Ganz im Norden des Wohnquartiers auf dem Gelände der ehemaligen Stein-Kaserne (Bild) soll genossenschaftliches Wohnen realisiert werden.
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Ganz im Norden des Wohnquartiers auf dem Gelände der ehemaligen Stein-Kaserne (Bild) soll genossenschaftliches Wohnen realisiert werden.

Konzept virtuell vorgestellt

Stadt plant genossenschaftliches Wohnen im Freisinger Steinpark

  • Manuel Eser
    VonManuel Eser
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In Freising herrscht weiterhin Wohnungsnot. Ein Projekt im Steinpark könnte etwas Abhilfe schaffen und zugleich Vorbildcharakter für die ganze Stadt haben.

Freising – Man nennt es Stadtbalkon, man hat freien Blick auf die Wies – das klingt doch verlockend. Es ist das letzte Los, das – ganz im Norden gelegen – im Wohnquartier auf dem Gelände der ehemaligen Stein-Kaserne noch zu bebauen ist. Und es soll, so das Besondere daran, als genossenschaftliches Wohnen realisiert werden. Bei einer Online-Veranstaltung informierten die Stadt und die den Prozess begleitende stattbau münchen GmbH darüber, wie das geht mit so einer Genossenschaft.

Rund 80 Interessierte verfolgten am Donnerstagabend virtuell die Vorträge. Freisings 3. Bürgermeisterin Birgit Mooser-Niefanger fand das „ein faszinierendes Thema“. Sich zusammentun, gemeinsam planen, gemeinsam bauen, gemeinsam wohnen – das realisiere die Ziele, die sich die Stadt Freising in ihrem Stadtentwicklungsprogramm STEP 2030 selbst vorgegeben habe: ein Wohnangebot für alle, die Förderung der sozialen Vielfalt, das Mitreden der Bevölkerung bei der Planung und die Förderung gemeinschaftlichen Wohnens.

Stadt hat schon andere Wohnquartiere für Genossenschaften im Auge

Stadtbaumeisterin Barbara Schelle erklärte, was da im „letzten Los“ ganz im Norden des Areals entstehen dürfe: 80 bis 85 Wohnungen in fünf jeweils vier- beziehungsweise fünfgeschoßigen Baukörpern. Sollte das mit dem genossenschaftlichen Bauen an dieser Stelle gut klappen, dann könne das Vorbildcharakter für Freising haben. Schließlich hätten Verwaltung und Politik auch schon andere Wohnquartiere im Auge, in denen man Genossenschaften zum Zug kommen lassen wolle.

Wie das funktioniert mit so einer Genossenschaft, erläuterte Christian Stupka von stattbau: Anders als bei einer Eigentümergemeinschaft gebe es keine Eigentumswohnungen, sondern das erschaffene Vermögen gehöre allen. Der Vorteil: bezahlbarer Wohnraum auf lange Zeit, lebendige Nachbarschaften, gegenseitige Hilfe. Freilich gehöre es auch dazu, dass man sich engagiere und über die eigene Wohnung hinaus Verantwortung übernehme.

Anfang nächsten Jahres sollen die Grundstücke ausgeschrieben werden

Stupkas Kollegin Natalie Schaller erklärte dann, wie man zu einem Grundstück und damit zu einer Wohnung komme: Nachdem sich eine Gruppe Bauwilliger zusammengefunden habe, müsse man ein Konzept erarbeiten (lassen) und das dann der Stadt vorlegen, die es unter Berücksichtigung zuvor aufgestellter Kriterien bewerte. Das beste Konzept erhalte letztlich den Zuschlag. Dabei, so Schaller, gebe es mehrere Möglichkeiten für genossenschaftliches Bauen: Entweder man werde Mitglied bei einer bereits bestehenden Baugenossenschaft, oder man suche sich eine Baugenossenschaft als Kooperationspartner oder man gründe eine neue Genossenschaft.

Der ungefähre Terminplan, wie ihn die stattbau nach ihren Erfahrungen darlegte, geht davon aus, dass Anfang des Jahres 2022 die Grundstücke ausgeschrieben werden, Mitte 2022 sollen Zuschlag und Vergabe erfolgen, so dass die künftigen Bewohner 18 bis 24 Monate später einziehen könnten. Die Adresse steht schon fest: Emil-Berg-Straße, 85356 Freising. Weitere Infos unter www.freising.de/leben-wohnen/wohnen/genossenschaftliches-wohnen.

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