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Mmh, Melone! Ferl Schreyer (3. v. l.) machte mit den Teilnehmern der Stadtführung „Freisinger Märkte mit Genuss“ eine Tour von Stand zu Stand – und garnierte das Ganze mit vielen spannenden Geschichten.

Freisinger Märkte und ihre Geschichte

Stadtführung mit hohem Genussfaktor

Freising - Vom Obazdn bis zur Wassermelone, von geräuchertem Saibling bis hin zu Kochschinken: Bei der Stadtführung „Freisinger Märkte mit Genuss“ gab es den einen oder anderen Gaumenschmaus. Und an Informationen über die Historie mangelte es bei der Führung auch nicht.

Einige neidische Blicke von Passanten gab es schon, als sich die Teilnehmer der Stadtführung „Freisinger Märkte mit Genuss“ am vergangenen Mittwoch auf dem Wochenmarkt versammelten. Grund: Die Gruppe durfte aus einem Korb, gefüllt mit Heidelbeeren, Stachelbeeren, Erdbeeren und Zwetschgen, naschen. 

Doch den Beginn der Führung machte Stadtführer Ferl Schreyer mit seinem Gefolge vor dem „Kasdandler“, wo es für jeden Laugengebäck mit hausgemachtem Obazdn gab. Passend dazu erzählte Schreyer die Geschichte über die Erfindung des Obazdn im Weihenstephaner Bräustüberl in Freising. Weiter ging es zum Rindermarkt, wo die Teilnehmer etwas über die Historie des Sau-, Ross- und Rindermarkts erfuhren. Neben diesem hatte es einen Kraut- und Kartoffelmarkt gegeben, wo die Leute damals zentnerweise eingekauft haben, um die Kartoffeln im Keller einzulagern oder aus dem Kraut Sauerkraut zu kochen. Zudem wurde eine heute unvorstellbare Zahl von 400 Ferkeln pro Tag verkauft. Das war nur eine von vielen erstaunlichen Geschichten, mit denen Ferl Schreyer, der seit mittlerweile vier Jahren Stadtführer ist, seine Zuhörer überraschte. Und damit während der Erzählung auch kein Hunger aufkam, durften sich alle bei den schmackhaften Erdbeeren vom Marktstand Funk und der Bioschafsalami des Oamahofs bedienen. 

Der Freisinger Stadtführer zog mit den Teilnehmern weiter zum Freisinger Marienplatz, wo gerade buntes Markttreiben herrschte. Dort durften alle beim Stand von Früchte Schweiger eine Wassermelone und beim Baumgartner-Stand Tomaten probieren – und bei dem Obstkorb bei Gemüse Rieblinger kamen vor allem die Beerenliebhaber auf ihre Kosten. Sogar ein paar Backrezepte für Obstkuchen bekamen die Teilnehmer mit auf den Weg. In der Zwischenzeit erzählte Ferl Schreyer immer wieder Interessantes zu den Produkten eines jeden Marktstandes, wo die Gruppe gerade Halt machte, sowie die eine oder andere nette Anekdote. Und dann wurde es wieder kulinarisch: Eine Wurstplatte mit verschiedenen Schinken- und Salami-Sorten hatte die Metzgerei Plattner für die Gruppe vorbereitet. Zu guter Letzt gab es noch geräucherten Saibling mit Weißbrot von der Fischzucht Baumgartner. 

Gut gestärkt, ging es weiter in die Fischergasse, wo die Teilnehmer erfuhren, was dieser Gasse ihren Namen gegeben hatte. Mithilfe einiger alter Fotografien konnte sich jeder gut vorstellen, wie die Gasse damals ausgesehen hatte. Die Fische, die noch bis in die 1960er Jahre in der Moosach gefangen worden waren, sind dann fangfrisch in einem kleinen Geschäft, wo heute das ehemalige Calafati ist, über die Theke gegangen. 

Eines lag Ferl Schreyer bei seiner Führung jedoch besonders am Herzen: „Mir ist es wichtig, die Geschichte zu erzählen, aber der Genuss soll nicht zu kurz kommen.“

Gut zu wissen:

Die nächste öffentliche Führung findet voraussichtlich im Oktober statt. Private Führungen (bis zu 15 Personen) können bei der Touristinformation gebucht werden. Der Preis für die gesamte Gruppe beträgt 70 Euro.

Victoria Stettner, Sarah Kuhn, Felicitas Appel

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