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Die Asamsanierung wird teurer als geplant. 

Die Stadt Freising muss tiefer in die Tasche greifen

Asamgebäude, Mehrgenerationenhaus, Steinpark-Schulen: Alles wird teurer

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
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Es war der Finanz- und Verwaltungsausschuss. Aber es ging um Baumaßnahmen. Teure Baumaßnahmen. Und deshalb wurde diskutiert. Viel diskutiert.

Freising – Die Sitzung am Montag begann schon nicht sehr erfreulich: Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher musste den Stadträten mitteilen, dass man bei der Sanierung des Asamgebäudes mit einem Kostenanstieg rechnen müsse: Weil man Schichtenwasser festgestellt habe, müssten nun entsprechende Maßnahmen ergriffen werden – beispielsweise seien rund 70 Erkundungsbohrungen notwendig. Wie hoch die Kosten für den Mehraufwand seien, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Und dann ging es gleich noch einmal um eine Kostenmehrung: Für das Pilotprojekt Städtisches Mehrgenerationenwohnen in Lerchenfeld an der Katharina-Mair-Straße (wir haben mehrfach berichtet) waren 20 Millionen Euro vorgesehen. Jetzt ist die Vorentwurfsplanung fertig. Und die Kostenschätzung auch. Und siehe da: Für die 115 Wohnungen mit einer Größe zwischen 33 und 112 Quadratmeter muss man 25,65 Millionen Euro hinlegen. Insbesondere Maßnahmen zur Sicherung des Baugrunds schlagen zu Buche.

Sebastian Habermeyer: Abspecken beimMehrgenerationenhaus?

Ob man mit den Ambitionen also nicht „einen Schritt zurück“ machen solle, fragte Sebastian Habermeyer (Grüne). Manches von dem, was da geplant sei, erscheine etwas übertrieben – zumal wenn man bedenke, dass es am Ende ja günstige Mieten geben soll. Und auch Peter Geiger (CSU) fragte sich, ob Laubengänge, nutzbare Dachflächen, Freiflächen und Loggien nicht doch zu viel des Guten seien und man da etwas abspecken solle. Rudolf Schwaiger (CSU) war skeptisch, ob man die anvisierte Miete von acht bis neun Euro pro Quadratmeter so noch halten könne. Nach über eineinhalb Stunden Beratung versprachen die Planer, den Entwurf noch einmal abzuklopfen. OB Tobias Eschenbacher betonte aber, dass dieses Projekt „ein starkes Zeichen“ dafür sei, dass die Stadt in den kommunalen Wohnungsbau investiere. „Das tun nicht viele Gemeinden. Da sind wir vorbildlich.“ Und deshalb wurde die Vorentwurfsplanung samt Kostenschätzung auch einstimmig zur Kenntnis genommen und zur weiteren Bearbeitung freigegeben. Baubeginn, so der Zeitplan, soll im dritten Quartal 2019 sein. Im Jahr 2021 sollen dann die beiden jeweils aus drei Einzelgebäuden bestehenden Anlagen, die im Erdgeschoß Sonderflächen für Streetworker, Seniorentreff und Büros aufweisen, bezogen werden.

Und dann ging es am Montag um ein noch größeres und noch teureres Projekt: die Steinpark-Schulen. Die Mitglieder des Finanzausschusses mussten entscheiden, ob die neuen Schulen eine Photovoltaik-Anlage auf das Dach bekommen, und wenn ja, auf welche Dächer.

Wie die Wirtschaftlichkeitsberechnung ergeben hatte und wie es ja auch von Anfang an dem Willen der Stadträte entsprochen hatte, waren zwei PV-Anlagen auf den beiden Dächern der Grund- und der Mittelschule unumstritten. Beide waren wirtschaftlich. Die Frage war allerdings, wie man mit dem Dach der Turnhalle verfahren sollte. Wie Eschenbacher betonte, sollte man die Variante, das Hallendach als Gründach auszuführen und dann noch eine PV-Anlage darauf zu bauen, verwerfen. Diese Variante sei die einzige, die absolut nicht wirtschaftlich sei, weil die Statik des Hallendachs dann extrem verstärkt werden müsse. Die Frage, die zu entscheiden war, lautete also: Gründach auf der Halle (was städtebaulich wegen der Draufsicht der Schüler und Nachbarn besser sei) oder PV-Anlage auf der Halle (was eine noch bessere Wirtschaftlichkeit und mehr CO2-Einsparung bedeute). Die Entscheidung war klar: Mit nur einer Gegenstimme beschloss man die Variante Gründach. PV-Anlagen wird es also nur auf den beiden Schuldächern geben.

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