus die Mainburger Straße erreichen könne. Fast nostalgisch muteten die Schilderungen Notters an, als er über die Brauereibesitzer berichtete, die Keller in die Hänge getrieben hätten, um den Gerstensaft den Sommer über kühl lagern zu können.

Dass der Wandel an den Grünen Hängen mittlerweile zum Beständigen gehöre, das zeige sich an der Wohnbebauung am Peterhof, sagte Stadtplanerin Annegret Michel. Der Siedlungsdruck auf die Stadt sei groß. Die Bierkeller, die für die Hänge typisch seien, mussten an dieser Stelle aus statischen Gründen verfüllt werden. Zeitgleich zur Themenrundwanderung in Neustift und am Lankesberg fand eine Führung am Weihenstephaner Südhang statt, die den Fokus auf das Spannungsfeld Naturschutz legte. Beide Veranstaltungen hatten zum Ziel, den Dialog mit den Bürgern zu intensivieren. 

Gut zu wissen

Einen online-Fragebogen gibt es unter www.umfrageonline.com/s/GrueneHaengeFreising.

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